Medienmassaker

Wenn Palästinenser Raketen im täglichen Rhythmus in Richtung Israel schicken (und zwar aus einem Gebiet, das ihnen vorher zurückerstattet wurde) und dabei auf Zivilisten zielen, dann ist das Widerstand.

Wenn das israelische Militär auf die Raketenschützen schießt und dabei tragischerweise und versehentlich Zivilisten trifft, sich Israel offiziell dafür entschuldigt und den Opfern Hilfe anbietet - dann ist das ein Massaker.

Zumindest im Pali-Propaganda-Sprech, den deutsche Zeitungen natürlich gern unkritisch übernehmen (man ist alten Bündnispartnern schließlich treu).

Was es dazu sonst zu sagen gibt, kann man wieder mal lesenswert bei Lila aus Rungholt finden.

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14 Kommentare zu “Medienmassaker”

  1. der gute don
    9.11.2006 | 16:56

    jaja, und dann dringen ja auch deutsche Schiffe ständig in israelischen LUFTRAUM ein und palästinensische Raketenstellungen liegen im Libanon und sind überhaupt gar nicht als UN-Posten in den elektronischen Karten erfasst:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,447410,00.html
    Und UN Resolutionen sollen erstmal die anderen einhalten dann tun sie es vielleicht auch.

    Mit allen Recht der Welt wehren sich Israelis gegen den sie umgebenden Terror und mit allen Recht der Welt gehört jeder Verstoß und Fehler Ihrerseits an den Pranger gestellt. No fucking excuses.

  2. 9.11.2006 | 17:02

    No fucking excuses.

    Ich denke, es geht nicht um Entschuldigungen sondern um eine faire Darstellung der Fakten und die Fähigkeit, zwischen Unfall und Absicht unterscheiden zu können.

    Was man dazu natürlich wollen muss.

  3. 9.11.2006 | 19:07

    den deutsche Zeitungen natürlich gern unkritisch übernehmen (man ist alten Bündnispartnern schließlich treu)

    Ich denke, es geht nicht um Entschuldigungen sondern um eine faire Darstellung der Fakten…

    Schon klar… ;-)

  4. Libero
    9.11.2006 | 19:11

    du meinst Bündnispartner der Nazis. Sicherlich meinst du auch wie Davids Medienkritik das einmal Nazi immer Nazi.

  5. 9.11.2006 | 21:15

    @marcc

    Ich bin ja kein Journalist.

    @Libero

    einmal Nazi immer Nazi

    Mancher Ungeist ist vielleicht beständiger als man denkt, ja.

  6. 9.11.2006 | 21:27

    Du bist wirklich drollig.

    Dir geht es zwar um “eine faire Darstellung der Fakten”, aber Du erläuterst diese “Fakten” nicht, sondern behauptest einfach:

    “Zumindest im Pali-Propaganda-Sprech, den deutsche Zeitungen natürlich gern unkritisch übernehmen (man ist alten Bündnispartnern schließlich treu).”

    Ich stimme Libero zu. Das ist sogar noch übler als Davids Medienkritik.

    Vor allem ist es Truthiness. Du hast das Gefühl, dass deutsche Zeitungen so schreiben und ein andere Blogger behauptet das auch (und verlinkt auch zu keiner Quelle). Wenn zwei oder mehr Leute fühlen, dass etwas so ist, dann muss es so sein. Das ist truthiness
    http://atlanticreview.org/archives/337-guide.html
    bzw. Wikiality:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Wikiality#Wikiality

    Ich habe bei Google News nach den Begriffen ‘Massaker Israel’ gegoogelt und alle Suchresultate auf der ersten Seite haben erwähnt, dass die Palästinenser bzw. Abbas bzw. Italien von einem Massaker sprachen. Das ist keine den deutsche Zeitungen natürlich gern “unkritische Übernehme” von “Pali-Propaganda-Sprech”, sondern Berichterstattung.
    Die israelische Sichtweise dominierte in den Artikeln, die ich auf die Schnelle überflog.

    Warum belegst Du Deine Behauptungen bzgl “Widerstand” einserseits und “Massaker” andererseits nicht?
    Ich finde es nervig, dass so viele Blogs im Sinne von Luhmannscher Systemtheorie zu selbstreferentiellen Truthiness Gruppen… Oh, ich höre besser auf…

  7. 9.11.2006 | 21:34

    “Ich bin ja kein Journalist.”

    Trotzdem!

