Hinterhältige Frage

Von den Gurus mal abgesehen (die müssen einfach immer älter sein):

Könnte es sein, dass sich Libertäre so gut wie ausschließlich aus jungen Männern rekrutieren? Und was sagt mir diese Nähe zur Kriminalstatistik?

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30 Kommentare zu “Hinterhältige Frage”

  1. T. Albert
    8.02.2007 | 13:49

    Der Heinsohn wird`s schon wissen.

  2. gis
    8.02.2007 | 13:50

    Ja, klar, und die Geburtenrate korreliert statistisch mit der Storchenpopulation. Was sagt uns das?

  3. R.A.
    8.02.2007 | 14:19

    Grundsätzlich interessieren sich deutlich mehr Männer als Frauen für Politik.

    Und ALLE etwas radikaleren politischen Ansätze rekrutieren sich deutlich stärker unter jungen Männern.

    Das gilt für diverse kommunistische Sekten, für Neo-Nazis - und eben auch für Hard-Core-Libertäre.

    Frauen neigen eher zu Konsens und zu gemäßigten Positionen.

  4. 8.02.2007 | 14:34

    Vielleicht erscheint es den Leuten mit einer gewissen Lebenserfahrung einfach nicht mehr sinnvoll, eine Rolle als Hard-Core-Irgendwas zu spielen?

  5. 8.02.2007 | 14:35

    Eigentlich ist der Zusammenhang doch sprichwörtlich genau anders herum:
    Wer mit 20 nicht sozialistisch ist, hat kein Herz. Wer dann mit 40 nicht liberal ist, hat keinen Verstand. :)

    Die Behauptung aber, dass Frauen eher zu gemäßigteren Positionen neigen, kann ich so aus eigener Erfahrung bestätigen. Natürlich ist das nur subjektiv und höchst vage und es gibt unzählige Ausnahmen, nicht, dass sich hier jemand von mir angegriffen fühlt

  6. 8.02.2007 | 15:11

    Ich sag nur:

    Die Rückkehr zur Leistungsgesellschaft führt über die Rehabilitation der Ehre!!!

    Quelle: http://www.libertaere-fdp.de/?q=node/48

  7. Buenavista
    8.02.2007 | 16:10

    Dafür sind dann die Libertins meist schon etwas älter ;-)

  8. 8.02.2007 | 16:17

    Mein Eindruck (als jemand der sich auch im libertären Umfeld engagiert) ist, dass Murray Musterlibertarian eher in unserer Alterklasse angesiedelt ist, lieber Rayson.
    Es wächst freilich in der Tat einiges an Youngsters nach in den letzten Jahren. Könnte das vielleicht daran liegen, dass der herkömmliche Mainstream-Liberalismus ganz schön abgewirtschaftet hat?
    Und, mit Verlaub: so wie Du das bringst (”Kriminalstatistik”), empfinde ich Deine Bemerkung mehr als Denunziation, denn als polemische Frage …
    Nicht Dein Stil sonst, eigentlich.
    Das ist auch deshalb schade, imho, weil die Frage warum sich in liberalen (nicht nur libertären) Gruppen/Organisationen verhältnismässig wenig Frauen engagieren durchaus interessant wäre.

  9. 8.02.2007 | 16:52

    Dann ist dein Eindruck, jo@chim, eben ein anderer. Was ich als eifrei-Probeabonnent und Surfer so an libertären Spuren entdecke, ist immmer männlich und deutlich überproportional unter Dreißig.

    Der Verweis auf die Kriminalstatistik ist natürlich provokant, aber daraus eine Denunziation zu basteln, wäre schon ein echtes Kunststück, dem ich meine Bewunderung nicht verwehren würde. Mach mal. Abgesehen davon, dass ein echter Libertärer die staatliche Kriminalstatistik selbstverständlich als für ihn irrelevant ansehen müsste…

    Die Provokation hat aber einen ernst gemeinten Kern. Ich glaube nämlich schon, dass im Libertarismus etwas steckt, dass ihn besonders für junge Männer interessant macht. Ich würde sogar noch ein paar Merkmale hinzufügen, denen ich dort eine überproportionale Verbreitung zutraue: Akademiker, Freiberufler oder selbständig, keine Kinder, körperlich gesund. Thesen, die sich widerlegen lassen.

  10. R.A.
    8.02.2007 | 17:03

    @Rayson:
    > Ich würde sogar
    > noch ein paar
    > Merkmale hinzufügen,
    > denen ich dort eine
    > überproportionale
    > Verbreitung zutraue:
    > Akademiker,
    > Freiberufler oder
    > selbständig, keine
    > Kinder, körperlich
    > gesund.
    Sehe ich auch so.
    Und diese für sich keineswegs ehrenrührigen Merkmale lassen in Kombination weitaus kritischere Rückschlüsse zu als der eindeutig zu erkennende Spaß mit der Kriminalstatistik.

