Nabelschau

Nichts ist in der politischen Blogosphäre beliebter als die Nabelschau, kurz zusammengefasst in der Frage: Was bin ich? Und was bist du?

Ich wusste bisher auch nicht, wie ich meine zwischen Ordoliberalismus und Hayek mäandernde Einstellung in einen knackigen Begriff tauchen könnte. Das hat sich geändert. Diese interessante Website definiert den “Neo-Libertären” auf eine mir sehr sympathische Weise. Neo-Libertäre spielen nicht auf “Alles oder nichts”, sondern sie gehen Kompromisse ein. Jedes Mehr an Freiheit ist für sie ein Fortschritt, auch wenn noch viele Kilometer zum Ideal bleiben.

(Dank an DDH für den Tipp)

Bleibt noch ein Problem: Was in den USA “liberal” heißt, wäre bei uns sowas wie “links”. Demzufolge sind die, die man dort als “Libertarians” bezeichnet, im deutschen Wortsinn eher Liberale.

Das zusammengenommen bin ich also ein “Neo-Liberaler.” Na dann…

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6 Kommentare zu “Nabelschau”

  1. 9.11.2006 | 9:34

    “Jedes Mehr an Freiheit ist für sie ein Fortschritt, auch wenn noch viele Kilometer zum Ideal bleiben.”

    Also doch Platonismus ;-) … ich hab’s ja immer gewußt.

  2. 9.11.2006 | 10:34

    Ich versteh jetzt den ganzen verlinkten englischsprachigen Kram nicht, bin aber sowieso der Ansicht, dass Raysons Nabel der schönste ist.

    Nach meinem.

  3. 9.11.2006 | 22:54

    Amerikanische Libertäre sind aber zuweilen auch marxistischer als hiesige Marxisten, beispielweise der gute alte Robert Anton Wilson, der immer wieder eine Lanze für anarchistische Gewerkschaften bricht und sich der Wahl der Libertarian Party mit dem Argument verweigert, daß er nicht diese Art von Libertärem sei: “I don’t hate poor people.”

  4. 9.11.2006 | 23:40

    Vielleicht kann man sich am besten darauf einigen, dass man sich nicht wirklich einigen kann. Gerade Liberale sind ja nicht wirklich zu definieren, das ging schon vor den Neo-Libertären nicht. Schon von einem Manchester-Liberalen zum Links-Liberalen ist es ein ziemlich weiter Weg. Beides sind Liberale, aber man sollte sie besser in alleine in einem Raum diskutieren lassen. ;-)

  5. 10.11.2006 | 5:23

    Naja, ist nicht trivial. FdoG beharrten ja schon beinahe aggressiv darauf, daß sich Verteidigung des freien Westens und die Forderung nach Aufhebung des Kapitalverhältnisses ausschließen würden. Das sehe ich eben nicht so, da mich Libertäre wie Wilson weit mehr beeinflußt haben als die meisten marxistischen Stimmen.

  6. 10.11.2006 | 8:15

    Ach, Links-Liberale gibt’s doch gar nicht!

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