5. September 2006
Bin ich ein Millenial?
Als Pottblog-Leser (dol2day verbindet, und wenn es nur die Ehemaligen sind ;-)) stieß ich über den folgenden Test:
Du bist ein Millenial, wenn…
Na, dann mal los im Pottblog-Schema:
1… du nicht mehr als zwei Telefonnummern auswendig kennst. Du hast ja schließlich alle in deinem Handy gespeichert – und so immer dabei.
0:1 - Ich kenne mindestens drei auswendig. Mehr als zehn allerdings auch nicht…
2… du in deinem Leben bereits mehr Latte Macchiato to go verzehrt hast als typisch deutsches Eisbein mit Sauerkraut.
0:2 - Ich trinke immer Milchkaffee und nie Latte Macchiato. Und Eisbein mit Sauerkraut (ich mag das!) hat mir meine Mutter einige Male zubereitet.
3… du schon mehr als einmal darüber nachgedacht hast, dein Geld in Aktien statt auf dem Sparbuch anzulegen.
1:2 - Sparbuch? Was ist das?
4… du deinen Eltern schon mal den Klingelton an ihrem Handy geändert hast.
1:3 - Ich habe meinem Vater zwar das Handy komplett eingerichtet, aber auf die Idee, bei ihm den Klingelton zu ändern, wäre ich nie gekommen.
5… du noch nicht genau weißt, was du in einem Jahr machen wirst. Geschweigen denn, woher dann dein Geld kommt.
2:3 - Ja. Gott sei Dank.
6… du schon häufiger darüber nachgedacht hast, ob du dir einen Bart stehen lassen oder die Haare färben lassen sollst als dass du mit dem Gedanken gespielt hast, in eine Partei einzutreten.
2:4 - Die Zahl der Parteien, in der ich bisher Mitglied war, übersteigt die Zahl der Änderungen meines Barthaars und der (nicht natürlichen) Verfärbungen meiner Haare schon deswegen, weil ich an Letzterem selbst nie etwas geändert habe. Um das Grau habe ich niemanden gebeten.
7… du mindestens fünf MP3s auf deinem Rechner hast, die du nicht gekauft hast.
2:5 - Sorry, alles legal. Schon deswegen, weil ich in Sachen Musikgeschmack unmodern bin.
8… du mehr Menschen aus angeblichen Randgruppen (Ausländer, Schwule etc.) kennst als solche Menschen, die den Begriff „Randgruppe“ benutzen.
3:5 - Ich kenne niemanden, der das Wort “Randgruppe” benutzt. Da ich ein paar Ausländer und Schwule kenne, ist die Antwort also klar.
9… du echt keine Probleme damit hättest, wieder bei deinen Eltern einzuziehen.
3:6 - Ich bei meinem Vater einziehen? Nicht, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt!!
10… der Begriff „Instant“ für dich zu „Instant Messenger“ gehört und sicher nicht zu Instant Kaffee.
3:6 - Eins so irrelevant für mich wie das andere.
11… du bis jetzt noch keine einzige feste Verabredung für die nächste Woche hast, aber trotzdem sicher weißt, dass du alle deine Freunde treffen wirst. Ihr telefoniert halt kurzfristig nochmal.
3:7 - Alle meine Freunde sind mir egal. Meine Liebste nicht.
12… diese Begriffe für dich ganz normal sind – und du ernsthaft nicht verstehst, warum man darüber diskutieren soll: skypen, googlen, smsen.
3:7 - Normal: naja. Geläufig: sicher. Darüber diskutieren: warum nicht?
13… du mehr digitale Fotos besitzt als Papierbilder.
3:8 - Da ich nur wenig fotografiere, korreliert die Zahl der Fotos mit der Zahl meiner Lebensjahre. Und da die Digitalfotografie so alt noch nicht ist, dürften die Papierfotos noch in der Überzahl sein.
14… du ehrgeizig bist und Erfolg haben willst, Karriere aber für dich anders definiert ist als noch für deine Eltern: Karriere heißt für dich am ehesten, einen Job zu haben, mit dem du dich identifizieren kann und bei dem du mit Menschen zusammenarbeiten kannst, die du irgendwie magst.
4:8 - Ich hasse das Wort “Karriere”, aber Spaß an der Arbeit ist mir definitiv wichtiger als Geld oder Status.
15… es eigentlich dein Traum ist, mit Freunden ein eigenes Business zu aufzuziehen.
5:8 - Es müssen noch nicht einmal meine Freunde sein.
16… du eine sehr gute Ausbildung hast.
6:8 - Schon wegen der kognitiven Dissonanz.
17… die aber lange dauert, in jedem Fall länger als bei deinen Eltern.
7:8 - Kein Zweifel.
18… du dich über neue technische Entwicklungen freust und auch bereit bist, Geld dafür auszugeben. Überhaupt, hast du die weiße PSP schon gesehen?
7:9 - Nein, neu ist für mich nicht automatisch gut.
19… du dich ehrenamtlich engagierst, sei es als WM-Volunteer, als Wahlbeobachter in Afrika oder im Tauschring vor Ort.
8:9 - Ehrenamtlich schon, aber nichts in der Richtung. Ich denke mal, die eigentliche Frage zählt, nicht die Beispiele.
20… du, statt dich auf die Politiker zu verlassen, selbst nach pragmatischen Lösungen und Alternativen suchst und die Möglichkeiten der digitalen Demokratie nutzt, um deine Meinung zu sagen.
8:10 - Die Frage bzw. die dahinter stehende Behauptung halte ich für dämlich.
21… du um die Komplexität der Welt weißt und einfachen Lösungen und Schwarzweißdenken misstraust.
9:10 - Auf jeden Fall. Auch wenn ich mit Schwarz oder Weiß provoziere.
22… und dich auf keinen Fall auf so etwas Endgültiges wie Familie festlegen kannst.
9:11 - Auf keinen Fall auf keinen Fall.
23… dir beim Stichwort Hobby sehr lange nichts einfällt.
9:12 - Ist das hier etwa mein Beruf?
24… du Sätze sagst wie „Das will ich auf jeden Fall auch – irgendwann einmal.“
9:13 - Niemals nicht.
25… diese Sätze die Antwort auf diese Fragen sind: „Kinder? Hochzeit? Fester Job?“
9:14 - Nö. Da gibt es andere Antworten.
26… du bei den wenigen Verträgen, die du bisher unterschrieben hast (Handy, Arbeit, Fitness-Studio), immer das Gefühl hattest, fortan irgendwie in Ketten zu leben.
10:14 - Wohl wahr.
27… das Wort Lebensversicherung in deinen Ohren klingt wie „Beton“.
10:15 - Unfug: eine Form der Geldanlage unter vielen.
28… du das Gefühl hast, dir steht die ganze Welt offen, leider aber nicht ganz sicher bist, was du mit ihr anfangen sollst.
10:16 - Weder noch.
29… du manchmal gerne jemanden hättest, der dich an die Hand nimmt und durchs Leben führt.
10:16 - Unentschieden. Für 80% des Lebens reiche ich mir. Den Rest übernimmt meine Liebste.
30… du zugeben musst, keine Idole zu haben. Abgesehen von deinen Eltern.
10:16 - Keine. Auch meine Eltern nicht. Die lieb(t)e ich nur.
Kein Millenial. Zum Glück.
Verfasst von Rayson um 00:13 Uhr in der Kategorie Steckenpferde der Autoren (Trackback)