Sophie Scholl würde heute gegen Israel kämpfen

Der Deutschlandfunk hat eine Sparte “Kultur”. Und unter “Kultur” scheint man dort das Absondern antisemitischer Klischees in Form eines Interviews zu verstehen.

Frage des Moderators:

“Wer in Deutschland Israels Politik verurteilt, der wird schnell zu hören bekommen, die Deutschen haben dazu aufgrund ihrer Vergangenheit nicht das Recht. Kritik an Israel ist immer gleich auch Kritik am Judentum. Wie sollte man damit umgehen, mit diesem Fall?”

Das Prinzip ist so einfach wie abgedroschen: Behaupte, du dürftest Israel nicht kritisieren, wegen der Gefahr, Antisemit genannt zu werden.
Du implizierst automatisch eine israelisch-jüdische Beeinflussung der Öffentlichkeit. Du machst dich zum Opfer finsterer Mächte, die dir deine Meinung verbieten möchten und dies auch können.
Im Fazit bestätigst du die Grundthese der Antisemiten, zu denen du abgeblich nicht gehören möchtest.

Das ergibt natürlich eine prima Vorlage, wenn man einen gleichgesinnten Antisemiten interviewt.
Und der reagiert auch prompt damit, den Widerstand gegen die Nazi-Diktatur und Fälle von Kriegsdienstverweigerung in Israel auf eine Stufe zu stellen. Oder die armen, von Israel und seinem Vasallen USA unterdrückten Moslems als “heutige Juden” zu bezeichnen.

Was soll man sagen? Das ist schlicht und einfach antisemitischer Dreck.
Verbreitet vom staatlichen, zwangsfinanzierten Rundfunk.

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1 Kommentar zu “Sophie Scholl würde heute gegen Israel kämpfen”

  1. 23.10.2006 | 15:54

    Ich habe das Interview auch gehört, und er erschien mit typisch. Den vorsichtigen Einwand des Moderators, ob er nicht auch Beifall von der falsche Seite bekäme, wischte er den Sinne nach mit “Augen zu und durch” vom Tisch.
    Natürlich “darf” man “als Deutscher” israelische Politik kritisieren, ich tu´s ja auch (ohne das mich jemand jemals deswegen “Antisemit” genannt hätte - ist auch anderen Kritiker israelischer Politik nicht passiert - solange sie auch wirklich bei der Kritik an der israelischen Politik blieben. Wenn man verbal das Existensrecht Israels anzweifelt, sieht der Fall aber ganz anders aus.)
    Was “man” “als Deutscher” aber besser sein lassen sollte, ist seine antisemitische antizionistische Ideologie hinter dem Vorwand “ich kritisiere doch nur die israelische Politik” zu verstecken.

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