Paternalistischer Furor?

Der Eifer, mit dem die US-Regierung die Betreiber von Online-Glücksspielen und sogar ihre Finanziers verfolgt, ist für liberale europäische Augen arg seltsam zu nennen. Ist das wirklich dieses seltsame evangelikale Gemisch aus wirtschaftlicher Freiheit und gesellschaftlicher Strenge, das zu diesen eigenartigen Blüten führt?

Alkoholhaltiges darf nur in bestimmten Läden gekauft und erst ab 21 (und drinnen!) konsumiert werden, Online-Glücksspiel ist verboten (und auch sonst nur an wenigen Orten erlaubt), und eine entblößte Brust führt zu zensurfreundlichen zeitversetzten Übertragungen im Fernsehen. Aber man darf Vabanque mit seinen Krankheitskosten spielen, seine letzten Cents an der Börse verjubeln und zig Leute laufen mit geladenen Knarren durch die Gegend.

Gut, die deutsche Weisheit, dass staatliches Glücksspiel nicht von Übel sei, privates hingegen jedoch sehr, klingt auch nicht besonders logisch. Aber das sieht ja auch die EU so. Die Amis hingegen verstehe, wer will.

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6 Kommentare zu “Paternalistischer Furor?”

  1. 22.01.2007 | 19:11

    Lustig finde ich das Glücksspielverbot online wenn man bedenkt in wie vielen Staaten, Gemeinden oder Reservaten in den USA Casinos stehen. Schon komisch oder?

    Und hier? Alkohol gibt es an jeder Ecke aber wehe irgendwo macht ein Wettbüro auf und verführt arme Menschen dazu ihre Stütze zu verzocken…*kopfschüttel

  2. 23.01.2007 | 0:33

    Wer braucht Wettbüros so lange es 9Live gibt?

  3. 23.01.2007 | 0:36

    Ups, hätte ich wissen müssen: Bei dem Thema dürfte fast jeder Kommentar in der Moderationsschleife hängenbleiben, weil er ähnliche Stichworte aufweist wie in den interessanten Produktinformationen der internationalen Glücksspiel-Dienstleistungsbranche, die uns freundlicherweise regelmäßig zugestellt werden.

    @Paul

    Eben nicht an jeder “Ecke”. Zum Beispiel in Indianderreservaten, weil die da autonom sind, und auch Las Vegas ist irgendein Spezialfall.

  4. 23.01.2007 | 0:36

    @Björn

    Wettbüros sind zeiteffizienter.

  5. spruance
    23.01.2007 | 10:27

    Viele Indianerstämme nehmen Mafiosi und ähnliche Gangster als Mitglieder auf, die dann wiederum Casinos gründen, die dann wieder den Stämmen und der Regierung ein hübsches Einkommen liefern. Online-Casinos stören da nur.

  6. googlehupf
    23.01.2007 | 23:47

    Was die WTO wohl vom Verbot der Online-Glücksspiele hält?

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