Bastiat 1, Steingart 0

Gabor Steingart heute in der Diskussion mit Otto Graf Lambsdorff in der “Welt”:

Am Mittwoch vergangener Woche wurden Strafzölle gegen China und Vietnam verhängt, weil deren Schuhimporte billiger waren als die Herstellungskosten. In Italien, wo 17 Prozent der Industriebeschäftigten in der Textilbranche arbeiten, hat diese Schutzmassnahme(sic!) viele Arbeitsplätze gerettet.

Bastiat: “Ce qu’on voit et ce qu’on ne voit pas

Ansager: Toooooor durch Frédériiiiiiiiic…..
Stadion: BASTIAT!
Ansager: Neuer Spielstand… Bastiaaaaat….
Stadion: EINS!
Ansager: Steingart…..
Stadion: NULL!
Ansager: Danke!
Stadion: BITTE!

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28 Kommentare zu “Bastiat 1, Steingart 0”

  1. 10.10.2006 | 22:33

    Das, was man bei einer solchen StussSchutzmaßnahme nicht sofort sieht, die nicht-intendierten Nebeneffekte, eignen sich dummerweise nicht für reißerische Thesen wie Steingart sie ja liebt. Und im Moment habe ich auch meine Zweifel, ob es in Deutschland noch viele Schiedsrichter gibt, die das Tor für Bastiat überhaupt gesehen und gegeben hätten.

  2. 10.10.2006 | 22:34

    Deswegen brülle ich ja so laut ;-)

  3. 10.10.2006 | 22:59

    Für alle ohne Französichkenntnisse: eine deutsche Übersetzung.

  4. 10.10.2006 | 23:05

    Du bist im Begriff, meinen arroganten Auftritt kaputtzumachen, Dirk ;-)

  5. 10.10.2006 | 23:35

    ce qu’on comprend et ce qu’on ne comprend pas…

  6. der gute don
    10.10.2006 | 23:37

    Am Mittwoch vergangener Woche wurden Strafzölle gegen China und Vietnam verhängt, weil deren Schuhimporte billiger waren als die Herstellungskosten.

    Die Frage ist wohl nicht, ob wir Strafzölle auf chinesische Produkte erheben, sondern wie wir China dazu bringen Ihre aufzuheben.

  7. 10.10.2006 | 23:38

    Gibt es irgendwo Trikots des FC Bastiat? Ich würde mir sofort eins bestellen ;-)

  8. 11.10.2006 | 1:04

    Au ja, Merchandising-Produkte für den Bastiat-Fanclub! Klare Sprache, umwerfende Beispiele, treffende Analysen.

    Was für französische Schlachtgesänge lassen sich denn anstimmen? Gibt es demnächst eine Bastiat-Lesung im Stadion? Vielleicht bei GAZPROM… äh… “auf Schalke”?

  9. 11.10.2006 | 1:38

    Die Frage ist wohl nicht, ob wir Strafzölle auf chinesische Produkte erheben, sondern wie wir China dazu bringen Ihre aufzuheben.

    Es lebe der Merkantilimus ;-) Die Frage ist eher, wie die Chinesen ihre Regierung dazu bringen.

  10. 11.10.2006 | 1:45

    Was für französische Schlachtgesänge lassen sich denn anstimmen?

    Was die Sprache angeht, hätten wir da einen Experten im Blog, der aber leider nichts mit Fußball am Hut hat.

  11. Zodac
    11.10.2006 | 3:54

    Es wird Zeit, daß die Politiker endlich den Import kostenloser Sonnenenergie stoppen, zum Wohle unserer heimischen Energieproduzenten :-)

  12. 11.10.2006 | 7:26

    Wenn man sich so die Kohle-Lobby anhört, halte ich diese Forderung für gar nicht mal so weit hergeholt, Zodac. Gegen die Subventionierung der Solartechnologie haben die Steinkohle-Subventionsempfänger ja schon gewettert.

  13. 11.10.2006 | 9:18

    @MartinM:

    …womit sie ja ausnahmweise mal recht haben.

    @don:

    wie verhindere ich dass mein gegenüber sich ins knie schießt? indem ich mir selbst das gelenk demoliere?

  14. 11.10.2006 | 9:29

    …so viel Kaffee kann man gar nicht trinken, wie zur Beruhigung nach der Lektüre Steingarts dilettantischer Ergüsse trinken muß. Macht das weg…

  15. 11.10.2006 | 9:36

    @Rayson:
    Ich mag ja die Auftritte. Aber ohne Übersetzung verstehe ich sie nicht ;-)

  16. R.A.
    11.10.2006 | 9:53

    Das Interview ist ja insgesamt sehr interessant.
    Schon seine Artikel im Spiegel waren schlimm, aber im Zusammentreffen mit Lambsdorff sieht man erst richtig deutlich, was ein paranoider linker Dorfdepp dieser Steingart ist. Da ist wohl kein Satz von ihm, der nicht heilloser Unsinn wäre.

