Deutsche Stämme

Vielleicht reagiere ich als jemand, der mittlerweile sechs Bundesländer in seiner Liste der Wohnorte aufzählen kann, besonders sensibel. Vielleicht bin ich auch nur ein unverbesserlicher Besserwisser. Vielleicht will ich es auch einfach nicht wahrhaben, dass die SPON-Teaser von Schüler-Praktikanten geschrieben werden. Aber es nervt mich doch, wenn ich sowas lese:

2. FUSSBALL-BUNDESLIGA
Kein Sieger im Aufsteiger-Duell

Punkteteilung im Duell der Aufsteiger: In der 2. Fußball-Bundesliga trennten sich TuS Koblenz und der FC Augsburg 1:1 (0:1). Die Koblenzer bleiben damit im gesicherten Mittelfeld, die Bayern setzten sich mit dem Punktgewinn etwas weiter von den Abstiegsrängen ab.

Ok, Augsburg gehört zum Bundesland “Bayern”. Aber nur, weil sie in der offiziellen Landesbezeichnung nicht erwähnt werden, sind die Franken und Schwaben nicht plötzlich zu Bayern geworden. Augsburger sind Schwaben. Hoast mi?

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34 Kommentare zu “Deutsche Stämme”

  1. 23.10.2006 | 23:48

    Könnte doch eine Strophe eines deutschen Volksliedes sein:

    “Hör her, Kind Deutschlands,
    Damit du’s nie vergißt:
    Heimat ist
    Wo du gemeldet bist.”

    Ich bin somit Baden-Württemberger, wie Du. Und wie grotesk das auch klingen mag. Und obwohl ich aus dem Oberhessischen komme.

  2. 23.10.2006 | 23:54

    Näää…

    Ich fühle mich durch und durch als Niedersachse (mit einer besonderen Ader für Berlin). Aber ich wohne in Baden. In Baden-Württemberg wähle ich höchstens…

  3. 23.10.2006 | 23:58

    Ich seh’s ja auch so…

  4. 23.10.2006 | 23:59

    Und wo ich jetzt weiß, daß Du Niedersachse bist, verstehe ich auch Deine Sympathie (oder Fanclubmitgliedschaft oder so) für Schröder gleich viel besser. ;-)

  5. 24.10.2006 | 0:01

    Aber wo wir schon so über “Stämme” (in Wirklichkeit geht es ja um ortsbezogene Sozialisation) philosophieren: Ich schätze, dass mancher Konflikt, den ich z.B. heftig mit jo@chim vom A’Team ausfechte, sehr von diesen landsmannschaftlichen Eigenarten bestimmt ist. Im Vergleich zum Norden herrscht im Süden Deutschlands eine Art verbaler Inflation: Man redet mehr, aber dafür ist die Bedeutung jedes Worts etwas geringer.

  6. 24.10.2006 | 0:01

    Schröder ist kein Niedersachse, sondern Ostwestfale.

  7. 24.10.2006 | 0:13

    “Schröder ist kein Niedersachse, sondern Ostwestfale.” Ups, mein Fehler. Versteh’ ich’s halt wieder nicht. ;-)

    Aber wie man jetzt gesehen hat, kenne ich mich im Norden nicht besonders gut aus (und auch nicht in Schröders Biographie, für die ich an dieser nebenbei mit Nachdruck werben möchte, damit hier endlich ordentlich Gelder fließen) - deshalb kann ich zur verbalen Inflation auch nicht viel sagen. Mir fehlt der Vergleich.

  8. 24.10.2006 | 0:13

    dieser Stelle

  9. 24.10.2006 | 0:21

    Schröder besuchte von 1951 bis 1958 die Volksschule und machte anschließend bis 1961 eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann in einem Eisenwarengeschäft in Lemgo

    .

    Er holte zwischen 1962 und 1964 in der Abendschule (Siegerlandkolleg in Siegen) die mittlere Reife nach. Das Abitur machte er in den Jahren 1964 bis 1966 an einem Kolleg des zweiten Bildungswegs in Bielefeld.

    (Quelle: Wikipedia)

    David, ich kann dir den Norden nur ans Herz legen. Mach einfach mal Urlaub an der Küste.

