Deutscher Fußball-Nachwuchs

Aber ich weiß, dass die deutschen Nachwuchsspieler eine hohe Qualität haben. Vertraut man ihnen, werden sie das zurückzahlen. Schauen Sie sich den VfB Stuttgart an: Mario Gomez, Serdar Tasçi oder Sami Khedira, das sind richtig gute Fußballer.

(Interview mit “Hansi” Flick)

Wo wäre Deutschland ohne Einwanderer? Und reicht es, Einwanderer nur als Lösung oder nur als Problem zu sehen? Ich glaube, es ist Zeit für Erfolgsstorys nicht nur im Fußball. Als Be- und als Hinweis.

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19 Kommentare zu “Deutscher Fußball-Nachwuchs”

  1. Chinaski
    6.02.2007 | 20:23

    Die Frage ist für mich viel eher, wieso gibt es so wenig Personen mit Migrantenhintergrund, die im öffentlichen Leben stehen?

    Jetzt einmal abgesehen von paar Sportlern und Leuten aus der Unterhaltungsindustrie:

    Wieso sind so wenig unserer immigrierten Mitbürger und ihre Nachfahren im Rampenlicht?

    Als Politiker fällt mir nur Cem Özdemir spontan namentlich ein, als Unternehmer dieser komische Studivz-Futzi (Josef Ackerman zählt da jetzt nicht).

    Aber im großen und ganzen werden die wichtigsten Positionen fast nur von “Alteingesessenen” besetzt.

    Aber wieso?

    Ergreifen Migranten andere Berufe (die meisten MdBs sind Juristen oder Studienräte)?

    Versprechen sie sich keinen Nutzen durch politisches Engagement?

    Bleiben sie lieber unter sich und interessieren sie sich nicht für gesamtgesellschaftliche Probleme?

    Werden sie diskriminiert?

    Oder liegt das daran, dass Deutschland inzwischen nicht die Leistungsbereiten anlockt wie z.B. die USA? Aber wenn dem so ist, was ist mit den hundertausenden Italienern und Türken, die als arbeitswillige Gastarbeiter herkamen, und jetzt hier mit ihren Nachkommen leben, sind das alles nur Maurer, Pizzabäcker und Dönerschnetzler?

    Also allgemein, wieso haben wir keine Jerry Yangs (Yahoo), Thurgood Marshalls (1. Schwarzer Supreme Court Richter) und Christina Aguileras (ultraheisses Popschnittchen mit Wahnsinnsstimme)?

    Für mich ist die Frage, wieso gibt es so wenige Erfolgsstorys?

  2. 6.02.2007 | 20:43

    @Chinaski

    Sehr gute Frage.

  3. FG
    6.02.2007 | 20:49

    Völlig richtig, nur dummerweise sind die 3 genannten Spieler ihr ganzes Leben lang noch nirgendwohin ein- oder ausgewandert. Alles 3 gebürtige Schwaben (Riedlingen, Esslingen, Stuttgart).

  4. FG
    6.02.2007 | 20:53

    @Chinaski

    Immerhin darf jetzt ein türkischer Niederbayer eine der heiligsten bayrischen Reden halten. Und wenn wir ein wenig Richtung Trash kucken: die 3 vermeindlichen Pro7-Pop-Stars haben alle einen “Migrationshintergrund”.Aber auch an das Bundesverfassungsgericht hat es ein Udo die Fabio schon geschafft. Wir üben noch, ganz aussichtslos ist es aber wohl doch nicht.

  5. 6.02.2007 | 20:54

    Deren Eltern aber wohl schon. Also geht es um Einwanderung. Und es geht auch um das Schicksal der sogenannten zweiten und dritten Generation.

  6. Chinaski
    6.02.2007 | 21:22

    @FG
    an di Fabio hatte ich nicht gedacht, Giovanni di Lorenzo kann man auch noch als Beispiel für öffentlich erfolgreiche Migranten nehmen.
    Aber ohne das jetzt überprüft zu haben behaupte ich jetzt einmal ganz dreist, dass es kein DAX-Unternehmen gibt, welches von einem Deutschen mit Migrationshintergrund geleitet wird. Ausserdem sind im Bundestag nicht annäherungsweise soviele türkisch- etc.-stämmige, wie prozentual in der Bevölkerung vertreten.

    Popstars als Erfolgsbeispiele benantwortet ja nicht meine Frage, wieso es so wenig Migranten in Entscheiderpositionen gibt.

    Wenn man sich die ganzen Kandidaten bei diversen Castingshows betrachtet, dann sind dort Jugendliche mit Migrationshintergrund überproportional vertreten, aber wieso? Wollen sie keinen “vernünftigen” Beruf erlernen?

    Also zusammengefasst: Könne se net, wolle se net, oder lasse mer se net?