  17. R.A.
    11.10.2006 | 9:56

    > weil deren
    > Schuhimporte
    > billiger waren als
    > die
    > Herstellungskosten.
    Das ist auch so ein Highlight.
    Welche Herstellungskosten sind da wohl gemeint? Die in Italien? Dann wäre es wohl trivial, daß die Vietnamesen billiger produzieren können.

    Oder behauptet Steingart allen Ernstes, er würde die Herstellungskosten in Vietnam kennen und die Vietnamesen würden bei jedem Paar Schuhe Geld drauflegen, nur um uns etwas verkaufen zu können?

    Der Mann ist doch einfach bekloppt.

  18. googlehupf
    11.10.2006 | 10:35

    Ich glaube “ökonomischer Pazifist” ist einer der seltsamsten Angriffe (?) den ich je gehört habe.

  19. 11.10.2006 | 10:40

    @ SteffenH: ja, aber nur, wenn die Kohleleute von nun an freiwillig auf alle Subventionen verzichten.

  20. Libero
    11.10.2006 | 16:10

    Da ist wohl kein Satz von ihm, der nicht heilloser Unsinn wäre. Wie zum Beispiel dieser:

    Lambsdorff: Der Schutz geistigen Eigentums wird auf der chinesischen Agenda zukünftig ganz oben stehen, da die Chinesen schon bald eigene Ideen schützen wollen

    schon bald?? Wie meinen? Ach Gottchen,Alterchen, aus welchem Mustopf kommst du den gekrochen. Das machen die seit vielen Jahren. Wir erkennen chinesischen geistiges Eigentum an, Chinesen aber nicht unseres. Otto, das ist auch eine Mentalitätsfrage. Asiaten betrachten das Kopieren als höchste Form der Anerkennnung.

    Richtig ist, daß Liberale deswegen den Schutz des geistigen Eigentums gering achten, weil sie selten über schützenswertes geistiges Eigentum verfügen.

  21. 11.10.2006 | 20:09

    Ach Libero, wenn “die Chinesen” fremdes geistiges Eigentum nicht respektieren, dann bestimmt nicht deshalb, weil die “rätselhaften Asiaten” Kopieren als höchste Form der Anerkennung betrachten! Dasselbe hat man bis weit ins 20. Jahrhundert lang den Japanern nachgesagt, weil sie systematisch europäische und amerikanische Technik und Organisationsformen abkupferten - damit war aber in dem Moment Schluß, als Japan zur entwickelten Industrienation aufgestiegen war und selbst wertvolles geistiges Eigentum produzierte. Dasselbe passierte einige Jahrzehnte später in Südkorea und auf Taiwan (wobei bestimmt kein grundliegender Mentalitätsunterschied zwischen Festlandschinesen und Taiwaner besteht). In dieser Beziehung spricht alle Erfahrung für Lambsdorf.

  22. Libero
    12.10.2006 | 8:14

    Ach tatsächlich MartinM.

    was du nicht sagst. Du hast sicherlich auch mit Chinesen studiert, die jetzt in Deutschland arbeiten?

    Das sich das bei den High-Tech-Unternehmen ändern wird, ist klar, aber seit wann sind alle Unternehmen High Tech? China ist groß und so massiv, wie die Chinesen kopieren, haben die Japaner nie kopiert. Die Möglichkeiten der Produkt-Piraterie sind auch größer als vor 20 Jahren. Es gibt genug Warenströme, wo ich unauffällig Piratenprodukte unterbringen kann und dann in den regulären Warenstrom einschleuse. Warum hat sich Liebherr aus dem chinesischen Markt zurückgezogen?

    Ein weiterer Unterschied, den Lambsdorf nicht berücksichtigt, ist, das zur Zeit des Aufkommens der Japaner nur wenige produktionsanlagen in Japan errichtet wurden. In China ist das deutlich anders.

    Abgesehen davon hat Steingart mit den Standards recht, aber das nur nebenbei.

    Leseempfehlung
    “Der wilde Osten” - in zweiter Auflage
    http://www.localglobal.de/sixcms/detail.php?id=693288&template_id=3724
    Die Textprobe ist interessant

    Deutsche Liberale sind auch immer chancenreiche Kandidaten der Burton & Rupert Awards, aber bisher gab es immer einen, der noch besser war.

  23. 12.10.2006 | 9:01

    Libero, es geht nur Eines von Beiden: entweder z. B. über Chinas Entwicklung diskutieren - oder hier ´rumpöbeln. Weil Du offensichtlich nicht aufs Pöbeln verzichten willst, ist diese an sich interessante Diskussion leider beendet. Tschüß!