  10. JC
    24.10.2006 | 0:38

    Das Fußballzentralorgan Kicker kommt Deinen landsmannschaftlichen Ansprüchen da wohl näher

    “Die beiden Aufsteiger TuS Koblenz und FC Augsburg lieferten sich am Montagabend einen spannenden Fight, der letzten Endes nicht unverdient mit einem 1:1-Unentschieden endete, wenn auch die Gastgeber am Ende dem Sieg einen Schritt näher waren als die bayrischen Schwaben.”

    Urlaub an der Küste kann ich übrigens auch nur wärmstens empfehlen. Wenn man dort nicht ohnehin schon lebt :).

  11. 24.10.2006 | 0:50

    @JC

    Der Kicker ist hochwertiger als SPON. Danke dafür.

  12. okeanos
    24.10.2006 | 1:19

    Schröder ist kein Niedersachse, sondern Ostwestfale.

    *grummel, grummel*
    Der Mann ist Lipper. Wär ja auch zu schön, wenn der von meinem Stamm kommt.

  13. 24.10.2006 | 2:12

    @okeanos&Rayson:
    Eben.

  14. FG
    24.10.2006 | 8:44

    LIPPE!! Der Mann ist LIPPERLÄNDER!! Er ist niemalsnimmernich Westfale!!! Himmelherrgott, und dann bilden sich diese Norditaliener immer etwas auf ihre tolle Bildung ein… Lippe, das ist das Blümchen unten im NRW-Wappen.

    F., fränkisch-berlinerisch-hessisch-bayrischer Westfale

  15. der gute don
    24.10.2006 | 9:14

    Im Vergleich zum Norden herrscht im Süden Deutschlands eine Art verbaler Inflation: Man redet mehr, aber dafür ist die Bedeutung jedes Worts etwas geringer.

    *hüstel* Dr. Watson, Du lebst im Nordposten Süddeutschlands, ich bitte diese Stadt nicht repräsentativ für den Süden zu verunglimpfen. Den Muschelschubsern im Norden Deutschlands bleibt natürlich auch weiterhin nur politische Inflation vorzuwerfen ;-)

  16. 24.10.2006 | 9:27

    Was man meinen kann, wenn man “Heimat” sagt ……

    Foto: Heino Strunk Manchmal rieche ich ganz plötzlich, wie aus dem Nichts, Grünkohl und deftige Erbensensuppe, spüre feuchte Luft und fühl mich ganz, ganz tief im Innern einfach nur Zuhause. Habe dieses wohlige Gefühl im Magen, das man hat,……

  17. R.A.
    24.10.2006 | 10:42

    Wir reden doch hier von “Stämmen” und nicht von Bundesländern.
    Und damit ist Schröder eben als Ostwestfale durchaus (Nieder-)Sachse.

    Die zwischenzeitliche Existenz des Duodez-Fürstentums Lippe interessiert dabei nicht.

  18. 24.10.2006 | 12:59

    Danke an alle für diesen Exkurs in Völkerkunde :-)

    Übrigens, guter don, zu einem meiner sechs Wohnorte zählte auch mal München, und ein paar Verwandte aus dem Süden habe ich auch….

  19. 24.10.2006 | 13:23

    Man redet mehr, aber dafür ist die Bedeutung jedes Worts etwas geringer

    “Waffeln” sagt man dazu auf Fränkisch. Vor allem die Bewohner der fränkischen Kleinstadt Fürth (”Lieber Fünfter als Fürther”) neigen dazu. Kann aber auf mich nicht zutreffen, da ich 1,5km von Fürth entfernt geboren bin ;-)
    Im Fall meiner oft sehr bissigen Religionskritik, auf die Du anpielst, trifft eher das Konzept des “Patzig-Werdens” (das kein originär Fränkisches ist) nach allergischer Überreaktion Deinerseits zu, lieber Ray …

    :P

  20. 24.10.2006 | 13:33

    Schon dass du nicht merkst, wenn du den Boden “bissiger Kritik” bereits verlässt und einfach nur diffamierst, bestätigt meine Worte, lieber Achim… ;-)

  21. 24.10.2006 | 13:55

    Diffamierung … ein starkes Wort, das Du hier - völlig unangebracht! - verwendest …

  22. 24.10.2006 | 14:09

    Wir brauchen das hier nicht neu aufzurollen. Aus meiner Sicht tust du das eben manchmal. Da Kommunikation erst mit einem Sender und einem Empfänger entsteht, ist es auch ziemlich witzlos, wenn die eine Seite den Eindruck der anderen zu widerlegen versucht.

