31. Januar 2007
Geschlechtergetrennter Unterricht in NRW?
Die CDU-Fraktion in NRW denkt nach einem Bericht auf koeln.de darüber nach zu geschlechtergetrennten Unterricht zurückzukehren.
Dort heisst es:
Die CDU-Landtagsfraktion will den gemeinsamen Unterricht von Jungen und Mädchen an den nordrhein-westfälischen Schulen auf den Prüfstand stellen. Es gebe unter den Abgeordneten den Wunsch, über getrennten Unterricht beispielsweise bei naturwissenschaftlichen Fächern nachzudenken, sagte Fraktionschef Helmut Stahl am Freitag in Düsseldorf bei einem Ausblick auf die Themen des neuen Jahres. [...]
Auftakt der Debatte über dem gemeinsamen Unterricht, die so genannte Koedukation, soll ein Werkstattgespräch der Fraktion im ersten Halbjahr sein, zu dem auch Experten eingeladen werden. Er selbst würde eine Trennung nach Geschlechtern befürworten, wenn feststehe, dass dies beiden Seiten nütze, betonte Stahl. Ziel müsse sein, Jungen und Mädchen gerecht zu werden und am besten zu fördern.
Sarkastisch könnte man meinen nach der Wiedereinführung von Kopfnoten und nachdem sich die Schulministerin Sommer auf dem Landeskongress der Jungen Liberalen äußerst(!) positiv über den Disziplin-Guru Bueb geäußert hat, wäre dies nur der logische nächste Schritt. Bis zum Ende der Legislaturperiode sind wir dann bei der “Bräuteschule” für alle 16jährigen Mädchen angelangt.
Als am Anfang der Legislaturperiode die Regierung versprochen hat in NRW das modernste Schulsystem Deutschlands zu schaffen, da habe ich mir etwas anderes darunter vorgestellt. Ich dache da eher an:
- Mehr Autonomie der Schulen, am besten inkl. einer eingeschränkten inhaltichen Autonomie, damit die Schulen auch Schwerpunkte herausbilden können. Weg von der zentralen Steuerung über möglichst detailierte Verordnungen und Vorschriften. Heute wird zentral genau vorgeschrieben welche Bücher zu lesen sind und in welcher Woche eine Klassenfahrt stattfindet. Weg mit der Annahme alle Schulen wären gleich oder sollten möglichst gleich sein.
- Schulinspektionen, bei denen konstruktiv an den Schulen diskutiert wird und Erfahrungen ausgetauscht werden und nicht Schulinspektionen bei denen wie Frau Sommer sagt, “die schlechten Lehrer an der Schule isoliert werden” (entsprechenden Zeitungartikel leider nicht wiedergefunden).
- …
Ja, diese Punkte aus den Wahlkampfheften wurden auch angegangen, aber entweder halbherzig wie die Schulautonomie oder mit einem ins Gegenteil verkehrten Ziel wie die Schulinspektionen.
Verfasst von dirkmeister um 11:46 Uhr in der Kategorie Bildungspolitik (Trackback)