29. August 2006
Kalles Litanei
Ja, Kalle, wir wissen’s langsam: Die Lösung zur Reform des Gesundheitssystems besteht in der Belastung der Besserverdienenden. Dass du diese Gruppe mal in ihrer Eigenschaft als freiwillig in der GKV Versicherte, mal als Privatversicherte und mal als Steuerzahler treffen willst, ist da zwar manchmal etwas verwirrend, spricht aber für deine Fantasie. Auch wenn du für diese Argumentation ignorieren musst, dass längst nicht alle Menschen, die unter eine dieser Kategorien fallen, tatsächlich auch gut verdienen oder (im Fall der Privatversicherten) geringere Beiträge zahlen. Ein bisschen Abfall ist halt immer, und wenn’s denn im Großen und Ganzen der sozialen Gerechtigkeit dient…
Gut, etwas irritiert hat es mich schon, dass du den derzeit privat Versicherten eine Gehaltserhöhung für den Fall verschaffen möchtest, dass sie zur GKV wechseln (”Um die massenhafte Abwanderung zu verhindern, müsse der Arbeitgeberzuschuss zur Privatversicherung abgeschafft werden.”), aber vielleicht glaubst du Gesundheits”ökonom” ja tatsächlich noch an das Märchen vom “Arbeitgeberbeitrag”. Obwohl, bei dir würde es mich nicht wundern, wenn du die “soziale Balance” bei dieser Maßnahme durch ein Gehaltsbeschränkungsgesetz wahren wolltest.
Da ist das einfache Abzocken (”Alternativ könnten auch die Privatversicherten in den geplanten Gesundheitsfonds einbezogen werden.”) doch etwas einfacher und ehrlicher, finde ich.
Das “Problem” mit den angeblich bevorzugten Besserverdienenden in der PKV können wir aber schneller und eleganter lösen: Befreien wir Privatversicherte von der Versicherungspflicht. Dann kann jeder unabhängig von seinem Einkommen in die angebliche Luxuskasse. Die Privatversicherungen haben sicher nichts dagegen.
Verfasst von Rayson um 16:01 Uhr in der Kategorie Politik, Sozialpolitik (Trackback)