17. September 2006
Blogger, die unbedeutenden Eintagsfliegen
Die frohen Vorkämpfer von Mediendemokratie feiern die politischen Weblogs als Beitrag zur Befreiung der Bürger von der Bevormundung durch Journalisten. Ihr Glaube an die Realisierbarkeit einer egalitären Öffentlichkeit bleibt eine Illusion. Denn je mehr Akteure im Internet zu einer angeblich transparenten Politik und Gesellschaft beitragen wollen, umso unübersichtlicher und intransparenter wird letztlich die Kommunikation. Ohne publizistische Leithammel kann keine Gesellschaft funktionieren. Internet-Einzeltäter im Gewand von Bloggern vermögen im besten Fall da und dort zu einer Korrektur medialer Fehlleistungen beitragen. Aber ohne Anstrengungen, sich selber zu professionalisieren und damit publizistisch zu normalisieren, bleiben sie unbedeutende Eintagsfliegen.
Transparenz das Ziel, Intransparenz das Resultat. Von Rainer Stadler, Neue Zürcher Zeitung
Das ist voll gemein, ey. Ich bin jetzt eingeschnappt. Aber wenn ich mir die Vita von dem Mann anschaue, dann ist der wohl sowieso eher ein Fall für MomoRules.
P.S.: Für die Beispiele der gar schröcklichen Mißstände in der Blogosphäre müssen in o.g. Artikel mal wieder die USA herhalten. Klar, die heimatlichen Lebkuchenverschenkerinnen und Tagi-Basher sind nicht dazu geeignet, ein Skandalon zu kreieren.
Verfasst von Marian Wirth um 01:16 Uhr in der Kategorie Blogosphäre, Politik (Trackback)