27. Januar 2007
Verstörende Frage
Sind Waffenfetischisten eigentlich liberal?
Verfasst von Rayson um 01:41 Uhr in der Kategorie Blogosphäre, Grundsatzfragen (Trackback)
Sind Waffenfetischisten eigentlich liberal?
Verfasst von Rayson um 01:41 Uhr in der Kategorie Blogosphäre, Grundsatzfragen (Trackback)
Das ist einfach: Liberale Waffenfetischisten sind es, nicht-liberale sind es nicht.
Danke, Mr. Wise Guy
Dann eben: Kann es so etwas überhaupt geben wie einen “liberalen Waffenfetischisten”?
Ich wollte mit meinem Kommentar schon zum Ausdruck bringen, daß ich da keinen notwendigen Widerspruch sehe. Jedenfalls nicht dann, wenn ich davon ausgehe, daß Du “Waffenfetischist” im Sinne von “Waffennarr” verwendest. Aber jemand der die Waffen ständig auf illiberale Weise zum Einsatz bringt, wäre ja selbstverständlich nicht liberal.
Ich schätze, als Liberaler wird man Waffengewalt nur zur Selbstverteidigung oder Nothilfe befürworten. Und zwar als notwendiges Übel, weil man dadurch zwangsläufig das Eigentum anderer am eigenen Körper missachtet. Eine liebevolle Beziehung zu diesen Instrumenten will mir daher, ob zum Ausbruch kommend oder nur latent, nicht als mit liberalem Denken vereinbar einleuchten.
Ich überlege gerade, ob sich das Argument nicht ohne weiteres auf “Killerspiele” übertragen ließe, womit es endgültig auflaufen würde. Ich bin mir aber noch nicht sicher.
Wessen Leib und Leben sind “Killerspiele” in der Lage zu verletzen?
Wessen Leib und Leben verletzt die reine Begeisterung für Waffentechnik?
Sind Waffenfetischisten eigentlich liberal?
Kommt drauf an.
Sekunde - das ist schon eine Ebene drüber. Die reine Begeisterung für Killerspiele verletzt nichts. Das gilt aber auch für die Spiele selbst- die Begeisterung gilt also etwas, das nicht dazu geeignet ist, Menschen zu töten oder zu verletzen.
Die Begeisterung für Waffen selbst verletzt auch nichts. Aber sie gilt einem Objekt, das explizit zum Töten und/oder Verletzen hergestellt wurde und daher - zumindest in meinen Augen - indirekt, aber konsequent dem Töten und Verletzen selbst.
Ja, das ist genau der Punkt, an dem ich auch hängen geblieben war, als ich mich fragte, ob das übertragbar ist.
Allerdings: Impliziert eine Begeisterung für Briefmarken indirekt eine Begeisterung für Postverkehr? Kann man nicht leidenschaftlich Teetassen sammeln, Tee aber verabscheuen? Muß jemand, der Lastkraftwagen liebt, auch eine Begeisterung für das Speditionswesen mitbringen?
Wie alle einfachen Aussagen ist wohl auch meine in der Frage versteckte nicht zu 100% gültig. Darauf bestehe ich auch nicht. Aber ich nehme an, dass eine Leidenschaft für ein Instrument in den allermeisten Fällen mit einer Sympathie für dessen Anwendung einhergeht. Es sei denn, die Nichtanwendung sei Voraussetzung für die Leidenschaft (z.B. ungestempelte Briefmarken) oder auch grundsätzlich unmöglich (z.B. historische Waffen).
Bei dem, was mir als Anlass zur Frage diente, bin ich mir da sogar recht sicher.
Das ist wahrscheinlich auch ein ganz anderer Punkt ![]()
Waffennarren können sowohl als auch sein, aber: Jemand, der für eine allgemeine staatliche Kontrolle von Schußwaffen ist kann nie ein Liberaler sein.
apex
Wie kommt man den darauf, daß eine Leidenschaft für historische Waffen deren Nichtanwendung impliziert, gar grundsätzlich unmöglich macht ? Bei dem, was (bzw. vermutlich: DER)als Anlass zur Frage diente, handelte es sich doch wohl nicht um einen für nigelnagelneue Anti-Satelliten-Raketen-Technik (wow… drei Bindestriche) Begeisterten. Wer Waffen, vom Faustkeil bis zum Vorgenannten,nicht zutiefst verabscheut, kann doch wohl nur ein ganz ein kranker Soziopath sein. Das gilt für Killerspiele (vormals “Ballerspiele”, ein geradezu todbringender Euphemismus) natürlich umsomehr, oder zumindest auch, oder irgendwie. Gleichwohl…manche dieser kranken Waffennarren und Killerspieler sind eines mehr als viele ihrer Widersacher… nämlich liberal.
