Mottenkiste

Natürlich, die Konzentration von “Unterschichten” im Osten Deutschlands hat rein überhaupt nichts mit den 40 Jahren Sozialismus zu tun, die da vorher herrschten. Reiner Zufall, das. Und wer das Gegenteil behauptet, macht sich lächerlich. Jedenfalls in den Augen von FTD-”Journalisten”:

Unions-Sozialexperte Ralf Brauksiepe griff tief in die Mottenkiste, als er die Armutsprobleme von der SED-Herrschaft ableitete.

Unter Erich war nicht alles schlecht…

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6 Kommentare zu “Mottenkiste”

  1. 19.10.2006 | 21:27

    Schade. Ansonsten sind es eher die Journalisten, die die unbequemen Wahrheiten aussprechen und die Politiker, die reflexartig behaupten Armut oder gar Rechtsextremismus hätte nichts mit der DDR zu tun.

    Nun ist es mal umgekehrt und die Journalisten reagieren mit demselben pawlowschen Muster, das man von politischen Talkshows kennt. Das Problem ist, jeder kennt zu jedem Argument den - wenn auch nicht richtigen, so doch populären Einwand. Und keiner ist sich zu schaden diesen billigen Punkt auch zu machen. Reflexhaft. Voraussehbar.

    So was lässt mich dann doch an der Freiheit ders Einzelnen zweifeln.

  2. 20.10.2006 | 2:57

    Nicht 40, fast 60

  3. der gute don
    20.10.2006 | 10:08

    Man sollte dem Herren die Gegenfrage stellen, worin die Gründe liegen …

  4. Llarian
    20.10.2006 | 11:11

    Na, da würde schlicht ne Menge Bla kommen über Bürokratie, über den bösen Westen, der den Osten ausblutet und noch derlei Dinge mehr. Der Sozialismus ist grundsätzlich an nix schuld. Vermutlich würde eher noch die Schuld bei den Russen gesucht, die nach dem Krieg soviele Maschinen weggeschafft haben, als irgendetwas dem doch so gut gemeinten Arbeiter- und Bauernregime anzulasten.

  5. 20.10.2006 | 12:01

    @Llarian: Dann kommt man aber in die argumentative Teufelsküche - denn wie sollte man denn erklären, dass im Osten der Abtransport der Maschinen durch die Russen das Land in den Ruin trieb, während genau die gleiche Vorgehensweise der Westalliierten in der Trizone dazu führte, dass sich Westdeutschland quasi am eigenen Schopf aus dem Sumpf zog (weil neue Maschinen benötigt wurden, hatten die Hersteller solcher Maschinen viel zu tun etc.pp.)?

    Irgendwann müsste auch den letzten Realsozialisten klar werden, dass der Osten Deutschland in erster Linie unter einem falschen Gesellschaftsmodell litt - und immer noch leidet, wenn ich mir mal die Parteienlandschaft deutschen Osten angucke …

  6. Llarian
    20.10.2006 | 13:14

    @Martin:
    Ich will hier (ausnahmsweise) nicht den advocatus diaboli spielen, aber solchen Leuten fallen die irresten Begründungen ein. Da wird dann argumentiert, die Amis hätten ja auch wie irre in Westdeutschland investiert, während der arme Osten vollkommen allein gelassen wurde, Oder die ganze Intelligenz hat auf der Flucht vor den Russen die Grenze Richtung Westen überschritten. Oder die DDR sei systematisch sabotiert worden. Etc. Etc. Etc. Wer partout an die Gutartigkeit des Sozialismus glauben will, der glaubt jede noch so dumme Begründung und hangelt sich sofort, sollte diese widerlegt werden, zur nächsten.
    Und selbst wenn es einem gelingt noch den letzten Ausflucht zu beseitigen, wird man zum Schluss nur zu dem “Argument” stossen: Dann muss man das eben anders machen. Der Sozialismus ist richtig, nur eben falsch umgesetzt.

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