Struck ruckt!

Aus der unendlich langen Serie Pressemitteilungen, die die Welt nicht braucht: SPD-Fraktionschef Peter Struck hat die Deutsche Telekom vor einem weiteren Stellenabbau gewarnt. Wie heise.de berichtet, kritisierte Struck die Personalpolitik der Telekom.

Es ärgere ihn, wenn Großkonzerne beste Bilanzen vorlegen und gleichzeitig massenhaft Stellen streichen, sagte der frühere Verteidigungsminister. “Da fehlt mir der Patriotismus.”

Aber Herr Struck lässt seinen Worten auch die Ankündigung von Taten folgen:

“An den Telekom-Vorstandchef Herrn Ricke habe ich den Hinweis: Der Bund hält zwar nur 30 Prozent der Aktien, aber wir werden Einfluss auf die Gestaltung dieses Unternehmens ausüben. Ich glaube nicht, dass die Telekom gut beraten ist, den Personalabbau weiter voranzutreiben”

Peter Struck ist dem Vernehmen nach ein praktisch veranlagter Mann. Bevor er mit dem Einflussnehmen beginnt, sollte er sich vielleicht noch darüber Gedanken machen, was die Telekom mit den Leuten eigentlich anfangen soll. Glaubt er wirklich, dass dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt wird? Glaubt er wirklich, dass die Telekom eine Zukunft als ABM-Träger hat?

Vermutlich wollte Peter Struck der Telekom in der Tradition des ehemaligen Bundespräsidenten Herzog einen Ruck geben. Aber das war kein Ruck, sondern bloßer Populismus. Denn wenn der Staat die Telekom dazu zwingen könnte, die Leute zu behalten, würde er ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährden. Und damit sieht es schon jetzt nicht besonders toll aus.

Was lernen wir daraus? Ein solches Unternehmen sollte entweder ganz im Staatsbesitz sein oder vollständig privatisiert werden. Alles was dazwischen ist, ist von Übel. Denn schon an Unternehmen mit einem 30%-Staatsanteil ruckt der Struck. Und davon geht’s denen auch nicht besser.

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5 Kommentare zu “Struck ruckt!”

  1. 30.10.2006 | 10:07

    Wenn es nicht unser Geld wäre, mit dem Struck und Konsorten dort die 30% halten, wäre es doch lustig zu sehen, wie ein Aktionär darum bittet, sein Geld aus dem Fenster werfen zu dürfen.

  2. 30.10.2006 | 11:13

    Es wäre hilfreicher, wenn man bei der Telekom den Einfluss darauf verwenden würde, das die besser ihre Kunden gewinnen und halten.

    Zwei Erlebnisse (Mobilfunk: Fehlerhafte Beratung, Entkopplung der Verantwortung - “Den Vertrag haben sie mit T-Mobile, da haben wir nichts mehr mit zu tun. Festnetz: Madame will meiner Wahrnehmung nach lieber Ablage machen, um pünktlich Feierabend zu haben, als mir einen DSL-Anschluss zu verkaufen ) haben mich inzwischen von dem Laden weggebracht. Wenn da deswegen zuviele Leute arbeiten kein Wunder.

    Allerdings sehe ich sowas schon kritisch, denn der Vorstand hat halt mehrere Möglichkeiten Maßnahmen zu ergreifen, die sein Gehalt rechtfertigen. Entweder schafft er Wege zur besseren Kundenacquise oder er wirft Leute raus. Das letztere ist einfacher.

  3. 30.10.2006 | 11:25

    @marcc

    Wenn Manager schlecht arbeiten, muss man sich doch nicht die Mühe machen, das “kritisch zu sehen”.
    Es reicht, es wie du zu tun und besser arbeitende Manager mit Aufträgen zu versorgen.

  4. 30.10.2006 | 11:31

    @Boche: es wird wohl Strucks Geheimnis bleiben, wie er die anderen Anteilseigner davon überzeugen will …
    Das privatisierte Unternehmen musste ja viele Arbeitnehmer aus dem alten Staatsunternehmen übernehmen, die dann zum Teil in der Gesellschaft Vivento “geparkt” wurden. Dadurch werden auf der anderen Seite auch notwendige Neueinstellungen oder die Übernahmen von Auszubildenden verhindert. Die T-Com soll ja ihren Mitarbeitern nachhaltig Lohn und Brot geben, aber dafür müssen es auch die richtigen sein!

    @marcc: dann hast Du es ja schon mal gut, dass die T-Com bei Euch DSL anbietet. Ich wohne in einem der großstädtischen Gebiete, wo sie sich bis heute weigert, eine vernünftige Internetanbindung zur Verfügung zu stellen (und wenn das erst einmal eine ISDN-Flat oder ein langsameres DSL über Glasfaser gewesen wäre). Jetzt ist aber bei uns endlich ein WiMAX-Anbieter eingestiegen, der hoffentlich schnell weiter ausbauen wird. Die T-Com hätte das auch machen können, aber sie haben sich trotz vieler Anfragen der Kunden nur arrogant geweigert.

  5. 30.10.2006 | 11:32

    @marcc

    Die Frage ist, wie der Markt tickt. Wenn alle, die wegen 10 Euro im Monat zu einem Billigheimer wechseln, der, um mit solchen Preisen auskommen zu können, an allen Ecken und Enden am Service spart, zwar lauthals über die miese Behandlung motzen, wenn sie mal ein etwas aus der Reihe fallendes Problem haben (also Neuanschluss, Wechsel etc.), aber dennoch nie und nimmer mehr ausgeben würden, dann ist ein Unternehmen, das Leute abbaut und die Kunden schlecht behandelt, im Sinne des Marktes sehr effizient.

    Andererseits macht ein Unternehmen mit in Branchenvergleich hohem Personalstand und einer Servicequalität, die sich von der anderer Anbieter nicht unterscheidet (von den Fällen abgesehen, wo es als exklusiver Zulieferer selbst die Servicequalität der Wettbewerber negativ beeinflusst) ganz sicher etwas falsch.

    Und drittens könnte das Personal auch da reduziert werden, wo kein direkter Einfluss auf die Leistungserbringung besteht, also z.B. in der Verwaltung.

    Aber langfristig, und das muss jedes Unternehmen in seinem Markt genau beobachten, gibt es natürlich auch einen Trade-Off zwischen eingesparten Ressourcen und Produktqualität. Eine Firma mit Kosten von Null ist wahrscheinlich pleite.

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