Fiktiv

Wie sähe unsere politische Debatte aus, wenn jeder Bürger monatlich eine detailliert aufgeschlüsselte Abrechnung erhielte, auf der er erkennen kann, wie viel seiner gezahlten Steuern für welche Zwecke verbraucht wurden?

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6 Kommentare zu “Fiktiv”

  1. 27.10.2006 | 15:16

    Natürlich anders. :)
    Aber genau aus diesem Grund wurde ja auch das Prinzip der Nonaffektion, also der strikten Trennung zwischen Einnahmen und Ausgaben festgehalten. Möge ja niemand erkennen können, wofür genau sein Geld verwendet wird. Keine Zweckbindung. Alle bezahlen alles. Du musst auch Steuern zahlen, selbst wenn damit Waffen gekauft werden für die Bundeswehr und Du eigentlich Pazifist bist.
    Die monatliche Abrechnung wäre schön, ist aber eben “fiktiv”.

    Man könnte natürlich auch alles auf Gebühren umstellen. Dann wäre die Zweckbindung offenkundig. Vor Benutzung der Autobahn ersteinmal die dafür nötigen Gebühren zahlen, für die Ausstellung des Personalausweises die vollen Kosten übernehmen, dem Kind morgens zur Benutzung der Schule das Schulgeld mitgeben und die Straßenbenutzungsgebühr. Und vor dem Auslaufen der Marine wird bundesweit mit Klingelbeuteln gesammelt.

    Ja, die politischen Debatten sähen dann anders aus. Ganz sicher.

  2. Llarian
    27.10.2006 | 15:52

    Sie sähe nicht anders auch, als vorher. Ist ja nicht so, dass diese Zahlen nicht existierten, sie sind nur derart irre, dass kaum ein Mensch sie durchschauen könnte oder wollte. Was soll denn der Bürger daraus schliessen, dass er weiss, dass Hintertupfing dieses Jahr 3257,90 Euro für eine neue Leiter auf dem Feuerwehrauto Nummer 3 gekauft hat ? Bei aller Freude an Transparenz, ich sehe da wenig Änderung.

  3. 27.10.2006 | 16:17

    @Llarian

    In meiner fiktiven Geschichte, würde der Bürger wissen, dass er von seinen ganz persönlichen im letzten Monat gezahlten 1.000 EUR Steuern:
    - 12,50 EUR für Feuerwehrleitern
    - 50 EUR für Abgeordnetengehälter
    - 270,00 EUR für Schuldzinsen etc. etc. aufbringen musste.

    Also der ganz persönliche Anteil an all den Staatsleistungen war die Idee dieser fiktiven Monatsabrechnung.

  4. R.A.
    27.10.2006 | 16:35

    @Boche:
    Nette Idee, würde aber nicht funktionieren.

    Die wesentlichen Ausgabepositionen und ihre Größe sind ja bekannt, die proportional auf eine Steuerleistung runterzubrechen ist trivial.

    Macht aber genau so wenig schlauer wie die direkte Lektüre des Bundeshaushalts.

    Weil die meisten kritischen Posten schönfärberisch benannt oder intransparent sind.

    Für arme Kranke zahlt man ja gerne - sind aber in Wirklichkeit vielleicht die Gehälter von AOK-Bonzen.

    Die meisten wirklich ärgerlichen Punkte kann man auch so zerstreuen, daß sie lächerlich klein wirken.

    > - 50 EUR für
    > Abgeordnetengehälter
    Das wärs eben nicht. Sondern das alleine wären vielleicht ein halber Cent pro Monat. Eher ein Argument, da noch aufzustocken.

  5. 27.10.2006 | 20:29

    Ach, jetzt mach mir doch nicht meine schöne Fiktion mit deiner blöden Objektivität kaputt!
    ;-)

  6. T.Albert
    28.10.2006 | 22:16

    Im Kanton Appenzell gibt`s eine Jahresabrechnung. Sehr gut!

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