Disziplin: Das alte neue Wundermittel der Erziehung

In dem Feuilleton-Artikel “Weniger Disziplin bitte!” in der Online-Ausgabe der Zeit wird der “neueste Katastrophenmanager” des deutschen Bildungssystems Bernhard Bueb kritisiert. Der ehemaliger Leiter einer Internatsschule fordert eine strenge Disziplin in Schule.

Bueb fordert »Strenge, Härte, Disziplin«. Mehr noch: »die vorbehaltlose Anerkennung von Autorität und Disziplin«. Denn: »Erziehung bedeutet immer Führung.« Und: »Wer führt, erwartet Gefolgschaft.« Natürlich will auch er nur das Beste für unsere Kinder: »Die Fürsorge gebietet manchmal Disziplin ohne Debatte.«

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Mordsmeinung

A judge who struck down a Dover, Penn., school board’s decision to teach intelligent design in public schools said he was stunned by the reaction, which included death threats and a week of protection from federal marshals.

[...]

In a 139-page decision last year, Jones ruled that the Dover school board intended to promote religion when it instituted a policy requiring students to hear a statement about intelligent design before ninth-grade biology lessons on evolution. He ruled that it is unconstitutional to teach intelligent design as an alternative to evolution.

“And if you would have told me when I got on the bench four years ago that I would have death threats in a case like this as opposed to, for example, a crack cocaine case where I mete out a heavy sentence, I would have told you that you were crazy,” he said. “But I did. And that’s a sad statement.”

[AP/Wichita Eagle via Evolution]

Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich bei Fundamentalisten aller Couleur die Morddrohung als Mittel der Wahl im politischen Diskurs durchgesetzt hat. Frage an den fundamentalistischen Leser: Welcher Ihrer Meinungen würden Sie als erster mit einer deftigen Morddrohung Nachdruck verleihen wollen?

Schlecht recherchiert?

Bei der Netzeitung hat mal wohl mal schnell eine Agenturmeldung abgeschrieben.

Jedenfalls scheint das vermeintlich terroristische Selbstmordattentat eher die Dämlichkeit eines Kriminellen im Umgang mit Sprengstoff gewesen zu sein.

Überraschung, Überraschung!

Manchmal sind die SPONtis richtig niedlich.

Da pumpt der Staat jahrzehntelang Steuermilliarde um Steuermilliarde in das Fass ohne Boden namens GKV. (Steuergeld, dass die Privatversicherten übrigens ebenfalls aufgebracht haben.)
Und dann findet so ein SPON-Schreiberling die Idee der Kanzlerin, mit dieser Praxis fortzufahren, “überraschend”.

Putzig.

Enttäuschungsproduktion

Ach ja, zu den Versprechungen des Arbeiterparteivorsitzenden Rüttgers, “für die Angestellten zu kämpfen”, wäre noch anzumerken, dass es vielleicht genau solche Deppen wie Rüttgers sind, die Wähler von der Urne fernhalten oder sie die braunen oder tiefroten Freiheitsfeinde als Protest wählen lassen.

Rüttgers kann mit seinem ganzen Bürokratenhaufen keinen einzigen nachhaltig wirtschaftlichen Arbeitsplatz schaffen oder erhalten. Wenn er dies aber Leuten weismacht, die das dank ihres Glaubens an die Zuständigkeit von Vater Staat in solchen Dingen auch noch glauben, dann sorgt er für Enttäuschung. Er produziert die Nichtwähler und Rattenfänger-Klientel von morgen. Nur für ein bisschen billigen Applaus.

Oskar Rüttgers wird Handy-Produzent …

… und übernimmt das BenQ-Geschäft und alle Angestellten.

Oder wie sind seine Ratschläge an Siemens & Co. sonst zu verstehen?

“So nicht möglich”?

