25. Januar 2007
Umkehr
Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat die Diskussion über sein Bekenntnis, Mitglied der Waffen-SS gewesen zu sein, in Form von Lyrik bewältigt. «Er wehrt sich gegen seine Kritiker. Aber ganz leise – mit Gedichten», sagte sein Freund Volker Neuhaus dem Kölner «Express». «Dummer August» heißt der lyrische Zyklus, der im März erscheint. Der Titel ist eine Anspielung auf den vergangenen August, als die Debatte ihren Höhepunkt erreichte.
So weit. so gut und vielleicht auch so verständlich. Aber dann:
Dazu habe Grass Zeichnungen gemacht, etwa Baum- und Selbstporträts. »Eines zeigt ihn mit spitzem Hut. Da kann man an die spitzen Hüte denken, die Juden im Dritten Reich tragen mussten«, so Neuhaus.
Das ehemalige Mitglied der Waffen-SS als verfolgter Jude. Dass diesem “Freund” bei so etwas nicht die Worte im Hals steckenbleiben, kann ich nicht begreifen.
Mal ganz abgesehen davon, dass der gute Mann sich wohl auch noch um ein paar Jahrhunderte vertan hat.
Verfasst von Rayson um 20:28 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)