Untertanenverunsicherung

Wenn ein Minister darüber nachdenkt, dass die geplante Erhöhung des Renteneintrittsalter der gesetzlichen Zwangsrentenversicherung auf 67 Jahre möglicherweise nicht ausreicht, um die finanzielle Zukunftsfähigkeit dieses Systems langfristig zu garantieren …

… dann kann man sachlich begründet dagegenhalten, dass dies falsch ist.
Oder man könnte dem zustimmen.
Oder man könnte darauf verweisen, dass das System an sich das zu lösende Problem darstellt.

Ein Unpolitiker zeigt von all diesen normal-vernünftigen Verhaltensweisen keine. Sondern er (bzw. im aktuellen Fall: sie) schreit auf, weil das Volk vor solchen “Spekulationen” beschützt gehört.

Das Bild vom Bürger, das hinter der Kritik dieser Dame hervorscheint, ist bezeichnend: Der Bürger als ängstliches, leicht zu verunsicherndes Wesen, das vom Papa Staat verlässliche Führung und kein lautes Nachdenken erwartet, wohl, weil es intellektuell nicht fähig ist, dieses nachzuvollziehen und einzuordnen.

Frau Schewe-Gerigk, ich fühle mich von Ihnen beleidigt.

Ähnliche Beiträge


2 Kommentare zu “Untertanenverunsicherung”

  1. der gute don
    19.12.2006 | 23:40

    Brilliant, und die Gewerkschaften können nichts gegen die Erhöhung der “Lebenszeit-Wochenstunden” tun. Aber jetzt mal ehrlich, lieber 70 Jahre lang die 35-Stunden Woche rackern als 45 Jahre ein paar Stunden jede Woche mehr.

  2. spruance
    20.12.2006 | 9:58

    Naja, wir da draußen wissen halt so gar nichts von den schwierigen Inhalten, mit denen sich die da drinnen so abplagen müssen! Wir sollten froh sein, daß wir nur als Verbraucher gefordert sind, und nicht danch streben, das mühsame Geschäft der Regierenden durch Mitdenken und -reden noch zu erschweren! Kein Wunder, daß alle nach Brüssel wollen, da kann man diese Bürgertölpel nur mehr entfernt hören…

Bad Behavior has blocked 1584 access attempts in the last 7 days.