  24. der gute don
    12.10.2006 | 9:49

    @rayson
    Die Frage ist eher, wie die Chinesen ihre Regierung dazu bringen.

    warum und wie sollten Sie? sie kennen ja auf lange Zeit die Konkurenz nicht und bedauerlichweise fehlen vielen Menschen die Zusammenhänge und das Wissen darum, warum die Produkte bei Ihnen gar nicht verfügbar oder bestenfalls verfügbar aber unbezahlbar sind. wir reden ja hiernicht ausschließlich von Luxusgütern, sondern von den legendären Öllampen.

    @SteffenH
    wie verhindere ich dass mein gegenüber sich ins knie schießt? indem ich mir selbst das gelenk demoliere?

    Na der Vergleich hinkt ja wie ein Tausendfüßler auf 999 Beinen. Im
    Gegensatz dazu daß ich keinen Vorteil habe, wenn sich mein Gegenüber nicht “ins knie schießt” habe ich erheblich Vorteile davon, wenn ich keine Strafzölle zahle und einen weiteren Absatzmarkt gewinne.

    @Libero,
    Asiaten betrachten das Kopieren als höchste Form der Anerkennnun [...] Richtig ist, daß Liberale deswegen den Schutz des geistigen Eigentums gering achten, weil sie selten über schützenswertes geistiges Eigentum verfügen.

    das ist einfach nur dämlich.

  25. 17.10.2006 | 20:02

    Der SPIEGEL (42/2006) spekuliert gerade, Angela Merkel könne den EU-Gipfel im Frühjahr 2007 dazu nutzen, für einen europäisch-nordamerikanischen Abschottungsblock gegen die böse, böse fernöstliche Konkurrenz zu plädieren. Zitat:

    „Womöglich nutzt Merkel die dann fällige Grundsatzrede für ein erstes öffentliches Werben um die transatlantische Freihandelszone. Deren Gegner versuchen, das Zusammenrücken Europas mit den USA als Akt des Protektionismus zu brandmarken. Mit demselben Argument hatte die FDP seinerzeit die Gründung Europas abgelehnt. Adenauer setzte die Römischen Verträge auch im eigenen Kabinett mit einem sogenannten Integrationsbefehl (Ludwig Erhard) durch.“

    Diese putzigen Sätze offenbaren zunächst das völlige Unverständnis der Autoren (allem voran Gabor Steingart) von der Idee des Freihandels, wie ihn etwa Frederic Bastiat überzeugend vertreten hat, sowie ein erschreckendes Maß an Unkenntnis über das protektionistische Wesen der EU. Dieses Ausmaß an Ignoranz wird dem geneigten Leser dann noch dummdreist als höhere Einsicht in realpolitische Notwendigkeiten verkauft.

    Sie zeigen aber auch noch etwas anderes: Die tonangebenden Meinungslager dieser Republik waren seit eh und je so unempfänglich gegenüber wohlbegründeten Einwänden zu falschen historischen Weichenstellungen und auch im Nachhinein durch keine noch so massive Tatsachenfülle zum Fehlereingeständnis oder gar zur Korrektur bereit, wie sie es heute noch sind. Ungestümere Naturen als der Betreiber dieses Blogs könnten daher durchaus auf den Gedanken kommen, weitreichendere Schlußfolgerungen zu ziehen und beispielsweise zu fragen, ob die von Semi-Libertären wie etwa von dem von mir sehr geschätzten Achim Hecht immer noch aufrecht erhaltene Ansicht, die BRD sei reformierbar, nicht lediglich eine morbide Form von “wishful thinking“ darstellt, die zudem keiner empirischen Überprüfung standhält. Daß immer mehr Menschen an der Reformfähigkeit dieser Republik grundsätzliche Zweifel hegen, das zeigen nicht zuletzt auch jene exorbitant hohen Auswanderungszahlen, ein Exodus, wie wir ihn zuletzt am Ende der 30er Jahre hatten.

    http://dominikhennig.blogspot.com

  26. admin
    18.10.2006 | 9:12

    @Dominik

    Bitte mach den Admins dieses Blogs nicht dadurch zusätzliche Arbeit, in dem du identische Kommentare mehrfach in verschiedenen Beiträgen schreibst. Es wird nämlich nur einer stehengelassen.
    Danke!

  27. 29.10.2006 | 15:56

    Hallo!

    Ich möchte Euch auf unseren “Anti-Steingart” verweisen. Brandaktuell und ein flammendes Pläydoyer gegen die Kriegstreiberei von Steingart. Als Sahnehäubchen werden Steingarts protektionistische Thesen noch detailliert auseinandergenommen.

    lg
    Gregor

  28. 29.10.2006 | 19:30

    [...] Gerne greife ich Gregors Hinweis auf den “Anti-Steingart” bei liberty.li auf. [...]

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