22. Januar 2007
Paternalistischer Furor?
Der Eifer, mit dem die US-Regierung die Betreiber von Online-Glücksspielen und sogar ihre Finanziers verfolgt, ist für liberale europäische Augen arg seltsam zu nennen. Ist das wirklich dieses seltsame evangelikale Gemisch aus wirtschaftlicher Freiheit und gesellschaftlicher Strenge, das zu diesen eigenartigen Blüten führt?
Alkoholhaltiges darf nur in bestimmten Läden gekauft und erst ab 21 (und drinnen!) konsumiert werden, Online-Glücksspiel ist verboten (und auch sonst nur an wenigen Orten erlaubt), und eine entblößte Brust führt zu zensurfreundlichen zeitversetzten Übertragungen im Fernsehen. Aber man darf Vabanque mit seinen Krankheitskosten spielen, seine letzten Cents an der Börse verjubeln und zig Leute laufen mit geladenen Knarren durch die Gegend.
Gut, die deutsche Weisheit, dass staatliches Glücksspiel nicht von Übel sei, privates hingegen jedoch sehr, klingt auch nicht besonders logisch. Aber das sieht ja auch die EU so. Die Amis hingegen verstehe, wer will.
Verfasst von Rayson um 18:03 Uhr in der Kategorie Innenpolitik, International (Trackback)