16. Oktober 2006
Kreuze und Kopftücher
Wie SPON berichtet, haben CSU-Politiker zu einem Boykott von British Airways aufgerufen. Die Fluggesellschaft verbietet ihren Mitarbeitern, Kreuze sichtbar zu tragen, obwohl Kopftücher erlaubt sind.
Die Fluglinie hat inzwischen Berichte zurückgewiesen, wonach es eine Richtlinie geben soll, die das Tragen von religiösen Symbolen verbietet. Vielmehr gebe es schon seit Jahren eine Uniformrichtlinie, die das Tragen von Schmuckstücken über der Uniform untersage, teilte eine Sprecherin mit. Darunter fielen eben auch Ketten mit christlichen Kreuzen: Diese dürften nicht über der Uniform getragen werden. Für religiöse Symbole wie das Kopftuch, die nicht verborgen getragen werden könnten, gebe es aber kein Verbot.
[CSU-Politiker] Singhammer sagte SPIEGEL ONLINE, die Stellungnahme von British Airways sei eine “interessante Position mit bizzarem Charakter”: “Das Kreuz ist kein Schmuckstück, sondern Ausdruck einer religiösen Überzeugung wie das Kopftuch.”
Da irrt Herr Singhammer. Kreuz und Kopftuch sind nicht gleichzusetzen. Es gibt keine Vorschrift, die Christen das Tragen von Kreuzen in welcher Form auch immer vorschreibt. Und konsequenterweise dürften Christen unter den Trägern von Kreuz-Schmuckstücken tatsächlich in der Minderheit sein.
Die unterschiedliche Behandlung durch British Airways ist also völlig korrekt. Interessant sind nur die Prioritäten.
Verfasst von Rayson um 22:21 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)