Kalle, der Trickser

Kalles neuester Einstieg in seine Standardforderung, sich zur Lösung aller Probleme in guter, alter sozialistischer Manier doch einfach in den Taschen Anderer zu bedienen, waren publizistisch geschickt eingesetzte Schreckensmeldungen über Mehrbelastungen für die gesetzlich Versicherten.

Jetzt hat seine Genossin Ministerin ihm widersprochen, und Kalle muss seinen Trick offenlegen: Er hat keine realen Belastungen gemeint, sondern fiktive. Nämlich solche, die den gesetzlich Versicherten u.a. durch Zusatzversicherungen entstünden, wenn sie dasselbe Versorgungsniveau wie Privatversicherte erhalten wollten. Da diese durch ihr Verhalten aber bisher gezeigt haben, dass ihnen dieses Mehr an Leistung das entsprechende Mehr an Eigenbeitrag nicht wert war, die angedrohte finanzielle Belastung also nicht eintreten wird, muss man Kalles Vorgehen nicht nur als dreist, sondern auch noch als unredlich bezeichnen.

So langsam geht mir dieser spitznasige Propeller mit der quäkenden Stimme auf den Geist. Seitdem ich den Mann mal als Gast in Backes’ “Nachtcafé” erlebt habe, wo er in arroganter Anweise einem anwesenden jungen Krankenhausarzt eine Unterstellung nach der anderen an den Kopf warf und unverschämte Sonderforderungen an dessen Verhalten stellte, bin ich sowieso der Meinung, dass es sich bei diesem Burschen, der ja selbst nicht als Arzt tätig ist - obwohl dies das Einzige sein sollte, zu was er wirklich ausgebildet wurde (es sei denn, wir nähmen Harvard-Management-Kurse als Ausbildung ernst) - um einen üblen Pharisäer handelt, der seine höchste Befriedigung darin erfährt, Menschen zu maßregeln, die mehr leisten als er.

Ähnliche Beiträge


9 Kommentare zu “Kalle, der Trickser”

  1. loellie
    31.08.2006 | 10:02

    @rayson und voellig oftopic

    Betreff “coComment”. Soweit ich das verstanden habe kannst du damit alle Diskussionen auf Blogs, bei denen du mitkommentierst ueberwachen, ohne dass die anderen ein Konto brauchen. Der Haken ist das Copyright, da sich der Betreiber vorbehaelt, mit den Kommentaren machen zu koennen was er will.

    Ich hab’ nicht intensiv gesucht, vielleicht gibt es sowas auch fuer offline oder als firefox-plugin, was ‘ne coole sache waer’. Falls ich was finde, lass ich’s dich wissen.

    Kannst den Kommentar hier gerne loeschen

  2. 31.08.2006 | 13:19

    Danke für den Hinweis! Den Kommentar lasse ich mal stehen - vielleicht interessiert es ja auch den Einen oder Anderen, der über Kalle ablästern will…

    Es stimmt, man kann den Dienst unabhängig von Anderen nutzen. Ein Firefox-Plugin (automatisch aktiv) oder Bookmarklet (zum wahlweisen Aktivieren) wird dort gleich zur Installation vorgeschlagen, wobei ich mich fürs Bookmarklet entschieden habe, weil ich viele Kommentare lieber über Feeds verfolge.

    Das Copyright empfinde ich nicht als so dramatisch - da wird schon zwischen “coComment-originated content” und den “compilations” unterschieden, die man übrigens mit einer Lizenz versehen kann (bei gleichzeitiger Gewährung des Nutzungsrechts für coComment). Die Kommentare selbst sind davon aber sowieso nicht betroffen, nur die Sammlung der “Unterhaltungen” selbst.

  3. 31.08.2006 | 13:49

    Als Blogger wäre ich vorsichtig Kompetenzen aufgrund von Ausbildungen in Frage zu stellen. Denn wenn wir unsererseits bei unseren Leisten blieben, dann könnten 90% anfangen ihr Blog auf Katzenbilder umzustellen. Und eigentlich noch nicht mal das. ;-)

    Und ich behaupte mal, dass Ärzte, die sich geschickt dem Feindkontakt ;-) entziehen und Laborärzte, Gesundheitsökonomen etc. werden einen guten Grund dafür haben. Und wir froh drum sein sollten.

