4. September 2006
Mittelwertsgesicht
Meine Rede!
Bei der Präsentation von Gesichtern reagieren Nervenzellen – Neuronen - in einem bestimmten Hirn-Areal, indem sie elektrische Impulse abgeben. Was die Forscher feststellten: Bei einem durchschnittlichen, quasi langweiligen Gesicht ohne große Auffälligkeiten „feuerten“ die meisten Neuronen nur mäßig. Je markanter jedoch die Abweichungen vom Durchschnittsgesicht, desto mehr elektrische Impulse gab es. „Karikaturen von Gesichtern führen bei vielen Zellen zu den stärksten Reaktionen“, sagt Giese [von der Uniklinik Tübingen].
Seine Hypothese: Das Gehirn hat ein Mittelwertsgesicht gespeichert. Jedes neue Gesicht, das wir sehen, führt zu einer Neuberechnung des Mittelwerts. Wer viele europäische Gesichter sieht, hätte folglich ein europäisch geprägtes Mittelwertsgesicht. „Das Entscheidende ist nun: Obwohl ein europäisches Gesicht möglicherweise nur schwache elektrische Impulse im Hirn verursacht, zeigen diese viele verschiedenartige Abweichungen vom Mittelwertsgesicht an, die wir nutzen können, um Gesichter zu unterscheiden.“ Asiaten dagegen sieht der Durchschnittseuropäer weniger häufig. Das bedeutet: Obwohl die Neuronen bei mandelförmigen Augen - wegen der größeren Abweichungen vom Mittelwertsgesicht - möglicherweise stärker feuern, hat diese Abweichung immer eine sehr ähnliche Form.
Wer hätte das gedacht. Aber eins ist sicher: Wenn die Mandelaugen nicht zu einer Frau gehören, dann feuert bei mir gar nichts. Ich stelle mich da auch gerne für Untersuchungen zur Verfügung, weil ich schon immer wissen wollte, woran das liegt.
Bis ich übrigens diesen Test gemacht hatte, habe ich mir eingebildet, einen Koreaner von einem Chinesen unterscheiden zu können. Aber ich habe so mies abgeschnitten, dass ich diese Behauptung jetzt nicht mehr aufstelle.
Verfasst von Marian Wirth um 18:08 Uhr in der Kategorie Allgemein (Trackback)