Deutsche Friedensbewegung? Fürn Arsch.

Wie einfach es ist, ohne teure statistische Erhebungen die Zahl der antiamerikanisch verdummten und friedensheuchelnden Deutschen zu ermitteln:

Einfach die Anzahl der “Friedensdemonstranten”, die 2003 gegen den Irak-Krieg auf die Straße gingen, mit der am letzten Sonntag vorzufindenden Zahl der Demonstranten gegen das Abschlachten der Bevölkerung von Darfur substrahieren. Fertig.

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19 Kommentare zu “Deutsche Friedensbewegung? Fürn Arsch.”

  1. Libero
    29.09.2006 | 11:15

    Ausnahmsweise stimme ich dir ungeschränkt zu. Eine Friedensbewegung ist das nicht. Gegen Saddam Hussein hat keiner demonstriert. Genauso wenig wie gegen die Exzesse der Islamisten protestiert wird.

    Das das Handeln von Bush nicht dazu beiträgt, ihre Zahl und Gefährlichkeit zu mininieren, steht auf einen anderen Blatt.

  2. 29.09.2006 | 11:18

    Das das Handeln von Bush nicht dazu beiträgt, ihre Zahl und Gefährlichkeit zu mininieren, steht auf einen anderen Blatt.

    Unbestritten.

  3. 29.09.2006 | 11:23

    Auf den ersten Blick wusste ich, dass das ein echter Boche sein musste. Mein Reader “liefert” zwar den Autor mit, was allerdings in diesem Fall völlig unnötig war. Wanders du eigentlich schon oder träumst du im Moment noch davon, dieses Land bald zu verlassen?

    Man kann an diesem deutschen Maintream ja eigentlich wirklich nur verzweifeln. Diese Ungerechtigkeit, diese Unschärfe, diese Ignoranz. Die Amerikaner mühen sich ab und diese undankbaren, vor allem linken Kräfte in Europa können nichts anders, als dazu bah pfui zu sagen.

    Mal sehen, wie es demnächst sein wird, wenn unser “Engagement” in Afghanistan ein paar mehr Opfer in den eigenen Reihen fordert. Dann spätestens werden die Reaktionen hierauf, dich deines Glaubens an diesen Staat und seine Bevölkerung dich vollends berauben. Oder bist du darüber schon hinaus? Vermutlich schon, nicht wahr?

  4. 29.09.2006 | 11:30

    Guten Morgen, apollon!
    Ich freu mich auf einen verständlichen Beitrag von dir, wenn du dann wach bist.

  5. 29.09.2006 | 11:36

    Es stimmt nicht, dass 2003 keiner von denen, die gegen den Irakkrieg demonstriert habe, auch gegen Saddam Hussein demonstriert hätte.
    Ich habe nämlich beides getan. (Meine Position zum Irak-Krieg: das richtige Ziel mit den falschen Mitteln und der falschen Begründung.)

  6. 29.09.2006 | 11:40

    @MartinM

    Dann wirst du eben auch substrahiert.

  7. 29.09.2006 | 11:59

    PS: bei der Dafur-Demo war ich auch dabei. Substrahiere mich trotzdem nicht doppelt. ;)

  8. 29.09.2006 | 12:01

    Was für mathematische Verwicklungen aus einem simplen Blog-Beitrag entstehen können…! ;-)

  9. 29.09.2006 | 14:46

    Das ist mal wieder ein ziemlich oberflächlicher Artikel.

    Hast Du gelesen, was Dein neuer Blogkollege beim vorletzen Karneval geschrieben hat?

    Liberale Stimme Online : Transatlantisches Missverständnis
    “Die meisten von denen, die dann mit einer Kerze in der Hand vor der Kirche stehen, wünschen sich einfach nur Frieden - und hoffen, dass die, die da Krieg führen, sie erhören werden. Naiv, aber es ist so.

    Das beantwortet natürlich allein noch nicht die Frage, warum es bei Demonstrationen gegen die Kriege der USA immer zu besonderen Menschenaufläufen kommt. Es handelt sich hier eigentlich eher um ein Kompliment für die USA. Selbst mein idealistischster Mitbürger macht sich keine großen Illusionen, welchen Einfluss eine Demonstration hierzulande auf die kongolesische Politik hat - nämlich überhaupt keinen.

