Niedlich

Ich gestehe ja, dass ich mir das Schlachten von Robben nur unter seelischem Schmerz ansehen könnte. Aber das Gleiche gilt für das Schlachten von Lämmern, Kühen und allem, was niedlich oder lieb aussieht. (Das Schlachten von Hähnen übers Herz zu bringen, habe ich mit Mühe und notgedrungen inzwischen gelernt.)

Deshalb möchte ich doch bitte mal fragen, welche einigermaßen objektive Begründung hinter den hier erwähnten Handelsbeschränkungen und Nicht-Toleranz-Bekundungen steht. Sollte Politik nicht auch ein wenig auf Vernunft gründen, Frau Wolff?

Aber vielleicht ist es ja Vernunft, Lobby-Vernunft. Vielleicht halten sich hier die europäischen Bauern, denen keine Robben zum Schlachten zur Verfügung stehen und die sich auf großäugige Kühe und kuschelige Kaninchen beschränken müssen, nur unliebsame Konkurrenz vom Leib. Was zwar verlogen ist aber prima klappt, wenn man die Mitleidskarte mit großäugigen Robben ausspielt.

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2 Kommentare zu “Niedlich”

  1. 26.01.2007 | 23:28

    Hier gibt es fuer mich zwei entscheidende Fragen, von deren Antworten ich meine Einstellung abhaengig machen wuerde:

    (1) Wie werden die Tiere getoetet (wie schnell etc.), muessen sie Qualen erleiden?;
    (2) Ist die Tierart lang- oder gar kurzfristig vom Aussterben bedroht?

    Das Problem ist nun wieder einmal, dass je nach Quelle beides bejaht oder beides verneint wird. Ich empfinde den englischen (!) Wiki-Eintrag [1] als relativ ausgeglichen, da er auch zahlreiche Quellenverweise enthaelt, lasse mich da aber gerne vom Gegenteil ueberzeugen.
    Das als mein Hintergrundwissen ausweisend, halte ich die oeffentliche und (fast) generelle Aechtung der Robbenjagd durch die EU fuer zumindest inkonsequent und unehrlich. Ein Phaenomen, das ich speziell in der EU haeufig anzutreffen meine: sich moralisch ueber etwas erregen (was “die Anderen” tun), es verbieten (natuerlich ohne wirtschaftlichen Schaden fuer EU Laender), um sich dann in die eigene, vermeintlich ueberlegene Moral einzukuscheln.

    Ich muss allerdings zugeben, dass die “Baby-Robben” wirklich verdammt niedlich sind. Da kommen Huehner und Kaelber einfach nicht heran. Das, zusammen mit dem bequemen (Un-)Halbwissen, wie das Steak auf meinen Teller kam, und die Sicherheit, Robbenfleisch nie vermissen zu werden, zwingt mich und wahrscheinlich 99,9% aller Europaer, in ungerechter und sehr subtiler Weise, das Verbot insgeheim als eine gute Nachricht aufzunehmen.

    [1] http://en.wikipedia.org/wiki/Seal_hunting

  2. der gute don
    27.01.2007 | 1:30

    gedenken wir kurz einem alten beitrag von maxsteiner&miersch

    http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-04-21a.htm

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