  7. Chinaski
    6.02.2007 | 22:12

    ach ich vergaß, daa wirkte jetzt nicht ganz stringent, Christina Aguilera zählt nicht so wirklich zu den Entscheidern, aber sie is schon verdammt gut ;-)

  8. R.A.
    7.02.2007 | 11:08

    Auch in anderen Ländern ist es so, daß Einwandererkinder eigentlich nur im Sport und Showbusiness erfolgreich sind.

    Meistens braucht es zwei/drei Generationen, bis der Bildungshintergrund und die gesellschaftliche Einbettung da sind, um eine echte Topkarriere in die Spitzenpositionen von Politik und Wirtschaft zu schaffen.

    Wenn ein Schwarzer in den USA in zehnter Generation nach “Einwanderung” Senator wird, ist das ja auch kein Beispiel für schnellen Aufstieg …

    Der Gag ist, daß man ihn dann aber noch wg. Hautfarbe erkennt.

    Wessen Groß- oder Urgroßeltern aber vor 100 Jahren nach Deutschland kamen, der ist inzwischen meist so komplett integriert, daß er überhaupt nicht mehr als “Einwanderer”-Nachfahre erkannt wird.

  9. 7.02.2007 | 13:16

    Ich bin aus Ostdeutschland immigriert und habe es schon bis zum Blogautor geschafft. Man nehme sich ein Beispiel…

  10. 7.02.2007 | 13:17

    PS: Ray, entschuldige meine Albernheit zu deinem ernst gemeinten Beitrag.

  11. 7.02.2007 | 13:36

    Lasse ich noch mal so durchgehen. Hauptsache, du hältst dich sonst weiter an die Grundregel, dass bei uns nur sturztrockene und bierernste Kommentare abzugeben sind.

  12. 7.02.2007 | 13:40

    Du kennst mich - diese Grundregel entspricht sowieso meinem Charakter und ihre Einhaltung ist mir sonst eher Vergnügen denn Pflicht.

  13. 7.02.2007 | 13:57

    Bimbesparty? Darf ich mitmischen?

  14. 7.02.2007 | 13:58

    Bist du auch Immigrant? Dann ja.

  15. Chinaski
    7.02.2007 | 14:07

    @R.A.
    das ist ein gutes Argument, wobei die zahlreichen erfolgreichen Latinos und Asiaten in den USA teilweise noch nicht sehr lang dort leben.

    @all
    hm, meine Großmutter kommt aus einem Gebiet, das inzwischen zu Polen gehört, zähl ich damit auch als Immigrantensprößling?

  16. 7.02.2007 | 14:13

    @Boche: Hesse in Schwaben. Gilt das?

  17. R.A.
    7.02.2007 | 15:20

    > Hesse in Schwaben.
    Kann ein Problem sein …

    “Immigrant” ist ja eigentlich ein Bündel von Problemfaktoren: Meist arm, niedriger sozialer Status, keine Beziehungen, oft Sprach- oder Bildungsprobleme.

    Und das wirkt sich sehr unterschiedlich in diversen Bereichen aus: Bei Sport oder Showbiz sind diese Nachteile fast unwesentlich, da zählen persönliche Eigenschaften.

    Dito in der Wissenschaft, da kann man auch als Immigrant weit kommen, wenn keine Sprach-/Bildungsprobleme bestehen.

    In der Wirtschaft kann man als Unternehmer fast beliebig weit kommen, als angestellter Manager aber ist niedriger sozialer Herkunftsstatus ein Hindernis.

    In der Politik wiederum stört Status wenig, aber hier zählt die Herkunft viel - die Leute wählen bevorzugt “einen von uns”.

    Und deswegen ist genau die Politik der Bereich, wo ein Immigrant der Art “Hesse in Schwaben” tatsächlich benachteiligt ist.

  18. Chinaski
    7.02.2007 | 15:54

    @R.A.:
    also mir lasse se net, zumindest nicht in Politik und Wirtschaft (angestelle Manager).

    Aber ob es bei gleichen Qualifikationen eine unterschiedliche Präferenzen bezüglich Berufswahl und damit verbundenen Aufstiegschancen gibt, wäre schon einmal sehr interessant. Muss mal gucken, ob es dazu Erhebungen gibt.

  19. R.A.
    7.02.2007 | 16:19

    @Chinaski:
    > Aber ob es bei
    > gleichen
    > Qualifikationen eine
    > unterschiedliche
    > Präferenzen bezüglich
    > Berufswahl und
    > damit verbundenen
    > Aufstiegschancen
    > gibt, wäre schon
    > einmal sehr
    > interessant.
    Also daß das der Fall ist, halte ich für absolut trivial.
    Wie stark das in welche Richtung wirkt, da wird es spanndend.

    Und m. W. gibt es nur wenige Studien dazu, und die taugen wohl auch nicht viel (z. B. die von dem Darmstädter Soziologen).

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