Klares JA. Solange jemand Waffen liebt, sammelt, legal einsetzt (Verein etc.) kann er durchaus liberal sein. Im Gegenteil finde ich, daß jemand der Waffenfetischisten per se für nicht liberal hält für illiberal.
Ich bin beides. (Nicht wirklich ein Fetischist, aber bedenklich nah dran ;-))
Also mit den Aussagen
1) Waffen sind zum Töten hergestellt
2) Wer sich für Waffen begeistert, begeistert sich in den meisten Fällen für deren Anwendung
konnte ich der Sache noch folgen. (Wobei ich mir Punkt 2 bei Messern schwer vorstellen kann, aber die werden von Sammlern wohl eher als Werkzeuge betrachtet). Wo ich aber aussteige ist die Behauptung, die Begeisterung für die Anwendung von Waffen wäre gleichzusetzen mit der Missachtung des Eigentums anderer am eigenen Körper.
Das ist eine zu weite Brücke. Waffen anzuwenden kann bedeuten Pappscheiben auf möglichst weite Entfernung zu durchlöchern, Wild zu schiessen oder auch das Eigentum am eigenen Körper zu schützen. Ich denke sogar, nur in den wenigsten Fällen begeistert sich jemand für Waffen, weil er von dem Gedanken besessen ist, damit anderen ihr Leben zu nehmen, weil er es ihnen nicht zugesteht. So jemanden reicht eine einzige Waffe (die funktioniert) um seinen Trieb zu stillen. So jemand muss nicht Wissen um die verschiedensten Kaliber und Lademechanismen und die zugehörigen historischen Fakten aus zahlreichen Büchern und Fachzeitschriften ansammeln. Das ist erstens zeitaufwändig, und zweitens würde es nichts zu der Begeisterung andere schlichtweg zu töten beitragen.
> 1) Waffen sind zum Töten hergestellt
Wenn man das Ganze aufs Jagen überträgt, ist es sogar sinnvoll und notwendig ein Tier möglichst präzise zu töten. Dazu benötigt man technologische Perfektion und präzise Waffentechnik.
Oft ist Begeisterung für Waffen auch mit Faszination über ihre Geschichte und der prinzipiellen Liebe zu Perfektion und Präzision technischer Geräte verbunden. (Mein Gott ich liebe mein Auto wirklich) Das heißt nicht, daß ich das Töten von Tieren -also den Einsatzzweck- lieben muß. Er ist notwendig und etwas anderes als in die Kühltheke zu greifen. Ich sehe also eher keine Korrelation zw. Waffenbegeisterung und Liberalität.
Angesichts der wirren Geister die mich in diesem Land umgeben, bin ich zudem relativ dankbar über den etaistischen Eingriff der Waffenreglementierung.
Interessante Kommentare. Und wenn wir “Waffen” noch einmal konkretisieren in Kriegsgerät wie Bomber, Panzer oder Raketen?
Führt der “etaistischen Eingriff der Waffenreglementierung” wirklich zu praktischen Unterschieden zwischen den USA und Deutschland? Oder sind die Unterschiede in den Folgen des Waffenbesitzes nicht auf andere Ursachen zurück zu führen?
Oder sind die Unterschiede in den Folgen des Waffenbesitzes nicht auf andere Ursachen zurück zu führen?
Auf welche denn?
Welche Ursachen dies sein könnten ist mir im Augenblick wurscht. Sind es wirklich die hiesigen Gesetze, die dich vor “wirren Geistern” schützen?
Es sind die hiesigen Gesetze, die mich zumindest bis zu einem gewissen Grad vor Waffen in der Hand wirrer Geister schützen …
Es gibt eben auch liberale Spinner. Nur weil man ein Spinner ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass man auch liberal ist.
Ich schieße übrigens ganz gern. Allerdings nur mit Luftdruckwaffen auf Ziele, die nicht wie Personen aussehen.
Ich gebe zu, ich bin Waffenfetischist (und hoffentlich trotzdem Liberaler).
Aber nicht das moderne Zeug.
Aber Schwerter, Ritterrüstungen und ähnliches - das ist doch der Höhepunkt jeder Burgführung.
@R.A.:
Folterkammern! Was ist mit Folterkammern? ![]()
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