5. Februar 2007
Was Vista mit Schrott zu tun hat…
Ich stehe wohl nicht im Verdacht, ein unkritischer Bejubler der Produkte und Geschäftspraktiken eines gewissen Weichwaren-Anbieters aus Redmond, Washington, USA zu sein. Aber man kann es auch übertreiben. Aus heise.de:
Greenpeace: Vista könnte eine Flut an Computerschrott erzeugen
Die Argumentation geht ungefähr so: Die meisten PCs, die derzeit in Verwendung sind, erfüllen nicht die Hardware-Anforderungen von Vista. In den USA scheitern ungefähr die Hälfte, in ärmeren Ländern weit mehr. Dadurch entstünde ein Druck, diese PCs gegen neue auszutauschen, was zu neuen Bergen von giftigem Computerschrott in Müllhalden in Asien und Afrika führen würde.
Einerseits ist es natürlich eine gute Nachricht, dass der Herr von Greenpeace, der uns mit dieser Schreckensnachricht beglückt, den Wohlstand in den armen Ländern für inzwischen so weit verbreitet hält, dass man dort wegen durchsichtiger Fenster und einer neuen Spiele-API sämtliche Alt-PCs austauschen und die alten wegwerfen wird. Andererseits wäre es wohl ein Fehler, von der Ausstattung des eigenen, durch Spendengelder finanzierten Büros auf die in Wirtschaftsunternehmen zu schließen. Nach allem, was ich selbst so erlebt habe und was man jetzt auch wieder hört, werden Unternehmen sowieso erst auf das neue Windows umsteigen, wenn Neuanschaffungen auf dem Programm stehen. In viele Büros dürfte noch nicht einmal XP Einzug gehalten haben. Und was die ärmeren Länder betrifft: Da habe ich in Unternehmen schon die abenteuerlichsten Ausstattungen gesehen. Auf die Idee, einen PC wegzuwerfen, der unter XP noch lief, würde dort aber ganz, ganz sicher keiner kommen…
Mir scheint, hier hat einer versucht, zwei Dinge miteinander zu verknüpfen, die bei seiner Spenderklientel als Reizwort taugen. Besonders wir Deutsche nehmen ja jede Angstmeldung gerne entgegen.
Verfasst von Rayson um 22:22 Uhr in der Kategorie Politik, Umweltpolitik, Wirtschaft (Trackback)