    “Aber Amerika gehört zu uns, wir sind doch miteinander befreundet. Also hat es vielleicht einen Sinn, wenn wir zeigen, dass wir mit dem Krieg nicht einverstanden sind”, so denken diese Deutschen, die auch sonst vor allem deswegen so interessiert an amerikanischen Fragen von den Wahlen bis hin zur Todesstrafe sind, weil sie Amerika mögen. Sie schätzen vieles, was von dort gekommen und längst zum Teil unserer gemeinsamen Kultur geworden ist. Aber es gibt auch Dinge, die sie nicht mögen, und sie haben die Hoffnung, dass die USA und ihre Bürger vielleicht ein wenig zum Nachdenken kommen, wenn man sie darauf hinweist. In die Einsicht der nordkoreanischen Regierung hingegen vertraut auch hierzulande kaum einer.”
    Mehr hier.

    Boche, ich weiss, du wolltest provozieren, aber trotzdem ist Dein Vgl. reichlich dumm, denn “Demonstranten gegen das Abschlachten der Bevölkerung von Darfur” machen noch weniger Sinn als die gegen einen irak krieg 2003, weil die Machthaber in Sudan sich (noch) viel viel weniger um deutsche Demonstratnen kümmern als die amerikanischen Wähler.

    Statt “gegen das Abschlachten der Bevölkerung von Darfur” zu demonstrieren, würde es mehr Sinn machen gegen das nicht ausreichende Engagement der Bundesregierung in Sachen Darfur zu demonstrieren.

    “Abschlachten der Bevölkerung von Darfur” ist auch eine sehr simple Sichtweise eines komplizierten Konflikts.
    Wir haben z.B. hier mal in vielen Kommentaren diskutiert und auch in vielen Kommentaren hier, was man in Darfur machen könnten. Vielleicht möchtet Ihr Euch an der Suche nach einer praktikablen, realistischen und nachhaltigen Politik zur Linderung des Leids beteiligen statt einfach nur mal über “die
    antiamerikanisch verdummten und friedensheuchelnden Deutschen” zu lästern.

    P.S.: Ich finde es super, dass Karsten und Marian die “Bissigen Liberalen” verstaerkt haben. Daher ist dieses Blog auch wieder in der Blogroll der Atlantit Review.

  10. 29.09.2006 | 14:58

    @Joerg

    Hatten wir das nicht schon einmal?

    Was jeder einzelne Autor hier gerne machen möchte, ob eine tiefe Analyse verfassen oder einfach nur mal ablästern, das ist ganz alleine sein Ding. Ich finde, die Mischung macht’s, und deswegen wird man hier hoffentlich zukünftig auch weiter beides lesen können.

    Aber gut, der Verweis auf die weiterführende Diskussion bei euch ist natürlich berechtigt und sinnvoll. Was doch auch das Schöne an solchen provokativen Beiträgen ist, dass sie einen Einstieg ins Thema bieten.

    P.S.:

    Ich finde es super, dass Karsten und Marian die “Bissigen Liberalen” verstaerkt haben.

    Ich auch.

    Daher ist dieses Blog auch wieder in der Blogroll der Atlantit Review.

    Ich bin ergriffen vor Rührung.

  11. 29.09.2006 | 15:05

    @Joerg

    Das ist mal wieder ein ziemlich oberflächlicher Artikel.

    Polemik ist nunmal kurz und griffig statt ausführlich und tiefgründig.

    Ansonsten halte ich deine Erklärung, die Demonstrationen gegen die USA wären ein Kompliment an diese für wenig überzeugend.
    Weil der US-feindliche Tenor nicht zu überhören ist, wenn man mal den Menschen zuhört statt sich Wunschbilder zu bauen. Die Klischees vom dummen, fetten Amerikaner, der wahlweise blöd mit privaten Waffen rumballert gehören m.E. zum verbreiteten Denkmuster hierzulande. Nicht ohne Grund steht die Michael Moore-Propaganda in vielen Bücherregalen.

    Statt “gegen das Abschlachten der Bevölkerung von Darfur” zu demonstrieren, würde es mehr Sinn machen gegen das nicht ausreichende Engagement der Bundesregierung in Sachen Darfur zu demonstrieren.

    Und? Wo waren die Hunderttausenden?