Der Kölner Stadtanzeiger bringt ein Interview mit Lord Ralf Dahrendorf, in dem dieser die Absetzung von “Idomeneo” als eine unerträgliche Einschränkung der Freiheit bezeichnet. So weit, so gut. Aber dass er im Folgenden behauptet, dies hätte es in anderen Ländern nicht so gegeben, scheint mir angesichts der Geschichten, die wir in den letzten Monaten aus Dahrendorfs Wahlheimat so gehört haben, doch eher unwahrscheinlich. Denn auch und gerade Großbritannien fiel auf durch zahlreiche Fälle der vorauseilenden Selbstbeschränkung und falschen Rücksichtnahme gegenüber dem Islam, die eher im Interesse der Islamisten als der modernen Muslime gewesen zu sein schienen.

Deutsche Friedensbewegung? Fürn Arsch.

Wie einfach es ist, ohne teure statistische Erhebungen die Zahl der antiamerikanisch verdummten und friedensheuchelnden Deutschen zu ermitteln:

Einfach die Anzahl der “Friedensdemonstranten”, die 2003 gegen den Irak-Krieg auf die Straße gingen, mit der am letzten Sonntag vorzufindenden Zahl der Demonstranten gegen das Abschlachten der Bevölkerung von Darfur substrahieren. Fertig.

Grüne Kreativität

Sich gegen die drohende GEZ-Gebühr für PCs bei Selbständigen und Unternehmen auszusprechen, ist schön. Weniger schön wird es, wenn die Gegner ihre Alternativvorschläge präsentieren.

Die Grünen sind jetzt auf die geniale Lösung gekommen, die Gebühr für die PCs abzuschaffen und statt dessen gleich bei allen Haushalten und Unternehmen einzufordern, egal, ob sie ein empfangstaugliches Gerät besitzen oder nicht. Einen Vorschlag, der sich konsequenter an dem orientiert, was bei uns als hehr und richtig gilt, gab es noch nicht (alle folgenden Zitate gefunden bei heise.de). (mehr…)

Der Kampf gegen die Drogen…

…kann gewonnen werden, wenn man nur genügend Opfer bringt. Beispielsweise läppische Menschen- oder Bürgerrechte:

Even though student molestations seem to be reaching epidemic proportions in schools across America, the House of Representatives has approved a tough new anti-drug and anti-weapon law that would require local districts to develop search policies – including strip searches – with immunity against prosecution for teachers and staff.

[...]

The bill says only that search methods cannot be “excessively intrusive.

[WorldNetDaily via Evolution]

Damit verglichen, nimmt sich das plötzlich fast harmlos aus. Aber man sollte auch bedenken: “Wer nichts zu verbergen hat…”

Zum Einstand…

…erstmal nur eine kleine Mitteilung: Die Berliner Islamkonferenz kann ein erstes Ergebnis vorweisen:

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich für eine Wiederaufnahme der Mozart-Oper „Idomeneo“ in den Spielplan der Deutschen Oper Berlin ausgesprochen. Die Teilnehmer der Islamkonferenz würden sich freuen, wenn das Haus bald eine Möglichkeit sähe, die Oper wieder aufzuführen, sagte Schäuble am Mittwoch nach der Konferenz in Berlin.

Die Konferenzteilnehmer würden die Aufführung der Oper gern gemeinsam besuchen.

[FAZ.NET]

Einen haben wir noch…

Es erreichte uns folgende Pressemitteilung:

Der Pressesprecher der Bissige Liberale ohne Gnade GmbH (Ticker: BLOG) teilte heute mit, dass der Firma ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem global vertretenen Unternehmen gelungen sei. Der Konzern konnte nach langwierigen Verhandlungen ein Joint Venture mit der mentalschnupfen.org AG (Ticker: MENTOR) vereinbaren. Die gemeinsame neue Geschäftseinheit wird künftig unter dem Dach der Bissige Liberale ohne Gnade GmbH operieren und vom CEO der mentalschnupfen.org AG, David, geleitet werden. Der Sprecher wörtlich: “Wir freuen uns auf diese Ergänzung, die hervorragend in unser Portfolio passt und unsere USP als Full-Service-Anbieter von Blogbeiträgen stärken wird. David hat das volle Vertrauen von Beirat, Aufsichtsrat und Management”. Konkrete Angaben zu Marktanteilen, Umsatz und Gewinn machte der Sprecher nicht, ließ aber durchblicken, dass im Gesamtunternehmen das Erreichen des Break Even nicht gänzlich auszuschließen sei. Die jährliche Änderung der Unternehmsstrategie müsse aber noch abgewartet werden.

