Oh yeah!!!

Um mal eins klarzustellen: Niemand zwingt einen, für ein Kreditinstitut namens “Teambank” zu arbeiten.

Gelegenheit also für ein einmaliges Experiment: Wieviel kostet die Lizenz zum Duzen?

Dank sei diesem Unternehmen, dem wir anscheinend auch die historische und marketingtechnische Glanztat zu verdanken haben, das Frankenstadion in “EasyCredit”-Stadion umzubenennen. Nur Erbsenzähler stören sich vielleicht daran, dass das englische “you” mehr mit dem deutschen “Sie” als mit dem deutschen “du” zu tun hat. Wir benutzen ja auch “Handys”. Und vom Anglizismus lernen, heißt siegen lernen (bitte sächsisch aussprechen).

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22 Kommentare zu “Oh yeah!!!”

  1. Mathias
    23.01.2007 | 23:35

    Stoerst DU dich etwa daran, dass das Frankenstadion in “EasyCredit”-Stadion umbenannt wurde? Jetzt echt?

  2. 23.01.2007 | 23:37

    Ist es schlimm, wenn ich das für einen selten dämlichen Stadionnamen halte?

  3. googlehupf
    23.01.2007 | 23:41

    Als Agent des Neoliberalismus muss man sowas automatisch für gut befinden, wusstest DU das nicht?

    Ich bin auf jeden Fall immer wieder erstaunt darüber über welche tiefgreifende Themen sich der ein oder andere Vorstand den Kopf zerbricht. Wirklich toll.

  4. 23.01.2007 | 23:43

    Beschlossen hat das Ganze vor Kurzem die Führungsmannschaft bei einer Klausur im bayerischen Benediktinerkloster Plankstetten.

    Ich vermute mal, der Beschluss kam dort zustande. Oder dort.

  5. 23.01.2007 | 23:45

    @Marian

    Da sieht man mal, wozu Recherche gut ist.

  6. 23.01.2007 | 23:45

    “Es handelt sich nicht um ein Sympathie-Du, sondern um einen Ausdruck von Professionalität im Sinne des englischen You.”

    Wenn sich also ein sympathischer Unterton in das “Du” einschleicht, riskiert man die fristlose Kündigung, oder wie?

  7. 23.01.2007 | 23:50

    Witziger finde ich noch, in der Verwendung von “you” einen “Ausdruck von Professionalität” erkennen zu können. Die waren garantiert in der Brennerei.

  8. 23.01.2007 | 23:55

    Das gibt morgen übrigens meinen ersten offenen Brief.

  9. 24.01.2007 | 0:00

    Oh yeah!!!

  10. 24.01.2007 | 0:01

    In Teamcamps sollen sie in den kommenden Wochen vom Nutzen des ungewohnten Duzens überzeugt werden.

    Das erinnert mich an den Eintrag beim A-Team vor fast einem Jahr: Neulich beim Integrationskurs

  11. 24.01.2007 | 0:39

    [...] Das ist wirklich großes Kino. Statt weiterer Kommentare verweise ich auf meinen Blogeintrag bei den “Bissigen Liberalen”: http://www.bissige-liberale.com/2007/01/23/oh-yeah/ [...]

  12. T. Albert
    24.01.2007 | 0:40

    Das Geduze hat Mussolini gleich national eingeführt.

  13. marti
    29.01.2007 | 12:32

    interessant..
    mann muss blos ein überbezahlter proll sein, um gegen das heilige herumgesieze vertoßen zu können? dann lohnt sich das ja richtig ^^
    wobei mir ‘irgendein polizist’ wahrscheinlich egal genug währe um ihn zu siehzen oder ähnliche sprachliche verrenkungen zu unternehmen damit er sich wichtig vorkommen kann..

