Warum Verden für die “Braunen” wichtig ist

Vorangestellt ein Satz, der das “ceterum censeo” eines jeden kämpferischen Demokraten sein sollte: Wer die Nazis wählt, ist ein Nazi - und kein armes Opfer! - Das heißt, es gibt Erklärungen dafür, weshalb die Rechtsextremen Boden gewinnen, aber keine Entschuldigungen dafür, sie zu wählen, zu unterstürzen oder sie auch nur zu verharmlosen.

Es ist nur eine Randnotiz, aber eine, die mir über die “realpolitisch” eher nebensächliche Bedeutung hinaus einen gruseligen Schauer über den Rücken jagte - Bremer Nachrichen: Blankes Entsetzen in Verden Die NPD zieht in den Kreistag von Verden ein. Die Rechtsextremisten haben ausgerechnet dort Erfolg, wo es starken Widerstand gegen die Umtriebe der Neonazis um den Artgemeinschafts-Chef Jürgen Rieger gab.
Sie haben diesen Erfolg auch ausgerechnet mit einem Kandidaten errungen, den die selbsternannten Fans von Zucht und Ordnung eigentlich noch nicht mal mit der Kohlenzange anfassen dürften, würden ihre überharten Maßstäbe für alle “Kriminellen” gleichermaßen gelten: Aus dem Knast in den Kreistag

Verden - das ist ein Symbol des Kampfes gegen Rechts geworden, deshalb wiegt der NPD-Wahlerfolg dort weitaus schwerer, als entsprechende Ergebnisse in anderen niedersächsichen Orten. Widerstand hat einen neuen Namen: Verdener Weg. Man macht es sich auch zu einfach, wenn man das gute Abschneiden der NPD als Resultat der beschämend schlechten Wahlbeteiligung sieht. (Eine interessante Analyse zum “Wählerstreik” hat der Politikwissenschaftler Franz Walter verfaßt -bei SpOn: Auf Nimmerwiedersehen, Wähler!.)

Verden als Ort ist für Rechtsextremisten vom Schlage Riegers von enormer symbolischer Bedeutung, auch wenn der Anlaß dafür scheinbar entlegen ist - das “Blutgericht von Verden”, das wiederum Anlaß zum Bau des Sachsenhains gab. Auf der Website der Stadt Verden heißt es dazu:

Der Sachsenhain wird noch immer mit der Hinrichtung von 4.500 Sachsen durch Karl den Großen im Jahr 782 in Verbindung gebracht. Tatsächlich handelt es sich jedoch nicht um einen Ort sächsischer Geschichte. Vielmehr dokumentiert der Sachsenhain mit den im Jahre 1935 entlang des Rundweges aufgestellten 4.500 Findlingen den Versuch der Nationalsozialisten, die Geschichte propagandistisch umzudeuten.

Man könnte präzisieren: vom “germanen-esoterischen” Flügel der Nazis, denn Hitler selbst sah sich spätestens ab 1936 lieber in der Nachfolge Karls “des Großen” - was es heutigen “völkisch-esoterischen” Neonazis leichter macht, sich vom “Versager” Hitler und der “verbürokratisierten” NSDAP öffentlich zu distanzieren. (Ähnlichkeiten mit “kapitalismuskritischen” Nazis, die sich gern auf den “völkischen Sozialismus” z. B. der Gebrüder Strasser berufen, sind unzufällig.)
Hierzu auch ein älterer Thread im Nornirs Ætt-Forum: Das Blutgericht-Dilemma.