Soweit die Meldung. Gerüchten aus Betriebsratskreisen zufolge feierten die Organmitglieder der Bissige Liberale ohne Gnade GmbH die Expansion mit einer üppigen Erhöhung ihrer Bezüge. Offizielle Begründung: Man könne die besten Köpfe nur halten, wenn sie nicht schlechter als ihre Kollegen bei Time Warner entlohnt werden.

Ich sag dann einfach mal nur: Willkommen, David!

Geschäftsschädigung

Eigentlich verdiene ich mein Geld ja damit, Unternehmen zu beraten. Aber da, wo es eklatant wird, braucht man nicht so zu tun, als verfüge man über eine Art Geheimwissen. Und für die Großen braucht man eh bestimmte Namen.

So dürfte die Erhöhung der Gehälter von Siemens-Vorständen um 30 Prozent eine Wirkung entfachen, angesichts derer man sich auch noch 10 Jahre Hochglanzprospekte und Unternehmensgrundsätze hätte sparen könnnen.

Ganz einfach, weil die Mitarbeiter die Leistung dahinter nicht erkennen können. Auch allen anderen dürfte das schwerfallen.

Nun ist es das Recht jedes Eigentümers, seine Manager wie auch immer zu entlohnen. Allerdings gibt es da - wie überraschenderweise überall - schlaue und dumme Wege. Dumme Wege erkannt man übrigens an der Notwendigkeit von Imagekampagnen.

“Wer nichts zu verbergen hat…”

Eine sehr durchdachte Argumentation gegen diese oft gehöre Begründung der Einschränkung von Freiheitsrechten liefert Michael Lohmann bei Telepolis. Wer meine Kommentare bei Statler & Waldorf kennt, wird ahnen, an welchem Punkt ich da widersprechen werde. Das Stichwort heißt “Diskriminierung”.

Was zu interessanten Einblicken in die Definition des Wortes “liberal” führen könnte…

Gesetzesaktionismus

Schon jetzt dürfte es für einen normalen Menschen unmöglich sein, alle Gesetze zu kennen, die ihn betreffen. Aber sagen Sie das den Politikern nicht weiter, die verabschieden dagegen gleich ein Gesetz…

Ein Musterbeispiel für Aktionismus fand sich heute in SPON. Da soll, einer EU-Vorgabe entsprechend (was die Sinnhaftigkeit des Unterfanges zunächst mal mit einem Malus versieht), mit einem neuen § 202c StGB das

Herstellen, Überlassen, Verbreiten oder Verschaffen von “Hacker-Tools”, die schon in ihrem Aufbau darauf angelegt sind, “illegalen Zwecken zu dienen”.

verboten werden. (mehr…)

Frank Rost und der Protektionismus

Warum ein Torhüter von Schalke 04 es schlecht finden sollte, dass sein Ausrüster Menschen in armen Ländern Arbeit gibt, weiß wohl nur der “Spiegel”-Interviewer:

Frage: Man kann aber auch anders argumentieren: Wenn ein Sportler Schuhe von Nike trägt, muss er doch auch über die Produktionsbedingungen nachdenken, unter denen die Schuhe hergestellt wurden.

Kant und Fast Food

Die Restringierung der Zulassung von Fast-Food-Restaurants hat bei uns noch niemand gefordert. In den USA ist man da offensichtlich weiter. Aber wenn wir uns so manche der natürlich nur gutmeinenden Ideen aus Brüssel und Berlin anschauen, die in der letzten Zeit die Öffentlichkeit erreichten, dann würde es uns nicht wundern, wenn wir dem Beispiel irgendwann einmal folgten.

