Macht doch!

Sollen sie mal machen, die Sozialisten.
Sollen sie sich doch versuchen an “solidarischen Wirtschaftsformen“.

So lange sie ihre Solidarität nicht wieder zwangsverordnen wollen, so lange sie ihre - letztlich ja doch privatwirtschaftliche - Solidarität nicht wieder verbürokratisieren und sich zum Solidarisch-Sein am Eigentum anderer vergreifen, so lange sollen sie sich doch mit ihrer Wirtschaftsform dem Wettbewerb und dem Markt stellen.

Angesichts dessen allerdings, dass es das SED-Propagandablatt ist, in dem darüber gesprochen wird, ist Wachsamkeit ratsam.
Denn wenn sich am Markt Produkte “solidarischer Erzeuger” nicht verkaufen lassen sollten, wird man sich bestimmt ganz schnell daran erinnern, dass man so etwas auch erzwingen kann.
Dieser Wettbewerber ist als schlechter Verlierer bekannt und entsprechend mit Vorsicht zu genießen.

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12 Kommentare zu “Macht doch!”

  1. 27.11.2006 | 14:49

    Nun ja, Sozialist ist ja gerade der, der Sozialismus eben zwangsverordnen will. Dass er dieses per Demokratie machen kann, ist nicht neu. Unbequem für ihn (denn er muss drum werben - daher die an und für sich geradezu kongeniale Idee der Sozialdemokratie), gut für “uns”, denn “wir” können uns aufklären und brauchen ihn ja nicht zu wählen.

    Dass Demokratie deswegen per se gut (oder schlecht) sei, gehört in eine andere Diskussion.

    Wollte eigentlich auf etwas anderes hinaus: “Markt” ist nicht etwas, wo sich “solidarischer Wettbewerb” etwa gegenüber “unsolidarischem Wettbewerb” zu behaupten hätte. Markt selbst ist solidarisch. Dass Markt aber durchaus anstrengend ist, macht den einen oder anderen eben zum Sozialisten. Ich würde daher einem Sozialisten nicht zum Vorwurf machen, dass er Sozialist ist. Ich würde von ihm eine Antwort darauf verlangen, 1. warum, und 2., wie er denn gedenkt, mich zu “Solidarität” zu zwingen. Womit wir wieder bei meinem Eingangsgedanken wären…Der Widerspruch liegt in der Demokratie, nicht wahr?

  2. 27.11.2006 | 14:55

    Ich habe das linde Gefühl, dass du an dem, was ich sagen wollte, vorbei geschrieben hast. Was an mir und meiner mangelnden Fähigkeit, mich deutlich auszudrücken, liegen mag. ;-)

    Zu dem, was du schreibst, habe ich keine Einwände vorzubringen.

  3. 27.11.2006 | 15:09

    Nee, nee, ich meine schon verstanden zu haben, was Du sagen wolltest (oder auch ned ;-))

  4. Llarian
    27.11.2006 | 15:13

    Ich würde die Idee von Genossenschaften nicht den Sozialisten überlassen wollen, genausowenig wie die Idee, dass Menschen Solidargemeinschaften bilden. Das tun sie seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden, ganz freiwillig mit ganz unterschiedlichem Erfolg. Das Problem beim Sozialisten ist aber, dass er dem Unterschied zwischen freiwillig und nicht freiwillig keine allzu grosse Bedeutung beimisst, doch da liegt der springende Punkt.
    Genossenschaften sind weder dramatisch noch besonders neu oder originell. Alles alter Kapitalismuskram. :)

  5. 27.11.2006 | 15:18

    @Llarian

    Du hast natürlich Recht. Aber so lange sich Sozialisten drauf beschränken, kapitalistische Lösungen auszuprobieren und als Stein der Weisen zu bejubeln, können wir sie (bei besagter Vorsicht) doch machen lassen.

  6. 27.11.2006 | 15:26

    Ergänzung zu oben: Ich hätt’ vielleicht den inkrimierten ND-Beitrag auch mal lesen

  7. 27.11.2006 | 15:27

    @Bodo

    Das ist immer ratsam. ;-)

  8. 27.11.2006 | 15:27

    [ups]
    sollen… wobei ich ND nur unter Androhung von Schläge lese… ;-)

  9. 27.11.2006 | 15:29

    Drohen möchte ich natürlich nicht

    müssen.

    ;-)

  10. googlehupf
    27.11.2006 | 18:57

    “Ich würde die Idee von Genossenschaften nicht den Sozialisten überlassen wollen”
    “Genossenschaften sind weder dramatisch noch besonders neu oder originell. Alles alter Kapitalismuskram”

    Eine Zusammenfassung der ich zustimmen kann.

  11. 27.11.2006 | 19:18

    Natürlich. Als Liberaler ist mir jede Form der freiwilligen Organisation recht.

  12. R.A.
    27.11.2006 | 20:13

    Genossenschaften sind nicht nur “alter Kapitalistenkram”, sondern eine dezidiert liberale Entwicklung.

    Siehe:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Schulze-Delitzsch

    Weswegen ich als braver Liberaler mein Konto natürlich bei der Volksbank habe und nicht bei den Sozis von der Sparkasse ;-)

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