    > Das Geduze hat Mussolini gleich national eingeführt.

    im italienischen gibt/gab es sowas wie siezerei auch?
    solcher linguistischer masochismus scheint doch verbreiteter zu sein als ich dachte..
    naja hat man wenigstens ein paar nichtvorhandene probleme mit denen man seine zeit vertreiben kann.. ;)

    vielleicht sollte man, um das beschäftigungsproblem zu lösen, die unbrauchbarsten grammatischen eigenschaften anderer sprachen in deutschsprech aufnehmen und mit einer übersteigerten französischen rechtschreibung dekorieren
    besonders wichtig: _alle_ pronomen geschlechtsspezifisch, damit man die leute besser gleichberechtigen kann :>

  14. 29.01.2007 | 12:54

    “mann muss blos ein überbezahlter proll sein, um gegen das heilige herumgesieze vertoßen zu können?”

    Man muß es sich leisten können. Das kann Bohlen, die meisten anderen können es nicht.

    “dann lohnt sich das ja richtig”

    Die Konsequenzen eines vollständigen Sie-Verzichtes würden von der Möglichkeit, Polizisten zu duzen, in der Regel sehr wahrscheinlich nicht aufgewogen.

  15. 29.01.2007 | 13:35

    im italienischen gibt/gab es sowas wie siezerei auch?

    Kleiner, randwärtiger Hinweis: Im Englischen, was gerne als Muster an Lockerheit genannt wird, weil alle ein You benutzen (”You can say you to me, Mr. Gorbatchev.”), da Siezen die sich sprachhistorisch betrachtet.

    Das You/Thou war ursprünglich mal die höflichere und formalere von zwei Formen. Dann hat jeder darauf bestanden das man ihn “youzt” und als Resultat ist die saloppere Form aus der Sprache verschwunden.

    Nur um hier mal mit unnützem Linguistikwissen zu randalieren.

  16. 29.01.2007 | 13:36

    Oh… das stand schon im Ursprungspost. Peinlich. Das kommt davon, wenn man nicht nochmal nach oben scrollt und nachschaut, zu welchem Thema gerade kommentiert wird. Sorry.

  17. 29.01.2007 | 13:43

    @Björn

    Geh einfach davon aus, dass wir noch viel schlauer sind als du uns zutraust ;-)

  18. 29.01.2007 | 13:44

    Noooooch schlauer? ;)

  19. 29.01.2007 | 13:48

    Etwas mehr Schläue ist immer möglich. Du wirst das genaue Ausmaß nie erfahren, solang Du nicht auf was explizit Dummes stößt.

  20. 30.01.2007 | 23:58

    > Das You/Thou war ursprünglich mal die höflichere und formalere von zwei Formen. Dann hat jeder darauf bestanden das man ihn “youzt” und als Resultat ist die saloppere Form aus der Sprache verschwunden.

    nun so rum gehts auch.. ^^ hätte ich nicht gedacht das das derartig verbreitet ist.. ein blick in die wipe hast sich wenigstens gelohnt..

    jedenfalls scheint es mir offensichtlich das höflichkaitsanreden dumm sind, offensichtlich sind sie entstanden damit ein ‘untergebener’ in ’seinem’ könig mehr sieht als einen menschen und in seinem chef mehr als einen vertragspartner..

  21. 31.01.2007 | 0:01

    ähm..
    “sieht” :P

  22. R.A.
    31.01.2007 | 11:26

    @marti:
    > jedenfalls
    > scheint es mir
    > offensichtlich
    > das
    > höflichkaitsanreden
    > dumm sind, …
    Man kann ja gerne
    eine so exzentrische Außenseitermeinung vertreten - aber dann sollte man sie begründen, anstatt “offensichtlich” zu schreiben.

    Offensichtlich ist nämlich eher das Gegenteil, sonst würden nicht so viele Sprachen (alle mir bekannten …) auf diese Unterscheidung Wert legen.

    In der Regel hat das auch mehr mit Distanz/Nähe zu tun als mit Über/Unterordnung.

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