19. Dezember 2006
Untertanenverunsicherung
Wenn ein Minister darüber nachdenkt, dass die geplante Erhöhung des Renteneintrittsalter der gesetzlichen Zwangsrentenversicherung auf 67 Jahre möglicherweise nicht ausreicht, um die finanzielle Zukunftsfähigkeit dieses Systems langfristig zu garantieren …
… dann kann man sachlich begründet dagegenhalten, dass dies falsch ist.
Oder man könnte dem zustimmen.
Oder man könnte darauf verweisen, dass das System an sich das zu lösende Problem darstellt.
Ein Unpolitiker zeigt von all diesen normal-vernünftigen Verhaltensweisen keine. Sondern er (bzw. im aktuellen Fall: sie) schreit auf, weil das Volk vor solchen “Spekulationen” beschützt gehört.
Das Bild vom Bürger, das hinter der Kritik dieser Dame hervorscheint, ist bezeichnend: Der Bürger als ängstliches, leicht zu verunsicherndes Wesen, das vom Papa Staat verlässliche Führung und kein lautes Nachdenken erwartet, wohl, weil es intellektuell nicht fähig ist, dieses nachzuvollziehen und einzuordnen.
Frau Schewe-Gerigk, ich fühle mich von Ihnen beleidigt.
Verfasst von Boche um 16:46 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, Politik, Sprache (Trackback)