Einparteienstaaten

Einparteienstaaten, vor allem mit “Blockflöten”, haben möglicherweise ein “Gschmäckle”, wie die Schwaben sagen, aber trotzdem sind sie faszinierend

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18 Kommentare zu “Einparteienstaaten”

  1. 1.01.2007 | 12:06

    Naja, ein Einparteienstaat ist Bayern nun nicht. Die sind einfach zu lange (alleine) an der Macht. Wobei man der CSU zugute halten kann, dass es ihr nicht gelungen ist, “ihr” Land so in Grund und Boden zu regieren, wie das SPD-Alleinregierungen in der Vergangenheit anderswo geschafft haben.
    Sei’s drum - die “Stoiberdämmerung” ist angebrochen, ich würde keine Wetten darauf abschliessen, dass er die nächste Legislaturperiode übersteht …

    … und dann wird die Demontage auch noch von einer fränkischen Frau offiziell eingeläutet *gnihihi*
    Mei muass des dem Lackl stinkn!

  2. 1.01.2007 | 14:07

    Ich bin ja noch der Meinung, dass es in Wirklichkeit der Bär war…

  3. R. A.
    1.01.2007 | 17:43

    @Joachim:
    > Wobei man der CSU zugute halten
    > kann, dass es ihr nicht gelungen
    > ist, “ihr” Land so in Grund und
    > Boden zu regieren, wie das
    > SPD-Alleinregierungen in der
    > Vergangenheit anderswo
    > geschafft haben.
    Korrekt.
    Wobei dies wohl ein typischer Fall ist von “jedes Volk hat die Regierung, die es verdient”.

    Während die SPD-Wähler in den typischen SPD-Hochburgen erschreckend blindgläubig sind und erhebliche Zumutungen akzeptieren, bevor sie mal “ihre” Partei abwählen, sind die Bayern hier deutlich schlauer: Obwohl die CSU grundsätzlich mit guten Mehrheiten rechnen kann, lassen die Wähler keine Gelegenheit aus, um ihr mal eins auszuwischen.

    Auf kommunaler Ebene oder bei den Direktmandaten werden zweifelhafte Personen oder Vorfälle gnadenlos abgestraft, landesweit finden sich viele Mandatsträger in völlig schwarzen Wahlkreisen, die NICHT der CSU angehören.

    Die CSU-Basis ist beständig in Furcht, für Fehler oben abgestraft zu werden und ihre Pfründen vor Ort zu gefährden - und entsprechend ist eine CSU-Spitze nur sicher, wenn sie Fehler und Skandale möglichst vermeidet und Wahlsiege ermöglicht.

    Deswegen ist von echten Verschleißerscheinungen auch nach Jahrzehnten absoluter Mehrheit wenig zu sehen.

  4. 1.01.2007 | 19:02

    @jo@chim:
    Was R.A. da beschreibt, klingt mir aber doch schon ziemlich nach den Mechanismen in einem Einparteienstaat. *grins*

  5. 1.01.2007 | 20:58

    Nein, das ist wohl eher eine “Demokratie in den Farben Bayerns”, Karsten ;-)
    Der Begriff Staatspartei trifft es deshalb viel eher: in der CSU findest Du von stinkend reaktionären Bauernköpfen über ökologisch angehauchte Wertekonservative und qualifizierte karriereorientierte Fachleute bis hin zu bürgerlichen Liberalen viele verschiedene Strömungen und renitente Einzelpersonen. Und manchmal knirscht es so laut beim Fingerhakeln und Schienbeintreten, dass die Kirchturmspitzen wackeln …
    … der jämmerliche Niedergang Stoibers zeigt allerdings, imho, dass dieses “Modell Bayern” seinem Ende entgegen geht.

  6. R.A.
    2.01.2007 | 11:02

    @joachim:
    > Der Begriff
    > Staatspartei trifft
    > es deshalb viel
    > eher:
    In der Tat.
    Wenn man in Bayern Politik gestalten will, geht man halt in die CSU - da kann man recht unterschiedliche Positionen haben.

    Die übrigen Parteien sind eher etwas für ideologische Nörgler, die keine Lust auf praktische Regierungsarbeit haben.

    Wenn ich jetzt nach Bayern ziehen würde, würde ich natürlich in der FDP Mitglied bleiben.
    Aber ob ich da eingetreten wäre, wenn ich dort aufgewachsen wäre?

    > … der jämmerliche
    > Niedergang
    > Stoibers zeigt
    > allerdings, imho,
    > dass dieses
    > “Modell Bayern”
    > seinem Ende
    > entgegen geht.
    Aber ganz im Gegenteil.
    Die CSU beweist hier wieder ihre vitale Fähigkeit, selber einen Chef zu stürzen, der es nicht mehr voll bringt (und “nicht voll bringt” reicht schon - es gibt eine Reihe MPs, die sind schwächer als Stoiber und haben in ihrer Partei noch politische Zukunft).

