16. November 2006
Toller Ranzen
Wie schön einfach kann eine Begriffsbestimmung sein, wenn man es mit menschlicher Vernunft versucht:
Toleranz (v. lat.: tolerare = ertragen, (er)dulden) bezeichnet
* die ruhige Duldung von abweichenden Meinungen oder Aktivitäten anderer Menschen
Und was für ein Geschwurbel kommt heraus, wenn man Politiker drüber schwätzen lässt:
„Toleranz ist nicht Passivität, Selbstgerechtigkeit oder Gleichgültigkeit. Toleranz ist nie ohne Risiken. Toleranz ist nicht bequem.
Im Gegenteil: Sie erfordert Wachsamkeit, wenn Intoleranz droht, Engagement, wenn Minderheitenrechte verletzt werden. Und Mut, wenn Freiheit geschützt werden muss. Die Ursache von Intoleranz ist häufig Angst vor dem Unbekannten. Dagegen hilft Aufklärung und Dialog.
Gerade in Zeiten, in denen ein Konflikt der Zivilisationen von vielen Seiten herbeigeredet wird, ist es wichtig, sich Wissen anzueignen. Über das Eigene, aber auch über das Fremde. …“
Der sprachliche Knüller ist der letzte Satz:
“Denn Toleranz ist nur dann möglich, wenn man Heterogenität respektiert – im Bewusstsein der eigenen Heterogenität.”
Toleranz ist also nur möglich, wenn man tolerant ist. Denn das Respektieren von Heterogenität ist ja wohl begrifflich dasselbe wie Toleranz, oder?
Außerdem soll man sich bewusst sein müssen, dass man selbst heterogen ist.
Dieses Wissen fehlte mir bisher.
“Schaaatz! Ich fühl mich heute irgendwie so hetero…” “Hä?” “…heterogen.”
Verfasst von Boche um 12:02 Uhr in der Kategorie Sprache (Trackback)