Es ist keineswegs egal, ob Rieger & Co. die “Deutungshoheit” über ein so lange zurückliegendes Ereignis wie die “Sachsenkriege” oder ein so scheinbar nebensächliches wie die Errichtung des “Sachsenhains” bekommen. Der Historiker Michael Stürmer sagte (im Zusammenhang mit dem “Historikerstreit” der 80er Jahre über die Einordnung der nationalsozialistischen Judenvernichtung: “dass in geschichtslosem Land die Zukunft gewinnt, wer die Erinnerung füllt, die Begriffe prägt und die Vergangenheit deutet.” Ich finde, er hat recht.
Von Antonio Gramsci stammen die hier wichtigen Begriffe der der “kultureller Hegemonie” und der “Metapolitik”. Knapp umrissen geht Gramsci davon aus, dass eine potentielle Machtübernahme nicht im Handstreich am Tag X erfolgt, sondern diese politisch-kulturell innerhalb der vorpolitischen Sphäre der normativ soziokulturellen Lebenswelt durchgesetzt und abgesichert werden muss. Spätenstens seit Alain de Benoist wird diese Strategie von rechtsextremer Seite bewußt betrieben. Im Falle des “Sachsenhains” heißt das konkret: die alten Sachsenkrieger werden posthum zu geistigen Vorkämpfer der Nazis gemacht. Diese Deutung führt, wenn sie tief genug verankert ist, dazu, dass auch die Gegner der Nazis nach den “Spielregeln” der Nazis spielen, indem sie jeden positiven Bezug auf die alten Sachsen und ihren Herzog Widukind vermeiden. Weil diese aber im Volk nach wie vor populär sind, gerät jeder “Linke” leicht in den Verdacht, ein “Mießmacher” zu sein, der “nur die negativen Seiten der deutschen Geschichte gelten ließe”. Punktsieg für die “Rechten”. (Die Alternative, die Sachsen dann eben als brutale Barbaren darzustellen ist spätenstens in dem Moment fatal, in dem es einer anderen Fraktion der Nazis gelingt, Karl “den Großen” zu instrumentalisieren. So geschenen Ende der 1930er Jahre.)

Es ist einfach fahrlässig, den Rechten die kulturelle Deutungshoheit über zahlreiche Symbole, Mythen, Bräuche usw. zu überlassen. In der “antifaschistischen” Praxis ergibt sich daraus ein Dillemma, das in dieser hervorragenden Artikel von Toralf Staud in der “Zeit” deutlich wird: Glatzenbrot und Lebensrunen

Staud arbeitet heraus, wie sehr es den Rechtsextremen in Mecklenburg-Vorpommern (aber sicher nicht nur dort) gelungen ist, “normal” zu erscheinen. Eine sehr wichtige Feststellung angesichts einer ungeheuerlichen Entwicklung machte er am Schluß des Artikels:

Kein Wunder, dass in Vorpommern wachsenden Teilen der Gesellschaft der Sinn abhanden kommt für das, was sich gehört und was nicht. Seit Jahren kann ein rechtsextremistischer Dachdecker mit der Lebensrune in einem Schaukasten direkt vor dem Anklamer Gymnasium werben, ohne dass es jemanden stört. Der örtliche Trabi-Club fand es witzig, bei seiner Disko einen »DJ Völkermord« an den Plattenteller zu lassen. Im Bäckerladen von Ducherow liegt im Regal neben dem »Hansebrot« ein Brot namens »Glatze« mit schöner brauner Kruste. Obwohl Neonazis seit Jahren die germanische Sagenwelt zur Popularisierung ihrer Ideologie nutzen, wurden im letzten Jahr zwei junge Wölfe im Tierpark Ueckermünde Wotan und Thor getauft. Tino Müller versichert, damit habe er nichts zu tun. Vermutlich stimmt das sogar. So weit ist es schon.

Ich stimme Staud völlig zu: bestimmte Dinge gehören sich einfach nicht. Fast alle von ihm beschriebenen Verhaltensweisen sind für einen auch nur halbwegs sensiblen und halbwegs demokratischen Menschen völlig indiskutabel.
Im Sinne einer eindeutigen, auch für den letzten Dummtroll nicht zu übersehenden, Distanzierung von rechtem Gedankengut ist es in der Tat unklug, zwei junge Wölfe “Wotan” und “Thor” zu taufen - auch wenn die Namensgeber mit den Nazis an sich so wenig zu schaffen haben wie die Wölfe selbst. (Beim rechten Dackdecker liegt der Fall anders, selbst wenn die Rune auch ein mißbrauchtes Symbol ist.) Es ist unklug - aber aus politisch-taktischen Erwägungen heraus.
Die Tatsache, dass Neonazis die germanische Sagenwelt zur Popularisierung ihrer Ideologie nutzen, sollte aber gerade nicht Anlaß sein, alles, was mit dieser Mythologie zu tun hat, sozusagen unter Generalverdacht zu stellen. Der manchmal aus politisch-moralischen Gründen unbedingt gegebene Verzicht auf bestimmte Symbole überläßt, wenn er allzu konsequent im Sinne einer “Nulltoreranz” gehandhabt wird, kampflos und auf Dauer eben diese Symbole den Nazis. Hierzu auch: Verbotene und Suspekte heidnische Symbole

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13 Kommentare zu “Warum Verden für die “Braunen” wichtig ist”

