Herr Wolff deutet den Koran

Die FDP hat hochwertiges Fachpersonal in den eigenen Reihen. Da gibt es den Wolff, Hartfrid. Der ist Innenexperte seiner Partei und - Koranausleger.

Herr Wolff weist nämlich die Kritik von islamischer Seite zurück, die auf einen Aufruf zum Kopftuchverzicht erfolgten. Er pariert sie mit offensichtlich sicherem Wissen, was im Islam anerkannte Meinung zum Thema Frauenkopftuch ist.
Wer ihm nicht glaubt, wird mit einer Beweisführung überwältigt, in der Regelungen einer halben Militärdikatur als Argument herangezogen werden.

Ob diese argumentatorische Intelligenz die Moslems beeindruckt?

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5 Kommentare zu “Herr Wolff deutet den Koran”

  1. 18.10.2006 | 16:17

    Es mag stimmen, dass Hartfrid (nicht “ie”?) Wolff keine letztendlich gültige Autorität auf dem Gebiet der Koranauslegung ist.

    Was aber auch stimmt: Der alte Spruch “Zwei Anwälte, drei Meinungen” ist auch auf die Auslegung des Korans (und der Bibel übrigens genauso) anzuwenden.

    Ich denke, man findet unter den Korangelehrten sowohl solche, die ein absolutes Verhüllungsgebot aus dem Koran herauslesen wie auch solche, die eine ebensolche Pflicht in der heiligen Schrift der Moslems nicht zu erkennen vermögen.

    Die heiligen Bücher der mosaischen Glaubenfamilie (Christentum, Judaismus, Islam) “kranken” etwas daran, dass sie nicht aus einer Feder stammen, sondern eher eine Textsammlung mit religiösem Bezug sind - Strenggläubige aller eben genannten Religionen mögen mir verzeihen, dass ich diese Schriften nicht als wortwörtliche Transkription des Willen Gottes ansehe.

    Und da an diesen Werken so viele Menschen mitgewirkt haben, zu verschiedenen Zeiten, in unterschiedlichen Gesellschaften, widersprechen sich Bibel, Koran und Tora häufig selbst. Was in einem Teil erlaubt ist, wird an anderer Stelle widerrufen und an einer dritten Stelle wiederum zu Pflicht gemacht (das war jetzt eine verschärfte Darstellung).

    Wenn Herr Wolff also die Meinung vertritt, es gebe keinen Zwang, als gläubige moslemische Frau einen Schleier zu tragen, dann hat er damit Recht - genauso wie diejenigen, die eine solche Pflicht bejahen. Es kommt eben immer darauf an, wen man fragt - am besten natürlich jemanden, der sich mit so etwas auskennt :-D .

  2. 18.10.2006 | 16:25

    Mein Spott wäre unterblieben, wenn ich nicht vermuten würde, dass Herrn Wolffs Wissen keines bzw. keines aus eigener Erkenntnis ist.

    Denn natürlich gibt es wohl vielfältige Auslegungen der islamischen Regeln.
    Einen FDP-Innenexperten würde ich als zitationsfähige Quelle allerdings eher nicht erwarten. ;-)

  3. 18.10.2006 | 17:05

    [...] Heute nun lese ich bei den Bissigen Liberalen einen Beitrag von Boche: [...]

  4. R.A.
    18.10.2006 | 17:47

    @Boche:
    Ich verstehe überhaupt nicht, worauf Du hinaus willst.
    An keiner Stelle sagt Wolff etwas über den Koran.
    Er weist nur (m. E. völlig zu Recht) darauf hin, daß die Praxis zeigt, daß auch weniger strenge Islam-Auslegungen existieren und damit einen Kopftuchzwang abzulehnen für Muslime völlig ok ist.

    Ich kann seinem ganzen Beitrag eigentlich nur zustimmen, insbesondere seiner Unterstützung für die Frauen und seine Ablehnung der Islamisten.

  5. 18.10.2006 | 19:47

    @R.A.

    Die Ablehnung islamistischer Ideologie ist ja auch meiner Unterstützung sicher.
    Mir stieß nur auf, dass Wolff sich anmaßte zu urteilen, dass das Nichttragen eines Kopftuches keine Abkehr von muslimischer Identität sei. Entschuldigung, aber das kann er nicht beurteilen und das sollte auch nicht seine Angelegenheit sein. Selbst, wenn der Islam eine Selbstdiskriminierung der Frauen verlangen würde, müsste ein Wolff dagegen sein. Weil er bessere Gründe haben sollte. Und nur die sollte er dann auch vorbringen.

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