23. Oktober 2006
Sophie Scholl würde heute gegen Israel kämpfen
Der Deutschlandfunk hat eine Sparte “Kultur”. Und unter “Kultur” scheint man dort das Absondern antisemitischer Klischees in Form eines Interviews zu verstehen.
Frage des Moderators:
“Wer in Deutschland Israels Politik verurteilt, der wird schnell zu hören bekommen, die Deutschen haben dazu aufgrund ihrer Vergangenheit nicht das Recht. Kritik an Israel ist immer gleich auch Kritik am Judentum. Wie sollte man damit umgehen, mit diesem Fall?”
Das Prinzip ist so einfach wie abgedroschen: Behaupte, du dürftest Israel nicht kritisieren, wegen der Gefahr, Antisemit genannt zu werden.
Du implizierst automatisch eine israelisch-jüdische Beeinflussung der Öffentlichkeit. Du machst dich zum Opfer finsterer Mächte, die dir deine Meinung verbieten möchten und dies auch können.
Im Fazit bestätigst du die Grundthese der Antisemiten, zu denen du abgeblich nicht gehören möchtest.
Das ergibt natürlich eine prima Vorlage, wenn man einen gleichgesinnten Antisemiten interviewt.
Und der reagiert auch prompt damit, den Widerstand gegen die Nazi-Diktatur und Fälle von Kriegsdienstverweigerung in Israel auf eine Stufe zu stellen. Oder die armen, von Israel und seinem Vasallen USA unterdrückten Moslems als “heutige Juden” zu bezeichnen.
Was soll man sagen? Das ist schlicht und einfach antisemitischer Dreck.
Verbreitet vom staatlichen, zwangsfinanzierten Rundfunk.
Verfasst von Boche um 14:28 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, International, Presse / SPON- und taz-Blog (Trackback)