  23. Zodac
    24.10.2006 | 14:11

    Es gibt nix schöneres als bayrischer Schwabe zu sein :-)

  24. 24.10.2006 | 15:20

    Danke für die Klarstellung, dass es sich hier lediglich um eine subjektive Befindlichkeit (”Eindruck”) Deinerseits handelte, Ray - dann sind wir uns ja einig ;-)
    Im Ernst: gerade das Beispiel an dem wir uns hier auf’s Neue kabbeln zeigt, dass das Hall’sche Sender-Empfänger Modell der Kommunikation so stark vereinfacht, dass es nicht geeignet ist, menschliche Interaktionsprozesse auch nur im Ansatz zu beschreiben.
    Bis zu einer rationalen Sach-Diskussion sind wir (v.a. wegen Kommunikationshindernissen auf der emotionalen Ebene) noch nicht einmal im Ansatz vorgedrungen.

  25. 24.10.2006 | 15:51

    Joachim: Wenn es da wirklich um Religion gehen sollte, bin ich auf die “rationale” Diskussion sehr gespannt. Bisher dachte ich, dass man Dinge wie den christlichen Glauben gerade nicht rational erklären oder diskutieren kann.

    ;-)

  26. 24.10.2006 | 16:02

    Achim, die Anlässe unseres Streits sahen nun wirklich nie so aus, als hätte jemand da eine Sachdiskussion überhaupt angestrebt. Meinem Eindruck nach.

  27. 24.10.2006 | 16:14

    Man kann aber sehr wohl z.B. Kirchengeschichte bzw. die Entstehungsgeschichte von Religion(en) kritisch und/oder polemisch hinterfragen imo. Es ist traurig, dass Ray dies offensichtlich als persönliche Attacke wertet. Was soll ich mehr, als zu versichern, dass es so nicht gemeint ist? Mit der “Schere im Kopf” werde ich jedenfalls keineswegs operieren.
    Ich denke, das Problem ist, dass hier - wie nicht selten - unzulässigerweise Gläubigkeit (die ich wie andere Lebensentwürfe, die mir nicht schaden auch, achte) und organisierte Religion (die ich, insbesondere wenn sie als missionierender Kult wie Christentum oder Islam daherkommt, kritisiere) vermischt werden.
    Aber das alles ist jetzt wohl in der Tat ziemlich OT in einem Thread, in dem’s mal um deutsches Stammeswesen ging …

  28. 24.10.2006 | 16:19

    Ray, ich sehe keine Anlass für “Streit” zwischen uns beiden (”do ghörn immer zwaa dazu”) … eher den Bedarf, Missverständnisse zu klären.
    Aber das müssen wir wirklich nicht hier und öffentlich tun.

  29. 24.10.2006 | 16:28

    @jo@chim & Ray

    Für Klärungsgespräche biete ich hiermit agnostisch-neutralen Boden an meinem Wohnzimmertisch an.
    Für verständnisfördernden Rotwein wäre gesorgt. ;-)

  30. 24.10.2006 | 16:43

    Wenn ich mich wieder einmal so weit von meinem Karpfenweiher weg bewege: Gerne, lieber Boche!

  31. 24.10.2006 | 16:43

    Ja, hier gibts natürlich nur Hering. ;-)

  32. 24.10.2006 | 17:03

    Achim, wenn du bei dem bleiben würdest, was du oben skizzierst, gäbe es von mir keinen derart heftigen Widerspruch. Aber das ist meiner Ansicht nach nicht immer der Fall. Die Vermischung, die du mir vorwirfst, meine ich eher bei dir erkennen zu können. Du siehst, die Missverständnisse sind da groß… Aber wahrscheinlich können wir das eh nur bei Boche klären :-)

  33. 24.10.2006 | 17:04

    Eben. Und wenn ihr laut werdet, haue ich euch die Heringe um die Ohren.

  34. 24.10.2006 | 17:18

    Boche als Verleihnix, das muss ich sehen.

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