    In god we trust, all others have to show data.

  8. 9.11.2006 | 22:55

    Warum bezeichnest Du Dich als einen Liberalen?

  9. 9.11.2006 | 23:08

    @Atlantiker

    Wieso? Muss man das bei dir beantragen?

  10. Libero
    10.11.2006 | 9:10

    Rayson, die Frage war berechtigt und das weißt du auch. Ich habe auch meine Zeit des German-Bashing hinter mir. Man war Moralist und urteilte, dabei vergessend, das Menschen nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen haben.

    Zwiste entstehen oft durch Mißverständnisse und völlig andere Denkweisen. Mein Bild des Amerikaners hat sich durch http://usaerklaert.wordpress.com/ positiv gewandelt. Vieles sind einfach Mißverständnisse. Wenn du mit anderen umgehst, reicht es nicht nur, ihre Sprache mit deinem Weltbild zu sprechen, du mußt ihr Weltbild verstehen. Sprachen lernen muß also immer die Länderkunde einschließen. Man braucht auch eine kulturelle bilingua, um zu verstehen.

    Manchen muß man anscheinend auch das eigene Land erklären. Einigen Liberalen zum Beispiel.

  11. 10.11.2006 | 9:31

    Ich gestehe: Der Hieb gegen die deutschen Medien war in diesem Fall tatsächlich nicht berechtigt.
    Ich hatte mich voreilig an ein paar Stern-Schlagzeilen erzürnt.

  12. nobody
    10.11.2006 | 9:52

    Ich erlaube mir mal, anstelle von Rayson die geforderten Belege einzufügen:

    a) Spiegel: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,447268,00.html
    (Ein Zitat als Überschrift)

    b)Süddeutsche: http://www.sueddeutsche.de/,poll1/ausland/artikel/982/90892/

    Es wird durch die Links bewiesen, dass die deutschen Zeitungen den Palisprech (ist ja auch als Zitat gekennzeichnet) unkritisch übernehmen.

    Die Position Israels erhält deutlich weniger Raum:
    a) Im Spiegel-Artikel ist lediglich zu lesen, dass Peretz den Bericht einer Untersuchung abwartet

    b) Im SZ-Artikel ist zu lesen, dass Olmert und Peretz den Tod der Zivilisten bedauerten und Hilfe angeboten wurde. Die palästinänsische Position, dass die Hilfe unzureichend sei, erhält ohne Erwiderung Raum. Die Behauptung, dass der Angriff ein “Massaker” gewesen sei, wird 2x (d. v. Zitat Abbas und Haniyeh)aufgestellt.

    Der in meinen Augen schlechte Versuch, Massaker zu definieren:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker

    Massaker setzt in meinen Augen Vorsatz voraus. Und dieser Vorsatz ist meiner Ansicht nach nicht gegeben (pers. Meinung), und vor allem keinesfalls zu beweisen.

  13. Libero
    10.11.2006 | 12:05

    Mich störte alte Bündnispartner.

    Boche, angenommen, du wärest in diesem Haus gewesen und hättest es überlebt. Würde dich ein Versehen und eine Entschuldigung zufriedenstellen?

    Besser wäre es, es wäre kein Versehen und die Raketen wurden aus diesem Haus abgefeuert.

  14. 10.11.2006 | 12:57

    Mich störte alte Bündnispartner.

    Um geschichtliche Fakten kommen wir aber nicht herum.

    Boche, angenommen, du wärest in diesem Haus gewesen und hättest es überlebt. Würde dich ein Versehen und eine Entschuldigung zufriedenstellen?

    Wahrscheinlich nicht. Denn wie soll man zufrieden werden können, wenn die ganze Familie getötet wurde?
    Allerdings - aber vielleicht ist die Annahme auch zu anmaßend mangels persönlicher Betroffenheit - ich könnte mir vorstellen, dass ich auch auf die Kassam-Schützen einen Rochus haben würde. Denn wenn ich ideologisch nicht ganz verblödet wäre, wüsste ich, dass ohne Beschuss Israels meine Familie noch leben könnte.

    Mir geht es aber letztlich nicht um die subjektive Bewertung durch die Opfer sondern um die objektive Einordnung dieses Unfalls. Und die sehe ich nun einmal konträr zur palästinensischen Propaganda.

    Besser wäre es, es wäre kein Versehen und die Raketen wurden aus diesem Haus abgefeuert.

    Besser? Für wen?

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