  1. FAB.
    14.09.2006 | 9:09

    Nur am Rande - wenn in der Großen Liberalen Wochenzeitung DIE ZEIT jemand mit Sätzen wie “Die Polizei jedenfalls kann kaum mehr eingreifen, es sind ja Privaträume” offen seine Sehnsucht nach dem Stasi-Staat propagiert, dann rollen sich mir als Teilzeit-Liberalem eher deswegen die Fußnägel hoch, als wegen der Namensgebung von Zootieren. Werden in den “Privaträumen” Straftaten begangen oder vorbereitet kann und muß die Polizei jederzeit eingreifen; ist das nicht der Fall, so ist es eine rechtsstaatliche Selbstverständlichkeit, daß man in seinen eigenen vier Wänden nicht polizeilich belästigt wird, und keinesfalls bedauerlich, wie Herr Staud anscheinend meint. Wachsenden Teilen der Gesellschaft kommt beim noblen “Kampf gegen Rechts” jedes Gespür für Rechtsstaatlichkeit abhanden, und Herr Staud ist da leider weder der einzige noch der wichtigste.

    Auch sollte man vielleicht erwähnen, daß der kriminelle NPD-Abgeordnete (laut Wikipedia ein 71jähriger Komplettspinner, der sich als “Präsident von Preußen” bezeichnet) nicht etwa wegen eines Gewaltdelikts verurteilt wurde, sondern wegen “Verunglimpfung des Staates”. Noch ist es nicht allzulange her, da hätten sich Liberale gegen die Kriminalisierung von “Staatsverglimpfern” verwahrt und gegen eine quasireligiöse Staatsvergötzung gewettert. Es ist wohl wie mit den Grünen und der Gotteslästerung - solange es nur um das Christentum ging, wollten die den Paragraphen schleunigst abschaffen; seit der Islam mitspielt, ist man auf einmal doch für den Schutz religiöser “Gefühle” und für ganz viel “Respekt”.

  2. R.A.
    14.09.2006 | 12:19

    > Die Rechtsextremisten
    > haben ausgerechnet
    > dort Erfolg, wo es
    > starken Widerstand
    > … gab.
    Ich weiß ja nicht WIE im Detail dieser Widerstand ausgesehen hat.
    Aber wenn ich so sehe, wie üblicherweise so ein Widerstand inszeniert wird, kann man davon ausgehen, daß WEGEN dieses Widerstands die NPD den Wahlerfolg hatte.

    Genau wie die NPD jetzt in Meck-Pomm auf ein sehr gutes Abschneiden hoffen kann, seit Medien und SPD die große Kampagne gegen sie eröffnet haben.

    Wobei ich nicht fürs Totschweigen plädiere, man muß klare Kante gegen die Nazis fahren.
    Aber Hysterisierung und Übertreibung ist absolut kontraproduktiv.

  3. R.A.
    14.09.2006 | 12:24

    > Es ist einfach
    > fahrlässig, den
    > Rechten nicht die
    > kulturelle
    > Deutungshoheit über
    > zahlreiche Symbole,
    > Mythen, Bräuche
    > usw. zu überlassen.

    Gemeint ist wohl im Gegenteil: Fahrlässig ist es, ihnen diese Deutungshoheit zu überlassen!

    Mit der Fußball-WM ist es endlich gelungen, schwarz-rot-gold und Hymne wieder fest als Symbole der Demokratie in Anspruch zu nehmen und damit den Nazis komplett zu nehmen.

    Und ähnlich muß das auch bei Historie und Mythen sein.
    Selbstverständlich darf man die germanische Sagenwelt für Zootiere verwenden (wobei Geri und Freki korrekt gewesen wären …).
    Wo kommen wir denn hin, wenn die Nazis diesen (wenn auch eher peripheren) Teil unseres nationalen Erbes okkupieren dürften?

