Enttäuschungsproduktion

Ach ja, zu den Versprechungen des Arbeiterparteivorsitzenden Rüttgers, “für die Angestellten zu kämpfen”, wäre noch anzumerken, dass es vielleicht genau solche Deppen wie Rüttgers sind, die Wähler von der Urne fernhalten oder sie die braunen oder tiefroten Freiheitsfeinde als Protest wählen lassen.

Rüttgers kann mit seinem ganzen Bürokratenhaufen keinen einzigen nachhaltig wirtschaftlichen Arbeitsplatz schaffen oder erhalten. Wenn er dies aber Leuten weismacht, die das dank ihres Glaubens an die Zuständigkeit von Vater Staat in solchen Dingen auch noch glauben, dann sorgt er für Enttäuschung. Er produziert die Nichtwähler und Rattenfänger-Klientel von morgen. Nur für ein bisschen billigen Applaus.

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15 Kommentare zu “Enttäuschungsproduktion”

  1. 29.09.2006 | 14:12

    Als ich das las, fragte ich mich auch, was das soll. Da wird wieder die Hoffnung geweckt, dass die Politik alles könne.

    Zudem ich einige “Siemens Ben Q”-Mitarbeiter von eine gewisse Naivität nicht freisprechen mag.

    Inzwischen haben wir schon einige Jahre die Sogenannte Globalisierung im Lande. Da müsste doch jedem Arbeitnehmer klar, sein, dass wenn seine Firma mit Lohnkürzungen und Mehrarbeit anfängt, er in dem Moment anfangen sollte sich nach einem neuen Job umzusehen. Weil sein Management nämlich aus seine Arbeitskraft nicht effizient umsetzt.

  2. R.A.
    29.09.2006 | 15:06

    Wobei ich diese konkrete Pleite weniger auf Standortnachteile oder Lohnkosten schieben würde.

    Mir scheint eher, daß Siemens zu Zeiten erfolgreich sein konnte, als der Handy-Markt noch technologietrieben war und man mit der klassischen Ingenieurdenke gute Produkte auch verkaufen konnte.

    Die Zeit ist aber vorbei, Handys sind technisch Standard geworden, es zählen nun Gimmicks und das Eingehen auf schnelle Modetrends.
    Dazu gehören auch schnelle Produktzyklen und das Ignorieren von “inneren Werten” bei den Produkten.

    Mit so etwas kommen deutsche Firmen grundsätzlich sehr schlecht zurecht, erst recht nicht ein Konzern wie Siemens.

  3. 29.09.2006 | 15:14

    Lesenswert zum Thema ist übrigens mal wieder der Adrian Schimpf.

  4. 29.09.2006 | 15:49

    @R.A.: Wenn deutsche Untrnehmen damit eher schlecht zurecht kommen sollten sie vielleicht sich auf Dinge stürzen, die sie können. Und nicht auf jeden Trend.

  5. 29.09.2006 | 15:51

    @marcc

    Vielleicht hat Siemens ja genau aus dieser Erkenntnis heraus die Handy-Sparte verkauft?

  6. R.A.
    29.09.2006 | 16:03

    @Marc:
    Handys sind ja eine deutsch-französische Entwicklung, und durchaus eine erfolgreiche.

    Lange Jahre war das ein technologiegetriebener Bereich und Siemens war da sehr gut dabei.

    Es war sehr schwer vorstellbar, daß die Technik schon so schnell so ausgereift sein würde, daß der Markt umkippt in einen Modemarkt.

    Wie Boche richtig sagt: Siemens hat richtig darauf reagiert, und die Sparte an eine Firma verkauft, die diese neuen Spielregeln kann (genau das ist DIE Stärke der Asiaten).

    Nur haben sie wahrscheinlich deutlich zu spät agiert, und da hat es nicht mehr für ein Rumreißen gereicht.

    Also irgendwo schon ein Managementfehler - aber m. E. ein verständlicher. Es ist auch fast unmöglich, so etwas frühzeitig zu machen, d.h. BEVOR die Verluste kommen.

    Wie soll man denn den Aktionären erklären, daß man eine Sparte erfolgreich aufgebaut hat, bis zur Profitibalität - um dann zu sagen “Ab jetzt können wir es nicht mehr”.

    War m. E. auch nicht zu erwarten, daß der Wandel so schnell und so radikal kommt.

  7. 29.09.2006 | 16:24

    @Boche: Hab’ ich was gegen den Siemens-Ben Q-Deal gesagt?

  8. 29.09.2006 | 16:26

    Natürlich kann man Handys entwickeln. Aber dann solche Züchtungen wie Xelibri unterlassen.

