Seltsames zu Zecken

In den letzten Tagen wird immer wieder vor Zeckenbissen gewarnt. Das ist gut so, denn die diese kleinen Spinnen können ganz gemeine Krankheiten übertragen.

Da wäre an erster Stell die Borreliose zu nennen. In Hochrisikogebieten sind bis zur Hälfte der Zecken damit infiziert. Diese Krankheit ist schwer zu diagnostizieren und kann zu erheblichen Langzeitschäden bis hin zum Tod führen. Für Borreliose existiert kein Impfstoff.

Die zweite übertragene Krankheit ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). In Risikogebieten sind bis zu fünf Prozent der Zecken damit infiziert. In den meisten Fällen heilt diese Krankheit folgenlos aus, aber bis zu zwei Prozent der Erkrankten sterben daran. Für FSME existiert ein wirksamer Impfstoff.

Nun bin ich kein Arzt, aber wenn wir diese Fakten kennen, müsste sich die Warnung doch vor allem auf eins erstrecken: Wie man Zeckenbisse vermeidet und notfalls rechtzeitig erkennt. Wenn nun jedoch im Mittelpunkt der Warnungen die Aufforderung steht, sich vor der zehnmal weniger verbreiteten, aber offensichtlich nicht wirklich schlimmeren Krankheit durch eine nicht gänzlich unproblematische Impfung zu schützen, dann liegt der Verdacht nahe, dass hier im Grunde vor etwas ganz anderem gewarnt werden soll. Vielleicht vor zu geringen Arzteinkommen oder Pharma-Gewinnen?

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10 Kommentare zu “Seltsames zu Zecken”

  1. googlehupf
    25.01.2007 | 21:25

    Borreliose ist zwar schwer diagnostizierbar kann aber als bakterielle Erkrankung durch einfache Antibiotika wie Amoxicillin behandelt werden.

    Bei FSME als Viruserkrankung kann man im Prinzip nur die Symptome behandeln. Ist vielleicht unwahrscheinlich das was Schlimmes passiert aber wenn es das tut ist man fast machtlos.

    Aber du hast Recht, das Beste ist natürlich den Stich gleich ganz zu vermeiden. Nur lässt sich das eben nicht immer gewährleisten.
    Wenn man mal z.B. keine passende Kleidung anhatte (bsp. Badesee) sollte man überprüfen ob man gebissen wurde. Wenn man sich das merkt und dann später Borreliose-Symptome auftreten erleichtert man auch die Diagnose.

  2. 25.01.2007 | 21:54

    Zeckenbisse zu vermeiden mag als Erwachsener mit einiger Mühe und Verzicht auf Barfußgehen oder Liegen im Gras ja noch irgendwie möglich sein. Für Kinder halte ich das aber für ausgeschlossen.

  3. der gute don
    25.01.2007 | 22:43

    die Biester lassen sich von Bäumen auf uns fallen, da dürfte Vermeidung schwer sein. Ich habe das jedenfalls nie gemerkt, wenn ich einen Biss abbekommen habe. Allerdings hat die Bundeswehr mir die Impfung spendiert …

  4. 25.01.2007 | 22:56

    “die Biester lassen sich von Bäumen auf uns fallen, da dürfte Vermeidung schwer sein.”

    Ich habe gehört, das mit dem Fallenlassen sei eine Legende, in Wirklichkeit kämen sie angekrochen. Ich weiß aber nicht, was stimmt.

  5. googlehupf
    25.01.2007 | 23:03

    Zecken sitzen nicht auf Bäumen sondern eher im “hohen Gras”.

    Die Leute die die Zeckenpopulation messen (und auch den Erregerbefall) fahren einfach in den Wald, nehmen ein großes weißes Tuch was sie durch besagtes hohes Gras schwingen und dann zählen sie die Zecken die sich dran abstreifen und nehmen die Biester mit ins Labor.

    Wer also passende Kleidung trägt kann und auf nem befestigten Weg aufhält dürfte eigentlich keine Zecke abkriegen.

  6. 25.01.2007 | 23:23

    Das Gras muss nicht hoch sein. Fünf Zentimeter, also ein Rasen, der nicht englischer Art ist, reichen schon.

  7. googlehupf
    25.01.2007 | 23:29

    I stand corrected.

  8. 25.01.2007 | 23:32

    Nur zur Erläuterung, woher mein Wissen kommt:
    Ich weiß es aus eigener Anschauung. Meine Nichte und mein Neffe waren nach dem Herumtollen auf einem (meinem) solchen Rasen übersät mit diesem Viehzeuch.

  9. Jana
    26.01.2007 | 10:11

    Wenn ich im Wald nach Pilzen suche, kann ich noch so toll angezogen sein (mit langer Hose, Socken & festen Schuhen): _Einen_ Zeckenbiß bekomme ich bestimmt ab - auch ohne Herumtollen. Mit Zeckenbißvermeidung, die hier gefordert wird, isses also bei mir nix, so leid es mir - im eigenen Interesse - auch tut …

  10. 26.01.2007 | 18:30

    Ich muss Rayson hier leider mal widersprechen: Ich denke schon, dass die Impfung gegen FSME sehr sinnvoll ist. Zeckenbisse kann man nicht immer vermeiden, egal wie sehr man aufpasst. Außer natürlich, man hält wirklich immer genug Distanz zu Wäldern und sämtlichem anderen Grünzeug.

    Was ich allerdings jetzt gehört habe, ist, dass man sich die Auffrischungsimpfungen schenken kann, weil die Immunisierung aller Warnungen in der Regel Jahrzehnte oder lebenslang erhalten bleibt. Allerdings bin ich kein Arzt, daher keine Garantie hierfür!

    Schlimmer als etwas moderate Lobby-Arbeit der Pharmaindustrie (die, auch, wenn die guten Intentionen nur vorgeschoben sind, dennoch insgesamt helfen dürfte), sind doch die beiden radikalen Gruppierungen, was Impfungen angeht: Auf der einen Seite die, die nicht nur mit ihrem eigenen Leben, sondern auch mit dem ihrer Kinder spielen, in dem sie wegen esoterischem Schwachsinn, Verschwörungstheorien, einem sehr unwahrscheinlichen Impfschaden oder einfach Dummheit auf wichtige Impfungen verzichten. Die andere Seite sind die nicht minder radikalen Vertreter der Politikerzunft, die Zwangsimpfungen propagieren.

    Gegen eine Impfempfehlung kann ich allerdings nichts sagen, solange die vorhandene Impfung nicht zu einem leichtfertigen Umgang mit Zecken führt.

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