30. Dezember 2006
Mitternachtsschwächen
Da hat doch Statler noch gestern völlig zurecht hier bei uns die “Mitternachtsspitzen” gelobt, und dann muss ich so eine Sendung ertragen: Kaum echter Humor, selbst das Publikum weigerte sich überwiegend, zu lachen. Am grausamsten der Auftritt von Matthias Deutschmann. Seine Einlage war eine Mischung aus Dingen, die schlicht nicht witzig waren, und abgedroschenen Gags, die selbst mein Lebensgefährte, der immerhin der Generation der 68′er entstammt, schon aus seiner Jugend kannte. Die wenigen Lacher waren nicht etwa den tollen Pointen zu verdanken, sondern lediglich der Tatsache, dass er die Lieblingsfeinde des Publikums (Bush… und Bush, sowie alles, was dem Linksspießer nicht gefällt) attackierte.
Herbert Knebel schwach wie nie, und auch Mathias Richling, der mich sonst begeistert, erreichte nur ein paar laute Lacher, als er unseren Außenminister und seine allzu menschlichen Gewohnheiten gekonnt parodierte. Naja, ihn mag ich ja sowieso nicht wegen des Inhalts, sondern genau wegen seiner Fähigkeit, Menschen so zu imitieren, dass ihre Schwächen in der öffentlichen Darstellung offenbar werden.
Traurig war der Schmickler als Heimathirsch, Hanni und Nanni bewegten sich auf dem Niveau der “Freitag Nacht News”, und Axel Hacke war wohl nur etwas für ein sehr begrenztes Publikum (mit dem ich zwar sympathisiere, weil ich Sprache liebe, dem ich aber offenbar nicht angehöre).
Was mich aber wirklich wurmt: Der Höhepunkt war Jürgen Becker als der Rausschmeißer. Jeder Gag saß - was ich vor allem deswegen beurteilen kann, weil ich mich direkt nach dem Lachen geärgert habe. Als Raucher fühlte ich mich so richtig schön verarscht. Und das ist wohl eine kabarettistische Leistung.
Verfasst von Karsten um 23:56 Uhr in der Kategorie Kultur (Trackback)