Jürgen Rieger, der “Sektenchef”

Jürgen Rieger ist bekannt als rechtsextremer Rechtsanwalt, Rassentheoretiker, reicher Unterstützer rechter “Kameradschaften” und obskurer Vereine und Stiftungen, die sich mit “Fruchtbarkeitsforschung” und Ähnlichem beschäftigen - und er ist seit Neuestem NPD-ler.

Weniger Beachtung findet die Tatsache, dass Rieger Hauptfunktionär und Leiter der Artgemeinschaft - oder, in der Sprache des Boulevardjournalismus, “Chef einer Rassisten-Sekte” ist. Das “religiöse” Engagement Riegers ist mehr als eine skurrile Schrulle oder propagandisch-folkloristische Dekoration. Er und die “Artgemenschaftler” meinen es ernst. Mehr hierzu hier: Die oft übersehene “religiöse” Seite Jürgen Riegers

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9 Kommentare zu “Jürgen Rieger, der “Sektenchef””

  1. R.A.
    8.09.2006 | 11:08

    Wieso ist das jetzt wichtig, daß dieser (mir bisher unbekannte) Rieger nicht nur politisch, sondern auf religiös spinnt?
    Er bleibt doch trotzdem ein unbedeutender Sektierer, wie es sie immer geben wird.

  2. 8.09.2006 | 11:25

    Jürgen Rieger ist der Typ, der z. B. dieses Hotel in Delmenhorst als Neonazi-Schulungszentrum erwerben wollte. Er ist auch der Bursche hinter dem Hof Hetendorf. Er hat auch sonst reichlich Immobilien für Neonazis eingekauft.Als Anwalt vertrat er viele Rechtsextremisten vor Gericht, darunter Jürgen Mosler, Thies Christophersen, Berthold Dinter, Michael Kühnen, Ernst Zündel und Horst Mahler. Sprich: eine der ungenehmsten “Nasen”, die in Deutschland so rumlaufen.
    Unbedeutender Sektierer? Spätentens wenn er für die NDP im Meck.Vor.-Landtag sitzt, sieht das anders aus. Und auch, wenn er die NDP auf seinen stramm rassistischen Kurs gebracht hat (traue ich ihm in dem Haufen zu).

    Auch wenn er spinnt, ändert das nichts daran, dass er ein gefährlicher Spinner ist - und dass ihm durch die “Artgemeinschaft” eine “treue Gefolgschaft” zur Verfügung steht, von der andere Rechtsextreme nur träumen können.

  3. 8.09.2006 | 12:39

    Wenn du nicht weist, wer Rieger ist - laß es dir aus berufenem Munde erklären:Herr Rieger

  4. R.A.
    8.09.2006 | 15:20

    @MartinM:
    Danke für die Infos, alles geglaubt.
    Bis vielleicht auf die Idee, man müsse die NPD erst noch auf einen rassistischen Kurs bringen …

    Wenn also dieses Ekelpaket irgendwo hier auftauchen würde, wäre ich also sehr gegen ihn.

    Aber trotzdem beunruhigt er mich nicht weiter. Im Gegensatz zu anderen Nasen, die nicht ganz so schlimm sind, aber leider konkrete Macht haben. Die wird Rieger, selbst mit einem Landtagsmandat, nie haben.

    Insofern kann ich weiterhin beruhigt ins Wochenende gehen, wünsche desgleichen.

  5. 8.09.2006 | 16:00

    “Bis vielleicht auf die Idee, man müsse die NPD erst noch auf einen rassistischen Kurs bringen”

    Ich vermute mal, daß es sich bei der ‘Artgemeinschaft’ um eine ’systematisierte’ rassistische Theorie handelt, die dazu gedacht ist, ansonsten eher diffusen Rassimus mit einer theoretisch-ideologischen Grundlage zu versehen. Martin, liege ich da richtig?

  6. 8.09.2006 | 18:18

    Ja, das stimmt! Es gibt nämlich überraschend viele Neonazis, denen die “Rassenfrage” nachweislich ziemlich schnuppe ist (z. B. Christian Worch). Mit Rieger erhalten die Hardcore-Rassenfanatiker Auftrieb.
    Außerdem ist der Rassismus der “Artgemeinschaft” selbst für Nazi-Maßstäbe extrem: z. B. reicht es für eine Mitgliedschaft in der “Artgemeineschaft” nicht aus, “deutschen oder artverwandten Blutes” zu sein (wie einst bei der NSDAP), sondern man muß überwiegend nordisch-fälische Menschenart verkörpern.(Damit ist die A.G. in Rassenfragen strenger als die SS, die akzeptierte nämlich auch Männer mit “leicht alpinen, dinarischen oder mittelmeerischen Zuätzen”.)

  7. 8.09.2006 | 23:13

    Bei solcher strenge wird die mögliche Zielgruppe aber schon wieder ziemlich klein, oder?

  8. 8.09.2006 | 23:47

    Stimmt, erlaubt es aber auch den Mitgliedern, sich als “rassische Elite”, sozusagen “Übermenschen” zu fühlen. Der Nachteil für Rieger: er ist auf Koalitionen mit weniger rassefanatischen Rechtsextremisten angewiesen, bei denen Elitedünkel, Menschenzuchtutopien und Germanen-Esoterik anscheinend nicht immer gut ankommen. Meines Erachtens einer der Gründe, weshalb s so viele seiner Projekte fehlschlugen. Hoffentlich scheitert auch sein Engament bei der NDP daran.

  9. R. A.
    10.09.2006 | 11:37

    > Damit ist die A.G. in Rassenfragen
    > strenger als die SS …
    Nun, wenn schon ein Grass in die SS durfte, verstehe ich aus deren Sicht schon, daß sie die Aufnahmekriterien künftig enger fassen ;-)

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