    Die Opposition ist am politischen Machtwechsel in Bayern mal wieder überhaupt nicht beteiligt.

  7. 2.01.2007 | 13:30

    @R.A.

    Mich wundert schon, wie man Einparteiensysteme so schönreden kann…

  8. R.A.
    2.01.2007 | 15:28

    @Rayson:
    Aua, das hat getroffen ;-)

    Aber mir ist die schnöde Theorie inzwischen recht wumpe.
    Habe wohl zu viel “Demokratie” erlebt, wo zwar alle Zeremonien voll eingehalten wurden, aber de facto nur irgendwelche Hinterzimmer-Kungeleien exekutiert wurden, ohne den “Volkswillen” irgendwie zur Kenntnis zu nehmen.

    Dann lieber so wie in Bayern, wo die “Herrschenden” noch echt Angst haben vor Wahlergebnissen und die Politikergebnisse insgesamt recht ordentlich sind.

    Und das mit dem “Einparteienstaat” kann man halt nur hämen, weil die Opposition komplett und langfristig unfähig ist, irgendeine Alternative darzustellen.

  9. 2.01.2007 | 20:25

    @R.A.

    Ich habe in meinen zwei Jahren Bayern das Gefühl bekommen, dass es dort einen wirtschaftlich-politischen Sumpf gibt. Die Staatsregierung gibt sich absolutistisch und hat ihre Günstlinge und Hoflieferanten.

    Über die Bevorzugung eines Unternehmens wie Siemens z.B. könnte man wahrscheinlich mehrbändige Werke verfassen. Für mich ist es kein Wunder, dass in diesem königlich-baierischem Betrieb Korruption (angeblich) nicht auffällt.

  10. tigger
    3.01.2007 | 10:17

    Fazit: Demokratie ist schön und gut, solange die Bürger es nicht wagen, jahrelang die gleiche Partei zu wählen. Dann ist es keine Demokratie mehr, sondern ein “Einparteienstaat mit absolutistischer Staatsregierung”.

    Vielleicht sind es aber auch nur ideologische Wortfetzen von Leuten die beleidigt sind, dass es nicht “ihre” Partei ist, die seit Jahren regiert.

  11. 3.01.2007 | 14:01

    @tigger

    Weil die bayerischen Wähler immer wieder mehrheitlich brav CSU wählen, gibt es die beobachteten Missstände nicht. So besser?

    Auch das Empfinden von Kritik als störend und feindlich ist übrigens ein Kennzeichen dafür, dass sich jemand länger an der Macht hält als es einem Gemeinwesen gut tun kann.

  12. R.A.
    3.01.2007 | 14:21

    @Rayson:
    > Auch das Empfinden
    > von Kritik als
    > störend und
    > feindlich …
    … habe ich schon bei Amtsinhabern erlebt, die waren gerade mal einige Wochen im Amt …

    Wobei ich Dir völlig recht gebe, daß die Allüren eines Stoiber bzw. seines Hofstaats schwer zu ertragen sind.

    Aber sie sind leichter zu ertragen, wenn wenigstens die Politik dahinter alltagstaugliche Ergebnisse liefert.

  13. 3.01.2007 | 14:31

    Auch “einige Wochen” können durchaus das Kriterium “zu lange” erfüllen ;-)

  14. R.A.
    3.01.2007 | 15:45

    @Rayson:
    Schau an.
    Ich hätte nicht gedacht, daß Du unseren OB kennst und anhand dieses Beispiels errätst ;-)

  15. 3.01.2007 | 16:37

    Hm, da ich mir jetzt nicht sicher bin, ob R.A. den vorangegangenen mit dem aktuellen OB verwechselt, wirft das auf beide kein gutes Licht.
    :-)

  16. tigger
    3.01.2007 | 17:53

    “Weil die bayerischen Wähler immer wieder mehrheitlich brav CSU wählen, gibt es die beobachteten Missstände nicht. So besser?”

    Ja, viel besser. (bis auf das “nicht”)
    Die CSU ist das politische Gegenstück zu Microsoft, jeder findet daran Kritik, aber dennoch bleibt sie Marktführer.

  17. 3.01.2007 | 18:20

    Wer in Bayern was werden will, der muß also CSU-kompatibel sein? Faszinierend, der wirtschaftlich-politische Sumpf ist wohl tatsächlich sehr ausgeprägt.

  18. 3.01.2007 | 18:25

    Passender Vergleich. Hier wie dort finden wir den Einsatz mieser Tricks zur Abwehr von Konkurrenz.

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