Race to the bottom

Was die CSU an Stoiber hatte, wird sie erst erfahren, wenn wirklich das neue Duo Infernale an ihre Spitze rückt. Ok, ich habe die Bayern noch nie so richtig begriffen, aber erstmals seit ewiger Zeit scheint mir da jetzt ein Regierungswechsel möglich - oder gehen die beiden Gestalten da wirklich als Hoffnungsträger durch?

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17 Kommentare zu “Race to the bottom”

  1. R.A.
    18.01.2007 | 11:54

    Ich wüßte jetzt nicht, was an Huber oder Beckstein so viel schlimmer sein sollte als an Stoiber (ok, vielleicht schätze ich ihn nicht so qualitätvoll ein wie Rayson …).

    Auf jeden Fall hat die CSU 60% und einen Vorsprung von über 40% gegenüber der SPD - das muß man sich erst einmal reinziehen.

    Und diese SPD ist so kläglich aufgestellt, daß sie noch mindestens drei CSU-Skandale der laufenden Art braucht, um mal über eine Nähe zur 30%-Marke nachdenken zu können.

    Da sehe ich beim besten Willen keinen Machtwechsel.

  2. 18.01.2007 | 11:58

    Die 60% waren ein Ausrutscher. Tatsächlich bewegt sich die CSU wohl so um die 50%-Marke herum, und das kann, wenn aus Wählersicht die neue Führungstruppe der CSU nicht so richtig überzeugt, durchaus dann auch mal so weit nach unten gehen, dass zumindest eine Koalition nötig wird.

    Auch 1998 wurde in Wirklichkeit nicht Schröder gewählt, sondern Kohl abgewählt. Politikerschicksal: Während das Volk ab und an was Neues will, beginnen die sich nach der zweiten Wahlperiode für unersetzlich zu halten…

  3. R.A.
    18.01.2007 | 12:20

    @Rayson:
    > Die 60% waren ein
    > Ausrutscher.
    Von der Zahl her hast Du völlig recht.
    Aber die jahrzehntelange Dominanz der CSU ist kein Ausrutscher, und hat schon andere Personalquerelen überlebt.

    Vor allem ist ja noch lange hin bis zur Wahl, da werden noch ganz andere Sachen vergessen.

    Und obwohl ich von Beckstein und Huber bestimmt nicht mehr halte als Du: Ich sehe keinen Grund, warum die nach einer gewissen Zeit als Amtsinhaber bei den bayrischen Wählern nicht gut ankommen sollten.

  4. 18.01.2007 | 12:31

    Schlucken die jeden Mist? Irgendwann sagen doch auch die Bayern sich, dass es mit den Sozis auch nicht schlimmer kommen könne…

  5. 18.01.2007 | 12:41

    Oh Gott - reden die beiden etwa noch schlechter?

  6. Fuchur
    18.01.2007 | 12:43

    Naja, eigentlich ist das nicht so schwer zu begreifen. Man braucht sich einfach nur die Bilanz der absuloten CSU-Herrschaft anzusehen: Bayern steht in nahezu jedem Gebiet auf einem Spitzenplatz: Schulen, Hochschulen, Effizienz der Verwaltung und der Behörden, Schuldenabbau, Kriminalitätsstatistik, Arbeitslosikeit, Wirtschaftskraft, Investitionen,…

    Aber das ist ja auch die Politik, die Beckstein und Huber maßgeblich mitgeprägt haben - insofern glaube ich nicht, dass die beiden besondere Problem haben werden.
    Die Problem sehe ich eher in deren Nachfolge. Denn eigentlich gehören die zwei ja auch schon zur alten Garde. Wenn ich ehrlich bin, dann fällt es mir fürchterlich schwer, überhaupt ein paar “junge” CSU´ler aufzuzählen. Geschweige denn, eine Nachwuchshoffnung. Außer Söder natürlich *hust* …

  7. 18.01.2007 | 12:46

    Du wirst mir verzeihen, Fuchur, wenn der Liberale in mir in Bayerns Wohlstand weniger eine Leistung der Landesregierung sieht…

  8. 18.01.2007 | 12:50

    @R.A.:
    Die aktuellen Umfragen zu Bayern finden sich hier:

    Wahlrecht.de

    Und da hat die CSU schon gut Federn gelassen…

  9. R.A.
    18.01.2007 | 14:20

    @Rayson:
    > Schlucken die jeden
    > Mist?
    Wenn es um reaktionäre Stammtischsprüche geht: Ja.

    Ansonsten halte ich die Bayern aber für bemerkenswert kritische Wähler.
    Wenn die CSU irgendwo Mist baut, wird sie selbst in ihren Hochburgen gnadenlos abgestraft - eine Reihe von Ex-Kommunalpoltitikern und Ex-Abgeordneten der CSU können das bestätigen.

    M. E. sind bei keiner anderen Partei die Wähler so konsequent.
    Was vielleicht daran liegen kann, daß umgekehrt die CSU generell so fest im Sattel sitzt, daß Denkzettel keinerlei “Gefahr” bedeuten, daß der “Feind” zu stark würde - genau dieses Denken führt ja anderswo oft dazu, daß Stammwähler trotz klarer Unzufriedenheit mit der Faust in der Tasche “ihrer” Partei doch noch die Stimme geben.

    > … Bayerns
    > Wohlstand weniger
    > eine Leistung der
    > Landesregierung
    > sieht…
    Kann man so sehen - aber dann hat sie diesen Wohlstand wenigstens nicht aktiv verhindert.
    Was die meisten anderen Landesregierungen (insbesondere der SPD) ganz offensichtlich tun.