  4. 31.08.2006 | 18:00

    Du übersiehst zwei wesentliche Unterschiede:

    1. Ich würde mich nicht über Kalles Ausbildung auslassen, wenn er zugeben würde, dass sein Treiben da nur ein Hobby ist. Er lässt sich aber als “Experte” feiern.

    2. Kalle unterliegt strengeren Maßstäben, weil er - wie alle Politiker -, sich des staatlichen Zwangsapparates bedienen will, um mein Leben zu beeinflussen. There is no such thing as a free lunch…

  5. 31.08.2006 | 18:45

    Kalle ist für mich der “Idealtypus” einer bestimmten Sorte Deutscher, die im Ausland allgemein unbeliebt ist, dem in (Medien-)Deutschland allerdings seltsamerweise noch Respekt entgegengebracht wird: Dem des penetranten Besserwissers und Rechthabers.

    OT @ Rayson: Auch Heinlein-Fan? ;)

  6. 31.08.2006 | 19:23

    @Martin

    Heinlein? Nie gehört.

  7. 31.08.2006 | 20:27

    Robert A. Heinlein, amerikanischer Science Fiction Autor (1907 - 1988). Bekannte Werke: Starship Trooper, Stranger In a Strange Land. Kultfigur der (amerikanischen) Libertarians. Der Ausspruch “There ain’t no such thing as a free lunch” (Abgekürzt: TANSTAFL) stammt aus dem Roman “The Moon is a Harsh Mistress” (1966) (Der Mond ist eine herbe Geliebte/Revolte auf Luna).
    Aber ich glaube, Du nimmst mich auf den Arm …

  8. 31.08.2006 | 20:43

    Tue ich nicht :-), denn der Spruch ist als TI(!)NSTAAFL eine uralte Ökonomenweisheit. Lässt sich nach Wikipedia aber tatsächlich auf diesen Henlein zurückführen. Siehste, wieder was gelernt!

  9. Libero
    1.09.2006 | 13:49

    zugegeben off-topic, aber ein aktueller Blick über die Grenzen schadet nicht.

    FT.com / Home UK / UK - High anxiety: what ails the world’s big spender on health
    http://www.ft.com/cms/s/ec61878c-3955-11db-a21d-0000779e2340,dwp_uuid=4e612cca-6707-11da-a650-0000779e2340,print=yes.html

    Study Says Older Americans Are Less Healthy Than British - New York Times
    http://www.nytimes.com/2006/05/03/world/europe/03health.html?ei=5088&en=95f0954562a19ab7&ex=1304308800&partner=rssnyt&emc=rss&pagewanted=print

    JAMA — Abstract: Disease and Disadvantage in the United States and in England, May 3, 2006, Banks et al. 295 (17): 2037
    http://jama.highwire.org/cgi/content/abstract/295/17/2037

    Based on self-reported illnesses and biological markers of disease, US residents are much less healthy than their English counterparts and these differences exist at all points of the SES distribution.

    Das bei doppelt so hohen Ausgaben für die Gesundheit. Ein überzeugender Wirkungsgrad.

    In many diseases, the top of the SES distribution is less healthy in the United States as well.

    Das ist eben Führung alten Stils. Da wird nicht nur von vorne geführt, sondern auch gekrankt.

    Trotzdem, ich kann mir nicht helfen, irgendwie beunruhigt mich das. Ich hatte immer geglaubt, um nicht zu sagen, daß ich davon nach wie vor (keine Ironie!) überzeugt bin, daß Freiheit Ängste nimmt und damit einen günstigen Einfluß auf gängige Volkskrankheiten hat. Solche Ergebnisse irritieren. Das ist ja nicht die erste Studie dieser Art mit diesem merkwürdigen Unterschied. Eigenartig, wohin manchmal der von der Knechtschaft wegführende Weg führt. Aber Hayek ist ja auch ein Sonderfall. Ist sein lebenlang alimentiert wurden. Da ist es einfach von Wettbewerb zu schreiben.

    Gottseidank seit Ihr glaubensstark und geht unbeirrbar euren Weg. Dafür bewundere ich euch.

Bad Behavior has blocked 1190 access attempts in the last 7 days.