Rückblick auf 9/11

Was ich über diesen Tag zu sagen hätte, wäre in seiner Gesamtheit zu unreif, zu unausgegoren. In der Erinnerung weiß ich allerdings noch, dass ich noch am Tag selbst, auf der Arbeit und ohne mediale Begleitung (auch die wichtigesten Nachrichtenseiten im Internet waren zusammengebrochen) zu der Überzeugung kam, dass dieser Tag mein Leben und das der meisten Menschen verändern musste. Ich ließ die Arbeit Arbeit sein und diskutierte in Internet-Foren mit anderen, erschreckt über die Dummheit, die Blindheit und den Hass, der bei links wie rechts zu mehr als klammheimlicher Freude führte. Und ich nannte, als mir nach einer Weile klar wurde, dass es ein Angriff und kein Unglück war, gleich Osama bin Ladin als den wahrscheinlichsten Verursacher.

Erstaunlich viel von dem, was ich heute noch über den Tag und seine Folgen zu sagen hätte, schrieb gestern Günther Nonnenmacher in der F.A.Z. viel besser, als ich das je könnte.

Ähnliche Beiträge


3 Kommentare zu “Rückblick auf 9/11”

  1. 12.09.2006 | 14:14

    In so gut wie jedem Blog war sich gestern ein Beitrag, in dem geschildert wurde, was der Autor am 11.9.2001 gemacht hat. Kein Wunder. Ich glaube, jeder weiß noch sehr genau wie der Tag erlebt wurde, was man gedacht hat?
    Ähnlich kenne ich es nur von der Mondlandung. Wer damals gelebt hat, weiß in der Regel auch noch genau, wo man damals gewesen ist. Nur die Erinnerungen über die Mondlandung sind bei den meisten wohl positiv.

  2. 12.09.2006 | 18:59

    Es gibt noch mehr solche Daten, bei denen sich jeder eigentlich jeder genau erinnert, was es an jenem Tag gemacht hat - und die meisten Anlässe waren negativ:

    Damit der Tag des Geschehens sind “einbrennt”, muß das Ereignis auch einem Tag stattfinden: Der Reaktorunfall von Tschernobyl hat sich, weil das Geschehen stückweise herauskam, nicht so eingepägt, gleiches gilt für Hochwasserkatastrophen u. Ä..

    Es gibt eigentlich nur einen positiv besetzten Tag dieser Art für mich: den 9. November 1989. Alles andere sind die “Jubiläen” von Attentaten, Katastrophen, spektakulären Unfällen.

  3. 12.09.2006 | 19:15

    Stimmt. Wobei es einen Unterschied gibt: 11/9 war abends, 9/11 vormittags. Und Freude, selbst dann, wenn sie ungläubig daherkommt, prägt sich m.E. nicht so ein wie ein Schock. Zumal unsereins danach mitten im Geschehen war, sich also an das Geschehene und seine Folgen nach und nach gewöhnen konnte.

    Deswegen waren in den USA wohl zwei Kriege leichter durchsetzbar als bei uns das Einhalten des Versprechens der Verlegung des Parlaments- und Regierungssitzes.

Bad Behavior has blocked 724 access attempts in the last 7 days.