  10. R.A.
    18.01.2007 | 14:30

    @Karsten:
    > Die aktuellen
    > Umfragen …
    Wie im Forum von Wahlrecht.de nachzulesen ist, halte ich Umfragen generell für weitgehend unseriösen Humbug.

    Und das gilt besonders für Umfragen so lange vor einer Wahl.

  11. 18.01.2007 | 15:09

    @R.A.:
    Oh, das war ein Missverständnis. Ich hatte Deinen Text so gelesen, dass Du dich auf eine aktuelle Umfrage beziehen würdest - aber Du sprachst über das Ergebnis der letzten Landtagswahl. Einmal sorry.

    Und wahlrecht.de kennst Du offenbar sehr gut, wenn ich von Deinen häufigen Beiträgen im dortigen Forum ausgehen darf. Also nochmal sorry.

  12. 18.01.2007 | 15:14

    Nun hat Stoiber ja seine Entscheidung verkündet. Er reiht sich würdig unter die Politiker ein, die nicht rechtzeitig aufhören könnten: Kohl, Biedenkopf und wie sie noch alle heißen … Jeder von ihnen dacht wohl, dass ihm das niemals passieren kann.

  13. 18.01.2007 | 15:50

    stefanolix,

    aus meiner Sicht stellt er sich allenfalls in die Tradition von Tony Blair. Dieses “Ich bin zwar schon tot, möchte aber noch ein wenig in meinem Amtssitz vor mich hinverwesen”, ist doch ziemlich neu und den von Dir Genannten gerade nicht ähnlich.

    Wenn man bedenkt, dass Stoiber die Ämter Bundespräsident und EU-Kommissionspräsident ausgeschlagen hat, dann ist das schon ein ziemlich unrühmlicher Abgang. Aber verglichen mit Vogel (R-P), Biedenkopf und Rau doch noch einigermaßen glimpflich.

  14. Marcel
    18.01.2007 | 17:41

    Bayern war Stoiber-müde.
    Der Abgang war also vorprogrammiert und die “beiden Gestalten” verkörpern eine zweifelsohne erfolgreiche Politik, die zuletzt nur nicht mehr mit dem Bild von Stoiber in Einklang zu bringen war, auch wenn er dahinter steckt.
    Beckstein und Huber sind beide nicht zu unterschätzen, irr dich da mal nicht Rayson. Lichtgestalten sind sie nicht und Erneuerer auch nicht, aber war das Stoiber jemals? Schröder hat Stoiber einen ängstlichen Menschen genannt und mal ganz ehrlich: in welchem seiner Auftritte hat man das nicht gemerkt?
    Kommen wir also zur faszinierenden Behauptung:
    In Bayern wäre ein Machtwechsel möglich. Nun, wenn die CSU Pech hat, fällt sie unter 50. Dann steht aber -nach den Umfragen- die FDP als möglicher Koalitionspartner da.
    Denn die SPD ist in Bayern… ähmm.. unbedeutend wäre vielleicht das richtige Wort. Ok gut das ist eine Übertreibung, aber sie wirkt wie zur Schwäche verdammt. Und schauen wir uns doch mal an, wer da an der Spitze steht: Ludwig Stiegler, ein Mann, der nicht ernst genommen werden kann und Franz Mageth, bei der letzten Wahl eher bekannt als “Franz Wer?”

  15. 18.01.2007 | 20:43

    Verjüngungskur verpasst, CSU übt schon das altern der Gesellschaft?…

    Nun hat der Edmund verkündet, bis September sowohl sein Ministerpräsidentenamt als auch den CSU Vorsitz aufzugeben. Schon erstaunlich, was eine Landrätin alles schaffen kann. Bemerkenswerter dazu noch das Tempo. Zeigt wohl nur, dass er schon zuvor n…

  16. Sepp
    18.01.2007 | 23:01

    es ist doch eigentlich ganz einfach (in alter CSU-Tradition nach dem 2. Weltkrieg) Strauß trat ab, sein Adlatus war Stoiber - zu jung um an die Macht zu geraten, also Übergang Streibl. Der weg, dann Stoiber.

    Jetzt: Söder zu jung, also Übergang (Beckstein/Huber). In 4 Jahren: Söder!

    Widersprüche? ;)

  17. Marcel
    18.01.2007 | 23:56

    Hätte ich Söders Sympathiewerte (sofern die mal untersucht worden sind) bei der Hand, ich würde sie wohl als Widerspruch einsetzen können ;)
    Und genau das ist ja auch das Problem der CSU und der Grund dafür, dass Schlagzeilen wie “CSU verpasst Verjüngung” zumindest auf die Situation jetzt nicht zutreffen.
    Denn es kämen rein theoretisch ja nur noch Ramsauer oder Herrmann in Frage, davon Ramsauer praktisch gar nicht, da er sich in der Bundespolitik befindet und nicht populär genug ist für einen der beiden Posten, Herrmann ist bundesweit viel zu unbekannt.
    Monika Hohlmeier wäre ein mutiger Schritt gewesen, wäre sie nicht verwickelt gewesen in die Affäre um CSU-internen Stimmenkauf.
    Seehofer hat selbstverständlich Chancen auf den Parteivorsitz, bei ihm kann man aber auch nicht wirklich von einer Verjüngung sprechen.
    Fazit: Die CSU hat die Verjüngung schon länger verpasst, die jetzige Entscheidung war zumindest folgerichtig.

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