  4. 14.09.2006 | 12:38

    @ FAB: Ich gebe Dir recht, Toralf Staud gehört m. E. tatsächlich zu jenen, die beim Kampf gegen die Feinde der offenen Gesellschaft übersehen, dass die von ihren befürworteten Maßnahmen eben jene offene Gesellschaft gefährden. Von Staud stammte z. B. jener “geniale” Vorschlag, “Symbole, die fester Teil der rechten Subkultur sind” sozusagen auf Verdacht zu verbieten, im im Zuge einer “Strategie der Nadelstiche” - sehr im Gegensatz zur Gesetzeslage, nach der - aus gutem Grund - nur die Symbole als verfassungsfeindlich verbotener Organisationen verboten werden können. Wenn man sich so ansieht, welche Symbole von den Nasen verwendet werden, wäre der “Kollateralschaden” der staundschen Taktik: “Verbieten, um die Rechten zu ärgern” enorm - wahrscheinlich dürfte man dann irgendwann nicht mehr mit Schnürstiefeln oder einem Lonsdale-Trainingsanzug rumlaufen, und mit einem Kofferaufkleber aus dem Irland-Urlaub, Motiv Keltenkreuz, käme man nicht mehr durch die Grenzkontrolle.
    Allerdings gehe ich nicht so weit, Staud Sehnsucht nach dem Stasi-Staat zu unterstellen - die hat, nach seinen Recherchen, eher diese be…. Stadtrat, der alle politischen Demonstrationen pauschal verbieten wollte.
    Oder der Bürgermeister von Anklam, der offen sagt, er finde eine »Demokratur« eigentlich auch besser.
    Bei der “Verunglimpfung des Staates” kommt es sehr darauf an, wie und was verunglimpft wurde.
    Den Zusammenhang mit einer “quasireligiösen Staatsvergöttung” sehe ich in diesem Fall nicht.

  5. 14.09.2006 | 12:40

    Mit der Fußball-WM ist es endlich gelungen, schwarz-rot-gold und Hymne wieder fest als Symbole der Demokratie in Anspruch zu nehmen und damit den Nazis komplett zu nehmen.

    Was nicht zu schwer fiel, da beides bei Nazis nicht besonders hoch angesehen ist. Die eigentliche “Enteignung” durch die WM-Fans war die der Nationalisten.

  6. R.A.
    14.09.2006 | 12:53

    @Rayson:
    > Was nicht zu schwer
    > fiel, da beides bei
    > Nazis nicht
    > besonders hoch
    > angesehen ist.
    Richtig - und trotzdem haben sie gerade die Nationalfarben immer gern benutzt.
    Und dann war ihre Vorfeld-Argumentation ja immer gerne, man dürfe in Deutschland ja nicht stolz sein auf sein Land, und anderswo wäre das doch ganz normal.

    Damit haben sie Punkte gemacht bei vielen Jugendlichen, die mit der internen Reichskriegsflaggen-Verehrung der Nazis erstmal nichts angefangen hätten.

    Das es eben einen entscheidenden Unterschied gibt zwischen “nur national” und Nazi, das wurde jetzt erst sehr leicht verständlich und sichtbar.

  7. 14.09.2006 | 13:00

    @ RA: Es stimmt, wo sie viel Medienpräsenz - auch negativer Art - haben, haben die Rechtsextremen in aller Regel auch Erfolge. Im Falle Verden läuft der Kleinkrieg gegen Rassen-Jürgi schon lange, und seine schwersten Schlappen hat er wegen der breiten Öffentlichkeit, einer kreativ agierenden Antifa und aufgrund mit breiter Mehrheit getragenen Entscheidungen der Komunalpolitiker erlitten - denn rein juristisch, auf den stillen Amtsweg, ist dem gerissenen Rechts-Außen-Anwalt kaum beizukommen. Das heißt, hätte man Riegers Aktivitäten tief gehängt, hätte die NPD jetzt vielleicht ein paar Wähler weniger - aber Rieger hätte sein Nazi-Veranstaltungszentrum und sein “Institut für Fertitilitätsforschung” (Lebensborn 2.0).
    Es ist immer ein Fall der Abwägung der Interessen, wie öffentlich man Nasen-Aktivitäten macht. Totschweigen ist aber nur in wenigen Fällen - und zwar da, wo die Rechtsextremisten absichtlich “Skandale” inszenieren - angebracht.
    Danke, RA, da habe ich bei der Formulierung nicht aufgepaßt.
    “Geri und Freki” heißen die Wölfe Odins, aber in diesem Falle ging es wohl nur darum, den Wölfen “germanische” Namen zu geben. Wobei zu “Wotan” - “Donar” (südgermanisch) oder zu “Thor” - “Odin” (nordisch) gehören müßte - was darauf schließen läßt, dass hinter den Namen keine weitergehende Absicht steckte. Das Problem ist nur, dass man in einer Gegend, in der die Nazis auf dem Vormarsch sind, tunlichst alles unterlassen sollte, was diese Nazis propagandisch ausschlachten können. Ich hätte z. B. dem einen Wolf einen nordischen (z. B. Odin) und dem anderen einen jüdischen Namen (z. B. Samson) verpaßt.

