Pubertäre Posen

Ist es nicht auffallend, dass die Diktatoren des Iran offensichtlich alles tun, um Amerika und den Westen zu reizen?
Sie verhalten sich wie halbstarke, pubertierende Machos, die mit jeder Pose den Gegenüber zum ersten Schlag zu reizen versuchen.

Was macht man mit solchen Leuten?

Ignorieren?
Und was, wenn die nächste Pose in einer in Israel einschlagenden Mittelstreckenrakete mit nuklearer Fracht besteht?

Verhandeln?
Mit Halbstarken? Braucht es dazu nicht neben einem attraktiven Angebot auch eine realistische Drohkulisse?

Zuschlagen?
Noch ein Krieg? Mit noch ungewisserem Ausgang und vielleicht dramatischeren Folgen?

Vielleicht sollte man das machen, was auch in der persönlichen Auseinandersetzung mit gewaltbereiten Großkotzen Erfolg versprechen könnte: Man bespricht sich mit anderen, die sich ebenfalls von dieser Kanaille bedroht fühlen. Man tut sich zusammen und isoliert den Schreihals.

Das hieße im besagten Fall allerdings, dass sich der Westen mit den sunnitischen Arabern gegen den Iran verbünden müsste. Er müsste also mit Diktatoren paktieren, die davor aus innenpolitischen Gründen zurückschrecken dürften.

Mir fehlt die realistische Lösung für dieses Problem.
Ich hoffe nur, dass die Außenpolitiker des Westens da schlauer sind.

Ähnliche Beiträge


14 Kommentare zu “Pubertäre Posen”

  1. 6.11.2006 | 14:40

    Das Problem ist absolut zutreffend dargestellt - es gibt aus meiner Sicht aber noch eine weitere Möglichkeit (jedenfalls für Optimisten):

    Hoffen …
    … dass die junge Generation im Iran - die allem Anschein nach westliche Werte und Freiheiten durchaus zu schätzen weiß - schnell genug den “Marsch durch die Intsitutionen” antritt und die iranische Politik von Nationalismus und religiös motiviertem und kontrollierten Fanatismus befreit.

    Wie gesagt: Nur eine Hoffnung, und nichts, worauf man bauen sollte.

  2. 6.11.2006 | 15:17

    @Martin

    Ja, diese Hoffnung bleibt natürlich noch.
    Ist nur die Frage, wie groß sie einzuschätzen ist.
    Und ich gestehe: Ich bin hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen Möglichkeiten etwas pessimistisch.

  3. der gute don
    6.11.2006 | 15:18

    Er müsste also mit Diktatoren paktieren, die davor aus innenpolitischen Gründen zurückschrecken dürften.

    Also in etwa so, wie die USA jahrelang Sadaam hofiert, unterstützt und militärisch ausgebildet haben im Kampf gegen den Iran?

  4. R.A.
    6.11.2006 | 15:22

    @don:
    > wie die USA jahrelang
    > Sadaam hofiert,
    > unterstützt und
    > militärisch
    > ausgebildet haben
    Schon wieder diese blödsinnigen Lügen - pack’ das endlich mal in die Kiste.

  5. R.A.
    6.11.2006 | 15:26

    @boche:
    > Ich hoffe nur, dass
    > die Außenpolitiker
    > des Westens da
    > schlauer sind.
    Die Außenpolitik-Experten selber wären m. E. schlau genug, um realistische Strategien zu fahren.

    Leider sind sie fast komplett isoliert.

    In den meisten Ländern gibt es keine außenpolitische Fachöffentlichkeit, die eine qualifizierte Außenpolitik stützen könnte.
    Am ehesten noch in England, mit Abstrichen in Frankreich und den USA.

    Ansonsten aber werden die Außenpolitik-Experten von ahnungs- und/oder gewissen-losen Populisten beiseite gedrückt.

    Besonders krass ist das (und war es schon immer) in Deutschland, wo weitgehende Ahnungslosigkeit sich fatal mit dem Irrglauben mischt, besonders gut Bescheid zu wissen.

