28. September 2006
Grüne Kreativität
Sich gegen die drohende GEZ-Gebühr für PCs bei Selbständigen und Unternehmen auszusprechen, ist schön. Weniger schön wird es, wenn die Gegner ihre Alternativvorschläge präsentieren.
Die Grünen sind jetzt auf die geniale Lösung gekommen, die Gebühr für die PCs abzuschaffen und statt dessen gleich bei allen Haushalten und Unternehmen einzufordern, egal, ob sie ein empfangstaugliches Gerät besitzen oder nicht. Einen Vorschlag, der sich konsequenter an dem orientiert, was bei uns als hehr und richtig gilt, gab es noch nicht (alle folgenden Zitate gefunden bei heise.de).
Im wirtschaftlichen Umfeld soll sich die Gebühr an der “Größe der Betriebe und ihrer Medienintensität anstatt an vorhandenen Geräten orientieren.” Dies könnte für Konzerne teuer werden: Laut einem fraktionsintern noch nicht verabschiedeten Vorschlag zur Kostenstaffelung sollen Unternehmen mit über 250 Beschäftigten mit einer 100-fachen Abgabe belastet werden.
Super-sozial.
Zahlreiche Befreiungsmöglichkeiten haben die Grünen aber vorgesehen. Selbstständige mit weniger als 17.500 Euro Umsatz im vergangenen und 50.000 Euro im laufenden Jahr etwa sollen nichts zahlen müssen. Dies soll auch für Personen gelten, die an Eides statt versichern, “überhaupt kein Gerät” zu besitzen. Eine einmalige Zahlung der Mediengebühr ist etwa für Ich-AGs und Kleinstunternehmen mit bis zu neun Beschäftigten vorgesehen. Vergünstigungen sollen auch für den Bergbau, den Gesundheits-, Veterinär- und Sozialsektor, die Hotellerie sowie “überwiegend öffentlich finanzierte” Bildungseinrichtungen gelten.
Super-bürokratisch.
Einhergehen soll die Mediengebühr mit einer Ausdehnung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf das Internet. Dieses soll bei ARD und ZDF als “dritte Säule neben Radio und Fernsehen” etabliert und mit “attraktiven Programmen” angereichert werden. Rechtlich sehen die Grünen die “Gebühr” daher eher als einen “Beitrag”, also eine “Abgabe zur vollen oder teilweisen Deckung der Kosten einer öffentlichen Einrichtung oder Leistung”. Sie sei von demjenigen zu bezahlen, “dem ein besonderer Vorteil gewährt wird”. Dabei sei es gleichgültig, ob der Beitragspflichtige den gebotenen Vorteil auch tatsächlich in Anspruch nimmt.
Super-bevormundend.
Hallo Grüne: Ihr seid Deutschland!
Verfasst von Rayson um 23:25 Uhr in der Kategorie Innenpolitik, Politik, Wirtschaftspolitik (Trackback)