Nun haben Liberale, wie schon beim Rauchverbot, die - wie immer - unangenehme Eigenschaft, solche gesetzlichen Regelungen nicht nur für überflüssig, sondern sogar für schlecht zu halten. Was sie natürlich in Konflikt mit Weltverbesserern aller Art bringt.

Ich will nun meinem geschätzten und teilzeitbefreundeten Lieblingslinken von nebenan nicht zu nahe treten, aber der Kommentar, den Radley Balko, “The Agitator”, aus einer solchen Diskussion als besonders bemerkenswert herausgefiltert hat, berührt einen unserer jüngsten Diskussionspunkte:

After pointing out why these types of polciies don’t work and why they restrict personal freedom, commenter “luc” responds:

Silly rules with good intentions are way better than disgusting libertarian market tropes about choice.

Was Radley dazu und zum Thema selbst zu sagen hat, gibt es hier zu lesen.

Die NPD-”Erfolge” und die “Täterversteher”

Zum Thema “erschreckende Wahlerfolge der NDP” gibt es viele pathetische Sprüche. Dieselben Textbausteine, dieselben abgedroschenen Phrasen, wie seit Jahren gehabt. Ein typisches Beispiel ist Uwe-Carsten Heye, der wohl die letzten 15 Jahre auf einem fernen Planeten verbracht habe muß. Anders ist kaum zu erklären, dass er sagt:

Nun ist es wohl endgültig nicht mehr zu übersehen: Die Republik hat ein Rechtsradikalen-Problem.

Zur Erinnerung: Gab es nicht damals, vor 14, 15 Jahren, die Brandanschläge und Morde von Soligen und Mölln, oder das Pogrom von Hoyerswerda, oder den tobenden, brandstiftenden Mob in Rostock-Lichtenhagen? Von den vielen weniger spektakulären Mordanschlägen, Brandstiftungen, Körperverletzungen mit rechtsextremem Hintergrund ganz zu schweigen. Sind Nazis nur dann ein Problem, wenn sie in die Parlamente einziehen? (mehr…)

Alt, aber modern: Helmut Schmidt

Helmut Schmidt war gestern bei “Beckmann” zu Gast. Und wie immer, wenn der Altbundeskanzler in den Medien auftaucht, konnte ich nicht umhin, von ihm beeindruckt zu sein. Es beginnt mit seinem Auftreten: Er ist einer, der sich von niemandem vorschreiben lässt, ob und wann er rauchen, Kaffee oder Cognac trinken darf. Und der damit immerhin schon 87 Jahre alt geworden ist. Ein lebendes Symbol für eine genussvolle Existenz, und ein Dorn im Auge ökologistischer Zwangsbeglücker.

Aber auch politisch erfreut er mich immer wieder, wenn er zeigt, dass es auch eine fortschrittliche und aufgeschlossene Sozialdemokratie geben kann. Etwa, wenn er sich zur Globalisierung äußert und sich weigert, in den Chor der linken Panikmacher einzustimmen. Natürlich wird die Globalisierung das Ende der wenigen verbliebenen deutschen Webereien und Textilverarbeiter bedeuten, so Schmidt. Aber: “Deutschlands Zukunft hängt nicht von der Hemdenproduktion ab”. (mehr…)

Verbraucherschützer

Dass der Staat das uns abgepresste Steuergeld verschwendet, ist bekannt und wird immer wieder bekannt gemacht.

Was heißt aber eigentlich: Verschwendung? Schließlich gibt der Staat das Geld vielleicht nicht optimal für die Zwecke aus, die er zu erreichen vorgibt. Fließt das Geld aber nicht letztlich doch an die Bürger zurück? Nämlich in Form von Aufträgen an die private Wirtschaft (wie z.B. die Agentur, die Hotte Seehofer mit neuem Briefpapier beglückte)?
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