7. November 2006
Sozial-liberale Unpolitik
Es ist schon ein Problem für gestandene Parteistrategen: Da bietet sich machtpolitisch eine bestimmte Koalition ganz besonders an, aber selbst bei angestrengtem Nachdenken finden sich in den wesentlichen Feldern keine Gemeinsamkeiten. Die Vorschläge der einen Partei sind für die andere der Horror schlechthin und umgekehrt. Was macht man da? Natürlich: Unpolitik, über die man dieser Machtkonstellation wohlgesonnene GKreise berichten lässt.
Im Zentrum der dreistündigen Diskussion stand die Sozialpolitik. Überrascht hätten Sozialdemokraten und Liberale “eine große Übereinstimmung in der Werthaltung” bemerkt, sagt Kauch. Was die SPD als vorsorgenden und aktivierenden Sozialstaat proklamiere, ähnele der liberalen Ansicht, derzufolge der Sozialstaat den Einzelnen befähigen soll, sich selbst zu helfen. “Freiheit muss eine materielle Grundlage haben”, erklärte der Liberale Kauch.
Das ist entweder nur ein hohler Allgemeinplatz oder aber ein weiterer Versuch, sozialdemokratische Positionen für die FDP schönzuquatschen. Was von beidem wirklich zutrifft, ist aber viel weniger interessant als der Umstand, dass die plumpe Becksche Anmache bei der FDP verfängt. Minister- und Staatssekretärposten machen eben sinnlich.
Verfasst von Rayson um 23:49 Uhr in der Kategorie Innenpolitik, Politik (Trackback)