  8. FAB.
    14.09.2006 | 13:57

    @ MartinM
    Sicher, da ich auch nicht genau weiß, um welche Art von Verglimpfung es ging, liegt es mir ferne, den Mann pauschal in Schutz zu nehmen zu wollen. Jedenfalls aber ist Verglimpfung ein Delikt, das Meinungsäußerung (im weiteren Sinne) unter Strafe stellt. Und jemanden, der wegen eines solchen Delikts bestraft wird, mag ich nicht ohne weiteres als “Kriminellen” betrachten wie einen Räuber oder Totschläger.
    Die “Staatsvergötzung” ist mir als Vokabel aus einigen Diskussionen mit Radikalliberalen in Erinnerung, die solche Staatsschutzvorschriften wie § 90a StGB als Äquivalent zur Gotteslästerung einstuften, also quasi als - aus freiheitlicher Warte abzulehnenden - irrationalen “Ehrenschutz” für metaphysische Entitäten. Stichwort Fahnenverbrennen als Straftat.

  9. 14.09.2006 | 14:03

    @R.A./Rayson:
    Ich habe die vermehrte Verwendung von Schwarz-Rot-Gold immer sehr begrüßt, da diese Farben für mich nicht den Nationalismus symbolisieren. Nicht umsonst stammen sie aus der (mehr oder weniger liberalen) Revolution von 1848 und sind seitdem im Gegensatz zu den deutschen “Nationalfarben” Schwarz-Weiß-Rot zu sehen.
    Ich persönlich gucke hier ganz gern aus dem Fenster auf die Bundesfarben, die im Garten flattern. Gut, eigentlich im Garten des Nachbarn, aber so dicht an der Hecke, dass sie unseren Garten gleich mitschmücken… :)

  10. FAB.
    14.09.2006 | 14:34

    Hm. Liberal waren sie wohl, die 48er, und aber auch national. Schade eigentlich, daß die Mischung ausgestorben ist. Heutzutage wird sowohl von “Liberalen” als auch von “Nationalen” zumeist erwartet, daß man sich für eins von beidem entscheide.

  11. 14.09.2006 | 14:58

    Damals war “national” aber noch als Abgrenzung zu Kleinstaaterei zu verstehen, was den Unterschied zum späteren muffigen Nationalismus ausmacht, der wiederum eher so gestaltet war wie damals die Kleinstaaterei.

  12. FAB.
    14.09.2006 | 15:54

    Allemal. Darüber hinaus neigten die damaligen National-Liberalen aber auch nicht dazu, bei jeder Gelegenheit die Identität, die Überlebenswürdigkeit oder gleich die Existenz des eigenen Volkes in Frage zu stellen. Die Deutschland-verrecke-Fraktion hätte man damals wohl schleunig in eine angemessene Klapsmühle expediert, anstatt sie noch mit Staatsknete zu füttern. Bei den heutigen (Links-)”Liberalen” ist das leider anders.

  13. R.A.
    14.09.2006 | 16:01

    @MartinM:
    > Es ist immer ein
    > Fall der Abwägung
    > der Interessen,
    > wie öffentlich man
    > Nasen-Aktivitäten
    > macht.
    Eigentlich sollten die Medien schlicht nur seriös berichten. Also weder totschweigen noch Hysterie schüren.

    Wenn die Medien in der einen oder anderen Weise bewußt gegen die Nazis agieren wollen, haben sie deren Kalkül schon halb erfüllt.

    Wobei ich mir bewußt bin, daß es da keine Patentrezepte gibt, das ist ein verdammt schwieriges Thema.

    Eine Mischung aus “mit Schulterzucken als Spinnerei abtun” und “harte Gegenlinie mit Argumenten” ist wohl nötig, das klappt leider nicht immer und das kann auch nicht jeder.

    Und man sollte auch nicht um jeden Preis verhindern, sondern sie ihre Kräfte erschöpfen lassen.

    Es ist falsch, ihnen ein städtisches Jugendzentrum de facto und für lau zu überlassen.
    Es ist aber auch falsch, mit allen Mitteln den Kauf z. B. eines Schulungszentrums zu verhindern - wenn die dabei viel Geld loswerden wollen, bitte sehr.

    Vor gekauften Wahlsiegen wie bei der DVU in Sachsen-Anhalt habe ich auch weniger Angst, das verläuft dann wieder. Wenn sie dagegen wirklich Leute überzeugen, weil die Demokraten der Diskussion aus dem Wege gehen, das ist gefährlich.

    In Berlin/Meck-Pomm läuft es derzeit leider ziemlich schlecht. Was Spiegel und SPD da an Kampagne fahren, ist höllisch kontraproduktiv und beste Wahlkampfhilfe für die NPD.

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