Atul Chitnis über Linux in Indien

Bei tagesschau.de gibt es einen netten, kleinen Beitrag über Atul Chitnis auf dem Chaos Communication Congress, der gerade in Berlin stattfindet: Wie Linux einen Subkontinent verändert. Von Wulf Rohwedder. Zwei kurze Ausschnitte:

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Einen maßgeblichen Anteil am Erfolg des Open-Source-Betriebssystems hatte ausgerechnet Microsoft: Der Softwarekonzern begann zur gleichen Zeit, die Nutzung von Raubkopien in Indien aggressiv zu verfolgen, sodass viele Unternehmen auf Linux umstiegen. Im Jahr 2000 führte Microsoft laut Chitnis eine Umfrage bei den 500 größten Unternehmen des Landes durch - und musste feststellen, dass sie ohne Ausnahme das freie Betriebssystem einsetzen.

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Es gab sogar Überlegungen der Regierung, Linux bei Ausschreibungen als verbindliches Betriebssystem festzulegen - eine Einschränkung, die sogar Chitnis zu weit ging: “Wir wollten kein neues Monopol schaffen.”

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5 Kommentare zu “Atul Chitnis über Linux in Indien”

  1. 28.12.2006 | 21:44

    Linux als Zuflucht der Raubkopierer. Wie schön.

  2. 28.12.2006 | 22:33

    Ich finde es ja prinzipiell richtig, dass die Tagesschau solche Themen aufgreift. Zwei Dinge haben sie aber nicht richtig verstanden.

    Das Thema »Verfolgung illegaler Kopien« mag eine untergeordnete Rolle gespielt haben, aber sehr viel Geld sparen Unternehmen beim Umstieg von einem illegal kopierten Windows auf ein legal eingesetztes Linux wirklich nicht. Die Ausgaben für das Betriebssystem spielen meist eine untergeordnete Rolle. Der Umstieg führt zu Migrationskosten und diversen Anpassungskosten. [Und dass das Wort »Raubkopien« in diesem Zusammenhang Blödsinn ist, sollte die Tagesschau eigentlich auch mal begreifen.]

    Den Absatz

    Andere Entwickler begannen, kommerzielle Anwendungen zu schreiben, die sie der Allgemeinheit vorenthielten, was dem Open-Source-Prinzip grundsätzlich widerspricht.

    muss man unbedingt korrigieren: Es ist durchaus gewollt, dass im Umfeld von OpenSource-Projekten auch Geld verdient wird. Kommerzielle Nutzung widerspricht dem Open-Source-Prinzip überhaupt nicht! Was sie wahrscheinlich gemeint haben, sind proprietäre Programme

  3. 28.12.2006 | 22:40

    PS: gerade bei den 500 größten Unternehmen eines Landes ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie Linux einsetzen. Denn die großen Unternehmen profitieren am meisten vom Einsatz der OpenSource-Software. Das Ergebnis überrascht also eigentlich überhaupt nicht. Was dort nicht steht: Die großen Unternehmen nutzen natürlich auch massenweise (legal) erworbene Windows-Lizenzen, wenn sie Windows als Basis für Anwendungsprogramme benötigen. Ein großes Unternehmen kann sich aus beiden Welten das Beste heraussuchen ….

  4. 28.12.2006 | 22:41

    @stefanolix

    Das übliche Halbwissen halbinformierter Journalisten. Aber die muss es auch geben, damit wir die tüchtigen zu schätzen wissen.

    Im Satz

    “Andere Entwickler begannen, kommerzielle Anwendungen zu schreiben, die sie der Allgemeinheit vorenthielten, was dem Open-Source-Prinzip grundsätzlich widerspricht.”

    stimmt eben nur die zweite Begründung. Dem “Open-Source-Prinzip” (gemeint ist wohl die GPL, was nicht dasselbe ist) widerspricht nicht, kommerzielle Anwendungen zu schreiben, sondern den Quelltext von veröffentlichten Programmen geheimzuhalten.

  5. 28.12.2006 | 22:58

    Dem OpenSource-Prinzip widerspricht streng genommen nur folgende Vorgehensweise: Jemand schreibt eine proprietäre Anwendung unter maßgeblicher Verwendung von Quelltexten, die (a) als OpenSource veröffentlicht und (b) nicht als Public-Domain deklariert wurden. Der Anteil solcher Fälle ist aber gering, weil das Risiko des Erwischtwerdens ziemlich hoch ist.

    Eigentlich wird kommerzielles Handeln im OpenSource-Umfeld wirklich nur dann interessant, wenn es um den Verkauf von know-how und um die Anpassung an die Anforderungen der Unternehmen oder Behörden geht. Und genau dieses Handeln ist auch gewollt, weil es auf seine Weise zur Verbreitung von OpenSource beiträgt.

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