  12. 29.09.2006 | 15:06

    Ein Erklärungsansatz ist das sicherlich, und es ist bestimmt viel Wahres dran. Allerdings wäre es hilfreich, wenn die Rhetorik der Friedensbewegung nicht zum großen Teil dagegen spräche. Während man nämlich offenbar der Meinung ist, einen gewissen Einfluß ausüben zu können, stellt man gleichzeitig gerne die USA als unverbesserlichen Bösewicht dar - und suggeriert damit das Gegenteil. Das betrifft sicher nicht alle, aber die betreffenden Stimmen sind sehr laut. Und wehe, die USA gehorchen nicht, wenn die deutsche Friedensbewegung pfeift.

  13. 29.09.2006 | 15:06

    Letzter Kommentar @Jörg.

  14. 29.09.2006 | 15:07

    PS: Die Diskussionseinladung muss ich leider ausschlagen. Mein Englisch reicht vielleicht gerade noch zum Lesen, zum Schreiben dann aber nicht mehr.

    PPS: Ich teile übrigens Raysons Ergriffenheit.

  15. Llarian
    29.09.2006 | 15:52

    Immer wieder erstaunlich wie die Freunde Amerikas ihre Freundschaft vor allem in der Unterstützung von Adolfinedschad, Chavez, der Hisbollah oder Hamas unter Beweis stellen. Gerhard Schröder hat ganz ähnlich in Goslar argumentiert. Man müsse den amerikanischen Freunden in den Rücken in den Arm fallen, da man ja befreundet sei. Wie glaubwürdig und gut das ankommt, kann man gerne in der amerikanischen Presse oder entsprechenden Umfragen nachschlagen. Da ist man offensichtlich von den freundschaftlichen Motiven der Deutschen noch nicht so überzeugt. Auch die in Deutschland so populären Bush/Hitler Vergleiche sind zweifelsfrei ein Zeichen tiefverbundener Freundschaft. Und das solche Friedensdemonstrationen oft von Leuten wie Lafontaine, Trittin, Roth & Gysi angeführt werden (die ja für ihre Freundschaft zu den Amis berühmt sind) ist natürlich ein weiterer klarer Beleg für die hehren Motive.
    Und wenn jemand wirklich so blöde naiv war und sich “einfach nur Frieden” gewünscht hat, wie kommt es dann, dass diese Naivität plötzlich nicht mehr da ist ? Riecht so ein bischen streng, dass diese “Naivität” nur dann beobachtet werden kann, wenn es gegen die Amis (ersatzweise auch Israel) geht …..
    Mal ganz ehrlich, wenn etwas schwimmt wie ein Fisch, riecht wie ein Fisch, aussieht wie ein Fisch, dann ist es meistens keine Giraffe.

  16. 29.09.2006 | 22:42

    @ David

    “Allerdings wäre es hilfreich, wenn die Rhetorik der Friedensbewegung…”

    Hilfreich wäre es m.E., selber eine Demo zu organisieren statt über das mangelnde Engagement anderer zu meckern.

    @ ALL

    Was genau sollte denn Eurer Meinung nach in Sachen Darfur getan werden?

    Nur mehr Spenden für World Food Program und NGOs, die aber nicht ungehindert arbeiten koennen wegen der Sicherheitslage in Darfur?
    Nur Sanktionen gegen Khartoum?
    Siemens-Aktien verkaufen, weil die in Sudan aktiv sind?
    No fly Zone durch NATO?
    Bomben auf Khartoum?
    Regime Change?
    Sollen mehrere tausend Bundeswehrsoldaten nach Darfur? Sollen sie versuchen die Janjaweed gegen den Willen der Regierung Sudans zu entwaffnen?
    Wieviele tote Soldaten verkraftet die deutsche Oeffentlichkeit bevor die Rufe laut werden, die Jungs (und Mädels) heim zu holen?

  17. 29.09.2006 | 23:57

    @Joerg

    “Hilfreich wäre es m.E., selber eine Demo zu organisieren statt über das mangelnde Engagement anderer zu meckern.”

    Meinetwegen. Aber kann ich auch was tun, um zu verstehen, welchen Bezug das zu meiner Aussage hat?

  18. 30.09.2006 | 0:22

    @ David

    ???

  19. 30.09.2006 | 0:29

    Die drei Fragezeichen?

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