  6. Llarian
    6.11.2006 | 16:26

    Ich will ja net unken, aber wenn ich in Israel leben würde, dann würde ich “Hoffnung” nicht unbedingt als akzeptablen Garanten für meine Sicherheit akzeptieren. Hoffnung hatten auch viele Juden selbst nach Hitlers Machtergreifung, genutzt hat das gar nichts. Und Hoffen auf Frieden mit ihren Nachbarn tun sie auch seit 50 Jahren, Ergebnis ist bekannt.
    Auch das Aushungern halte ich für nicht sicher genug, selbst wenn es gelänge nahezu alle sunnitischen Diktatoren und Völker auf seine Seite zu ziehen, das wird die Entwicklung des Iran nicht nachhaltig aufhalten.
    Es gibt bisweilen nur eine Möglichkeit für Sicherheit zu sorgen, aber die hat nicht mehr wirklich was mit Politik zu tun. Und mal ehrlich, wenn jemand permanent provoziert und immer dickere Waffen baut, ist das so verwunderlich und verwerflich, wenn jemand den Spuk beendet, solange er noch stärker ist ? Es stimmt, dass Adolfinedschad mit aller Macht versucht den ersten Schlag zu provozieren. Was er nicht bedenkt ist, dass jeder, der einen solchen Schlag führt, sich darüber klar ist, dass das nur möglich ist, wenn dieser Schlag so vernichtend ist, dass sich der Iran davon nie wieder erholt. Er rechnet damit, dass die Israelis dumm genug wären, es bei einem Schlag wie Osirak zu lassen, ich glaube, dass es kaum dabei bleiben wird.
    Ich würde im Moment nicht in Tel Aviv leben wollen, aber ich würde mir auch keine Wohnung in Teheran haben wollen.

  7. mkb
    6.11.2006 | 16:46

    Also in etwa so, wie die USA jahrelang Sadaam hofiert, unterstützt und militärisch ausgebildet haben im Kampf gegen den Iran?

    Ich will dich ja nicht desillusionieren, aber die USA waren - laut einer recht aktuellen Studie[1] des SIPRI unter den Unterstützern/Waffenlieferanten von Husseins Irak eher unter ferner liefen einzuordnen.
    Die Top 3 sind Sowjetunion, Frankreich und China.

    [1] http://www.sipri.org/contents/armstrad/TIV_imp_IRQ_70-04.pdf

  8. 6.11.2006 | 16:47

    @R.A.:

    Ich weiß jetzt nicht, was du da genau mit Lügen meinst, die Formulierung da oben ist sicher überspitzt. Aber don hat zumindest damit recht, dass die USA den Irak während des ersten Golfkrieges militärisch bereits unterstützt haben, als sie offiziell noch neutral waren. Und das betone ich ohne hier eine Wertung der Handlung vorzunehmen.

    Dass diese Unterstützung aber nicht aus der Luft gegriffen ist, kannst du im National Security Archive sogar auf offiziellen Regierungsdokumenten aus der Zeit nachlesen:

    http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB82/press.htm

  9. 6.11.2006 | 16:52

    Wie umfangreich oder bedeutend die US-Hilfe für Saddam auch ausgesehen haben mag - am von Don richtig dargestellten Grundproblem ändert das doch nichts: Unter Umständen könnte es vielleicht zu überlegen nötig sein, ob man mit weniger schlimmen Diktatoren paktiert, um eine akute Gefahr zu bannen.

  10. R.A.
    6.11.2006 | 17:43

    @Björn:
    > Ich weiß jetzt
    > nicht, was du da
    > genau mit Lügen
    > meinst, …
    Mir ist schon klar, daß die USA ab einem gewissen Zeitpunkt (Gegenoffensive des Iran) eine begrenzte Zusammenarbeit mit dem Irak (vor allem Lieferung von Infos) hatten.

    Und man kann jetzt fundamentalistisch sein und Realpolitik dieser Art grundsätzlich verdammen.

    Auf jeden Fall war das aber sehr nachrangig verglichen mit der langjährigen
    Unterstützung Saddams durch die Achse der Blöden und sehr konkret auf den Krieg bezogen, von einem “Hoffieren” des Diktators konnte nie die Rede sein.

    Es ist daher eine dreiste Propaganda-Lüge, wenn eine besondere Nähe und damit Mitverantwortung der USA zu Saddam suggeriert wird.

    Und mir geht die ständige Wiederholung dieser Lügen ziemlich auf den Senkel.

  11. der gute don
    7.11.2006 | 8:58

    Und mir geht die ständige Wiederholung dieser Lügen ziemlich auf den Senkel.

    Du willst also bestreiten, daß die USA den Irak gegen den Iran militärisch unterstützt haben?

  12. 7.11.2006 | 21:26

    Es ist völlig egal, was da im Irak und in der Region abläuft. Der Krieg der USA und ihrer Alliierten war und ist richtig. Nur auf diese Art können wir die westlichen Grundwerte hochhalten und vor allem durchsetzen.

  13. 7.11.2006 | 21:27

    Na, apollon, das mit dem Sarkasmus hast du noch nicht so richtig drauf.

  14. 8.11.2006 | 20:47

    @der gute don

    Du willst also bestreiten, daß die USA den Irak gegen den Iran militärisch unterstützt haben?

    Wenn der hier zu findende Bericht eines Stockholmer Instituts über die militärische Unterstützung Saddams die damalige Wirklichkeit einigermaßen richtig widerspiegelt, dann könnte die Behauptung zumindest so einseitig sein, dass sie - bei Ausblendung der eigentlichen Unterstützer - einer Lüge etwas zu nahe kommt.

Bad Behavior has blocked 632 access attempts in the last 7 days.