28. Dezember 2006
Avantgarde
Darauf warten wir doch nur. Dass Beamte, die von ihrem überlegenen Blickwinkel aus genau beurteilen können, was gut für uns ist, uns mit sanfter Gewalt auf den Pfad der Tugend führen.
Wie zum Beispiel der Präsident des Umweltbundesamts, der ex cathedra Folgendes von sich gab:
“Statt Energie sparende Motoren zu entwickeln baut die Industrie Wagen mit der Leistung mehrerer Kavallerieregimenter unter der Motorhaube”, kritisierte der Berater von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD).
(Nebenbei: Netter Versuch der FTD, durch namentliche Nennung von Nichtbeteiligten das zwischenjährliche Geplänkel von Dick und Doof weiter anzuheizen…)
Nur mühsam kaschiert schlägt der weise Mann aus Berlin hier auf den Sack Industrie, meint aber natürlich den Esel Autokäufer. Denn von langen Lieferfristen für Drei-Liter-Autos und Sonderrabatten für SUVs, Sportwagen und S-Klasse-Limousinen ist mir bislang nur wenig bekannt geworden. Die Lösung unserer Umweltprobleme ist also ganz einfach: Wir brauchen nur eine Planungsbehörde (nennen wir sie der Einfachheit halber “Umweltbundesamt”), die dafür sorgt, dass die Industrie ökologisch sinnvolle Güter herstellt. Das ist dann aber kein Rückfall in längst überwundene Zeiten, i wo, schließlich sollen ja keine Produktionsmengen und Preise festgelegt werden. Das geht alles über Ge- und Verbote, mit denen der Verbraucher sanft zu dem geleitet wird, was gut für ihn ist.
Endlich blicke ich voller Zuversicht aufs Neue Jahr. Alles wird gut.
Verfasst von Rayson um 15:16 Uhr in der Kategorie Politik, Umweltpolitik (Trackback)