Huber und der Wettbewerb

Herr Huber ist ein Marktwirtschaftler.
Er ist für mehr Wettbewerb.
Weil der, so Herr Huber, die Preise senkt.
Wettbewerb ist, laut Herrn Huber, wenn möglichst viele Käufer möglichst oft den Verkäufer wechseln. Wenn sie sich so verhalten, wie Herr Huber das für richtig hält: nämlich preisbewusst.

Ergo schadet man als Käufer dem Wettbewerb, wenn man seinen Anbieter nicht nur nach dem Preis beurteilt. Oder wenn einem ein paar Euro Unterschied egal sind. Herr Huber sollte diese Nachlässigkeit verbieten. Schließlich ist Herr Huber Politiker und kann, was sich viele kleine, deutsche Bürger wünschten zu können: er kann Dinge verbieten.

Aber Herr Huber möchte nett rüberkommen. Deshalb verbietet er lieber dem Verkäufer etwas (dem Käufer damit auch, aber das sieht man nicht, ohne nachzudenken). Das kommt bei den Deutschen besser an. Das geht gegen die Kapitalisten. Das ist gut für des Herrn Hubers Image.
Gleichzeitig will Herr Huber auch bei den Liberalen punkten. Weil er ja den Wettbewerb stärken möchte. Was, so Herr Huber, dadurch erreicht wird, dass der Staat vorschreibt, welche Verträge Käufer und Verkäufer miteinander abschließen dürfen.

Herr Huber weiß eigentlich nicht, wovon er spricht. Aber er ist überzeugt davon.
Oder Herr Huber weiß, wovon er spricht, benutzt aber aus Dumm- oder Verschlagenheit falsche, verschleiernde Begriffe.
Herr Huber ist Politiker.

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