15. Januar 2007
Mein Freund Brzezinski
Wie der Kosmoblog berichtet, hat sich in die Riege der von einseitiger deutscher Medienberichterstattung herangezogenen Anti-Amerikaner jetzt auch Zbginiew Brzezinski, der ehemalige Sicherheitsberater Carters, eingereiht. Aber es war eh schon immer fraglich, ob die Anhänger und Mitglieder der Demokraten noch zu den Amerikanern zu zählen sind.
Wer sich - aus welchem idiotischen Grund auch immer - für meine Sicht des Irak-Krieges interessieren sollte, den kann ich in Zukunft auf das Interview meines neuen Freunds Zbigniew in der “Zeit” verweisen.
Auszüge:
Schon jetzt hat der Irakkrieg die globale Legitimität amerikanischen Handelns infrage gestellt, die amerikanische Glaubwürdigkeit unterminiert und die Vereinigten Staaten in einen Konflikt ohne erkennbares Ende verwickelt. Und dann droht auch noch die Gefahr der Ausdehnung auf Iran.
Wir einigen unsere Feinde und spalten unsere Freunde, was uns isoliert und die Zahl derer erhöht, die uns als Feinde sehen. So wendet sich die Welt des Islams zunehmend gegen uns.
Die Bemerkung Brzezinskis, der Krieg sei für die USA nicht zu gewinnen, weil innenpolitisch an ihre Kriegführung höhere moralische Maßstäbe angelegt würden als an die ihrer Gegner, findet die besondere Aufmerksamkeit von Kosmoblogger Ulrich Speck. Er folgert:
Die Feinde können illegitime Mittel anwenden, jedes Mittel, denn ihre Fähigkeit zur Kriegsführung ist nicht an die Einhaltung bestimmter Werte gebunden. Die USA hingegen dürfen das nicht, weil sie nur unter Einhaltung bestimmter Werte politische Unterstützung für die Kriegsführung bekommen können. Das schwächt naturgemäß die Fähigkeit, Kriege zu gewinnen.
Das ist richtig und auch eine Lehre des Vietnam-Kriegs, aber meiner Meinung nach unvollständig. Die “politischen Werte” sind ja nicht nur einzuhaltende Nebenbedingung, sondern explizit die momentan herrschende Legitimation amerikanischer Militäreinsätze schlechthin. Die Ideologie der Neocons selbst schwächt die Schlagkraft der von ihr präferierten Mittel. In diesem strategischen Dilemma ist das unvermeidliche Scheitern dieser Ideologie schon angelegt.
Die USA sind ein Imperium. Es wird Zeit, dass sie auch wie eins handeln.
Verfasst von Rayson um 21:01 Uhr in der Kategorie International, Politik (Trackback)