30. Dezember 2006
Eindeutig
Eindeutig ist aus meiner Sicht: Die Todesstrafe ist falsch. Immer, unter allen Bedingungen und überall. Auch bei Saddam, und auch (weil die Frage sich in fast jeder entsprechenden Diskussion stellt) bei Adolf Eichmann. Wer zu dem Schluss gekommen ist, diese Strafe prinzipiell abzulehnen, der darf sie auch dann nicht begrüßen, wenn es echte Schweine erwischt.
Wer sich konsequent und ständig gegen die Todesstrafe engagiert und diese in allen Fällen verurteilt, ob sie von Amerikanern, Chinesen oder Iranern eingesetzt wird, der hat selbstverständlich auch das Recht, den staatlichen Mord an Saddam Hussein zu verurteilen. Ein abgewandelter Voltaire dazu könnte lauten: “Sie haben jede Strafe verdient, die man sich ausdenken kann. Aber ich werde dafür kämpfen, dass man Sie nicht hinrichtet”
Ob das nun für jeden gilt, der Saddams Hinrichtung kritisiert, das will ich beileibe nicht behaupten. Für manch einen mögen andere Gründe im Vordergrund stehen - darüber will ich aber nicht urteilen. Für mich jedenfalls ist ein Eintreten gegen juristisch abgesicherten Mord ein Herzensanliegen. Da bin ich einer Meinung mit 2020.
Wer mal was von Leuten lesen will, die wirklich gegen jede Todesstrafe eintreten (und die daher natürlich auch gegen die Hinrichtung des ehemaligen irakischen Diktators sind), dem empfehle ich Hands off Cain. Bei denen können vermutlich auch meine Parteifreunde Martin Hagen, Oliver Luksic und Achim Hecht nur zustimmen. Oder?
Verfasst von Karsten um 23:31 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, International (Trackback)