  9. 29.09.2006 | 16:47

    Ist doch niedlich, wenn Herr Rüttgers es für eine “riesen Sauerei” hält, wenn jemand nachher etwas anderes macht als vorher angekündigt. So kann man in der Tat nicht mit anderen umgehen. Anstatt es aber bei dieser berechtigten Kritik zu belassen, die aus seinem Munde wie aus dem anderer Politiker ohnehin nicht glaubwürdig ist, benutzt nur den Lautsprecher und macht ausgerechnet das, was er zu kritisieren vorgibt: Er verspricht Dinge, die er nicht wird halten können.

  10. 29.09.2006 | 18:34

    @R.A.:
    Waren denn Siemens-Handys jemals gut? Also ich habe bisher nicht ohne Grund einen weiten Bogen um Siemens-Handys gemacht. Alleine deren komische Menüführungen… brrr.

  11. R. A.
    30.09.2006 | 12:33

    @Jens:
    > Waren denn Siemens-Handys jemals gut?
    Das ist wohl wie so oft auch Geschmackssache.
    Ich bin mit unseren S55 so zufrieden gewesen, daß ich für die Tochter noch eins nachgekauft habe …

    Fakt ist aber, daß Siemens eine ganze Zeit lang recht erfolgreich im Handy-Geschäft war, so schlecht können sie also nicht gewesen sein.

    Und das hat halt ab einem gewissen Punkt ziemlich nachgelassen.

  12. 30.09.2006 | 16:50

    Boche, ich habe Deinen Beitrag erst heute lesen können: D’accord. Du bist nicht allein in Deinem Frust :-|
    Ich dachte immer, dies hier wäre ein Land ohne Liberale. Es ist aber auch ein Land ohne Konservative.

  13. 1.10.2006 | 0:58

    [...] Kommen wir zum echten Schurken. Das ist einer, der wider besseres Wissen Versprechungen macht. Einer, der geltendes Recht missachtet. Jürgen Rüttgers, der Schweinereiter. Gut, dass er verlangt, verlustreiche Produktionen müssten weitergeführt werden, mag seiner Sozialisation als Politiker geschuldet sein: Schließlich kann man sich da benötigtes Geld erpressen und nach Herzenslust Schulden machen, was dem gemeinen Unternehmer als Instrumentarium nicht zur Verfügung steht. Aber dass er diese Situation dazu nutzt, sein Unwort von den “Lebenslügen” der CDU neue Nahrung zu geben, das ist mehr als schäbig. Rüttgers’ Logik sei im Folgenden skizziert. [...]

  14. 1.10.2006 | 14:48

    @R.A.:
    Ich hatte immer den Eindruck, daß Siemens vielleicht ein, zwei gute Modelle hatte (ggf. das von Dir benannte S55) und sonst eher Ladenhüter. Das ist bei der Konkurrenz jedoch nicht so - vor allem nicht bei Nokia, wo das Verhältnis eher so aussieht, daß auf eine handvoll gute Modelle nur ein Ausreißer nach unten kommt.

    Spätestens nach der Xelibri-Pleite (Handys in Puderdosenform; nachher bei real & Co. verramscht worden) ist jedoch für Siemens der Zug abgefahren.

    Meiner Meinung nach haben Siemens-Handys vor allem von ihrem Namen profitiert. Siemens ist ja ein bekannter Name und ich kenne viele Leute, die sich als Einsteiger ein Siemens-Handy geholt haben. Einerseits wg. “angeblich” deutsche Firma (aber irgendwo im Ausland gefertigt) und andererseits weil Siemens ja ein Markenzeichen für sich wäre.

    Viele sind dann beim nächsten Handy umgestiegen, vor allem weil die Menüführungen bei Siemens nicht so prickelnd sind.

    PS: Zum Thema “Siemens = deutsch”: Ich fand das so witzig, als mal eine Nutzerin einer gewissen Politik-Community mir erklärte, daß sie natürlich nur Siemens-Handys kaufen würde, weil Siemens ja deutsch wäre, und man doch nur deutsche Produkte kaufen dürfte. Fand ich recht FUNny was sie so sagte, denn ich bat sie dann mal ihr Handy zu öffnen und zu schauen wo es hergestellt wurde: Irgendwo im Ausland. Dann zeigte ich ihr mein Nokia, wo “Made in Germany” draufstand (bis auf den Akku). Hab ihr dann gesagt, daß dieses Handy in Bochum hergestellt wird.
    Da guckte sie etwas verwundert. :)

  15. 3.10.2006 | 11:23

    @Jens:
    Eine Information, um deren Ausbreitung auch ich in meiner Umgebung ständig bemüht bin: So etwas wie einen “deutschen Konzern” gibt es nicht. Menschen sind Bürger eines bestimmten Staates, Unternehmen (und vor allem große Konzerne) sind prinzipiell staatenlos. Vor allem aber macht es keinen Sinn, bestimmte Unternehmen fördern zu wollen, nur weil ihre Konzernzentrale in Deutschland sitzt. “Deutsch” sind sie deswegen nämlich noch lange nicht.

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