Anfall ökonomischer Vernunft?

Es geschehen Zeichen und Wunder. Wer hätte nach den Meldungen der letzten Tage darauf gewettet, dass die Bahn ohne das Schienennetz an die Börse gehen würde?

Wahrscheinlich haben sich hier Etatisten aus den ihnen eigenen Gründen zu einem Schritt durchringen können, der nur zufällig auch den Beifall Liberaler findet. Die Gegensätze werden wohl wieder sichtbar, wenn es darum geht, ob die Bahn wirklich auch in Zukunft das Netz bewirtschaften dürfen soll.

Nachtrag: Alle, die nicht an Wunder glauben, können sich bestätigt sehen. Und ich muss mein Urteil über die unfähigste Bundesregierung, die Deutschland je hatte, nicht revidieren.

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7 Kommentare zu “Anfall ökonomischer Vernunft?”

  1. Libero
    29.08.2006 | 17:29

    Eine Bundesbahn, die das Netz bewirtschaften darf, wird keinen Wettbewerb auf dem Bahnnetz ermöglichen.

  2. R.A.
    29.08.2006 | 17:45

    Ich war auch überrascht, das plötzlich zu lesen.
    Das könnte das erste Mal seit Jahren sein, daß so etwas wie Sachverstand in Berlin gehört wird.

    Wobei Libero nicht unrecht hat mit seiner Skepsis. Auch mit der bloßen “Bewirtschaftung” kann Mehdorn Schindluder treiben, warten wir also die Details ab.

  3. R.A.
    29.08.2006 | 18:04

    Laut SpON wird schon zurückgerudert bzw. dementiert.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,434223,00.html

    Noch ist nicht klar, ob wirklich entschieden wurde.

    Was mich wirklich ärgert: Ich könnte es verstehen, wenn das Finanzministerium den Komplettverkauf forciert, weil es einfach nur den Erlös maximieren will.

    Es ist aber ausgerechnet das Verkehrsministerium, das sich hier auf Seiten Mehdorns stellt. Das sind genau die Leute, die eigentlich nicht auf die Kassenlage, sondern auf Verkehrsqualität und Fahrgastinteressen achten sollten.
    Blödes Pack!

  4. Libero
    29.08.2006 | 18:08

    5 Jahre war ich in einer Bürogemeinschaft mit Versicherungsmaklern, die eigentlich Ingenieure für Eisenbahntechnik waren. Wie man ein gemeinsames Streckennetz durch mehrere Gesellschaften nutzen kann, ohne sich in Gehege zu kommen, war ihr Steckenpferd und Leidensthema. Aus einer assozierten Quelle habe ich etwas zudem Einblick, wie man unerwünschte Nutzer in Schwierigkeiten bringen kann.

    Die einzige Alternative ist eine von der Bahn getrennte Betriebsführungsgesellschaft. Problematisch ist, daß alle Fachleute, die dafür in Frage kommen, von der Bahn stammen. Nur die interne Opposition, die den Wettbewerb zum Wohle des gesamten Schienenverkehrs in Deutschland will, wird nicht reichen.

  5. 29.08.2006 | 18:26

    Rayson & R.A.,

    zu Eurem SpOn-Link: ins Auge fiel mir sofort die in der rechten Spalte verlinkte Artikel-Überschrift:
    TOP 3: LESER EMPFEHLEN:
    Berichte deutscher Auswanderer:“Nie mehr zurück!”

    Mal ‘ne Verständnisfrage: Falls die Deutsche Bahn AG das Netz “bewirtschaften” darf, läuft das dann so wie bei der Privatisierung im Telekommunikationsbereich, wo die Deutsche Telekom
    AG auch noch die Hand auf den Leitungen hat? Und das bedeutet dann, dass es eine (neu zu schaffende) Regulierungsbehörde braucht, die überwacht, ob die DB AG auch richtig “bewirtschaftet”?

  6. 29.08.2006 | 18:39

    @Marian

    Soweit ich weiß, gehört die “letzte Meile” den Telekomikern noch (und darüber hinaus auch ein großes Netz natürlich).

    Aber da die Regulierungsbehörde ja im Grunde nur die Ausübung des Nutzungsrechts überwacht, wäre eine solche Forderung aus meiner Sicht konsequent. Am besten wäre allerdings ein Netzbetreiber, der nicht gleichzeitig Bahndienstleistungen anbietet.

  7. 29.08.2006 | 18:59

    Rayson,

    Am besten wäre allerdings…

    Ja, schon klar. Wenn ich eine Regulierungsbehörde vorschlage, dann selbstverständlich unter der Prämisse, dass sich bis zur Privatisierung der DB AG nichts Grundlegendes an den in Deutschland obwaltenden Mechanismen ändert ;-). Und dann liefe es auf eine neue Regulierungsbehörde hinaus…

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