Endlich Gesetzentwurf für Kneipenbesucherrechte vorlegen!

Die neuesten Zahlen zur Zügigkeit des Bedienungspersonals im Kneipenbetrieb können nicht zufriedenstellen. Nur 78,5 Prozent der Kellner und Kellnerinnen bedienen ihre Kunden innerhalb von 5 Minuten nach erfolgter Bestellung. Das bedeutet, dass jeder vierte Gast sein Bier nur mit Verzögerung trinken kann und damit nicht die Leistung erhält, für die er voll bezahlt. Ein Grund mehr, die Kneipenbesucherrechte nun endlich gesetzlich zu regeln. Justizministerin Zypries, die sich um die Federführung bemühte, muss nun auch endlich einen Gesetzentwurf vorlegen. Denn die Rechte von Kneipengästen sind im Vergleich zu anderen Geschäftsbereichen noch unterentwickelt. Verspätete oder ausgefallene Biere stellen eine mangelhafte Leistung dar - und es ist nicht einzusehen, warum der Kunde den vollen Preis dafür zahlen muss oder nicht von der Bestellung zurücktreten kann.

Absurd? Nicht wirklich.
Außerdem - zu Zeiten des staatlichen Verbraucherschutzpaternalismus könnte eine solche Satire schneller Wirklichkeit werden, als ein ICE von Hamburg nach Köln braucht.

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3 Kommentare zu “Endlich Gesetzentwurf für Kneipenbesucherrechte vorlegen!”

  1. 16.11.2006 | 11:53

    Ich weiß nicht, ich finde die Satire, auch wenn sie gut ist, ein wenig zu weit hergeholt. Zum einen rein realistisch betrachtet: Die Bahn ist ja letztlich noch ein Staatsunternehmen, die Kneipe um die Ecke hoffentlich nicht. Es sei denn nachdem die Politiker mit den Zigaretten fertig sind, nehmen sie sich dem Alkohol vor. Zum anderen ist es eine Frage der Konsequenzen für den Kunden, wenn mein Gläschen Wein zu spät kommt kann ich a) einfach kein Trinkgeld geben, b) gehen und nicht wiederkommen. Durch eine Bahnverspätung kann mir Schaden entstehen, rein theoretisch zumindest.

  2. 16.11.2006 | 13:29

    Thomas, zum einen soll die Bahn ja demnächst privatisiert werden, was dieses Gesetzesvorhaben eben doch wieder absurd werden lässt.

    Und zum anderen - ja, natürlich gibt es Unterschiede zwischen Bahn und Kneipe. Aber das ist nun einmal eine Satire und ich stell mich ja auch nicht hin und erzähle was von fehlender Behaarung und dass das deshalb ja wohl nicht vergleichbar wäre, wenn die Titanic Beck zum Problembären erklärt. ;-)

  3. 16.11.2006 | 20:02

    Was glaubst Du was der Volkswirtschaft durch zu spät gebrachte Biere entgeht? Einmal durch den Ärger, dann durch die ausfallenden Trinkgelder und da die Verzögerungen sich aufsummieren, werden am Ende nur drei anstelle von vier Bieren getrunken. Das ist ein Umsatzverlust von 25 Prozent für den Wirt. Da muss die BMJane doch gerade zu zum Schutz der Unternehmer vor ihrem faulen Personal eingreifen.

    Leider halte ich das ganze mit der Bahn nicht für vergleichbar. Denn mir in der einen Kneipe zu lahmarschig bedient wird, dann kann ich im Genre bleiben und die Gaststätte wechseln. Wenn die Bahn zu spät kommt, kann ich nicht den Zug der Konkurrenz nehmen, ich muss das System wechseln und ein Kraftfahr- oder Flugzeug nehmen.

    Und dewegen bin ich ja dafür, dass der Bahn-Vorstand mit seinen Gehälter für die Verspätungen haftet. Dann trifft es nämlich die, die die Macht haben das zu ändern. Und dann wird ganz schnell was passieren.

    (Irgendwie ist da Karneval drin, ich weiß nur nicht mehr wo genau.)
    ;-)

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