  11. 8.02.2007 | 18:03

    Also ich würde es so formulieren:

    Wer mit 15 kein Anarchist ist, hat kein Herz.
    Wer mit 20 noch immer kein Anarchist ist, hat keinen Verstand.
    Und wer mit 25 noch immer Etatist ist, bei dem ist Hopfen und Malz verloren.

    ;-)

    Aber es ist halt schon so, dass aus irgendeinem Grund radikale politische Ideen (wozu ich übrigens Neonazismus und Kommunismus nicht zähle) vor allem von “young, white middle-class” Typen von den Dächern geschrienen werden. Wieso das so ist, weiss ich eigentlich auch nicht.

    Ich persönlich habe jedenfalls nicht vor, mit 30 plötzlich Etatist zu werden. Je nach umständen werde ich vielleicht nicht mehr ein so offener Anarchist sein, aber ich werde wahrscheinlich immer noch einer sein. Alles andere wäre etwa so obskur wie ein Atheist, der plötzlich zum Hard-Core-Christen wird.

  12. googlehupf
    8.02.2007 | 20:02

    Das mit den jungen Männern deckt sich mit meiner Erfahrung. Aber auch schon im liberalen Umfeld.

  13. Carsten Rauschenbach
    8.02.2007 | 21:08

    > Akademiker, Freiberufler
    > oder selbständig, keine Kinder,
    > körperlich gesund.

    UND SCHWUL!!!

    ;-)

  14. 8.02.2007 | 21:56

    Chris: In dem Spruch »Wer mit 20 nicht sozialistisch ist, hat kein Herz … « steckt ja etwas Wahrheit. Aber wer wie ich in der DDR geboren wurde und mit 19 nach dem Abitur zum Grundwehrdienst eingezogen wurde, der durfte diese Stufe überspringen ;-) Was nicht heißt, dass ich kurze Zeit später einen dritten Weg der DDR grundsätzlich abgelehnt hätte, als ich mit tausenden anderen Demonstranten »Wir bleiben hier« skandierte …

    An den wirklich libertären Leuten finde ich gut, dass sie uns immer mal wieder einen Spiegel vorhalten und dass sie uns zum Nachdenken bringen. Aber eine Gesellschaft, in der ihre Ideen vollständig verwirklicht wären, kann ich mir nicht vorstellen.

    @Carsten: Warum brüllst Du so in unser Blog? Ja, ich sehe den ;-) auch. Aber über mehrfache Ausrufungszeichen und Blockbuchstaben stolpert man halt, wenn man schon sehr lange im Netz unterwegs ist.

  15. 9.02.2007 | 0:27

    Diese Kriminalstatistik… ich muss dazu mal einen Beitrag schreiben, die kommt ja immer wieder vorbei… also kurz das wichtigste:
    Vergesst diese Statistik. Sie wird von Polizisten gemacht, und die sind ganz super darin, uns alle vor den Gefahren des Verbrechens zu bewahren (ganz großes Kompliment dafür, dass man hier nicht einfach 7 Menschen abmurksen kann und dann nach Hause fährt), aber entsetzlich schlecht darin, Wissenschaft zu betreiben.

    Was die Libertären angeht: Ja, Heinsohn könnte da ganz richtig liegen. Rayson, denkst Du nicht? :)

  16. 9.02.2007 | 9:49

    @momorules:

    Typisch linke Taktik. Einen Satz aus dem Zusammenhang reißen und daraus, weil für sich genommen nicht besonders aussagefähig, die Absurdität der Idee ableiten. Ganz billige Taktik. Das “links” kannst Du halten wie es (zu) dir passt, als ideologische Grundposition oder Synonym für Unsachlichkeit.

  17. 9.02.2007 | 9:58

    @Steffen H:

    Wenn das typisch links sein soll, ist die linke Übermacht in der konsiberalen Blogosphäre ja geradezu erdrückend … ich fand den Rest des Textes aber auch den Brüller, keine Sorge.

    Wobei die Sachlichkeit mich schon nachhaltig beeindruckt hat, das wollte ich ja nur tarnen, und ich werde jetzt vom schlechten Gewissen nieder gedrück, demütig und ehrlos durch den Schnee stapfen, nach Deinem so treffsicheren Rüffel erst Recht …

  18. 9.02.2007 | 12:03

    @Karsten

    Die Statistik hat sicher Schwächen. Es ist aber ebenso logisch wie wohl auch praktisch nicht anzunehmen, dass die sich nur in eine Richtung auswirken. Zum Beispiel sind in Deutschland die offiziell registrierten Straftaten letzten Sommer wohl deutlich gesunken. Warum? Weil die Polizisten Stadien bewachen mussten und keine Anzeigen schreiben konnten.

  19. 9.02.2007 | 16:43

    Ich glaube nämlich schon, dass im Libertarismus etwas steckt, dass ihn besonders für junge Männer interessant macht. Ich würde sogar noch ein paar Merkmale hinzufügen, denen ich dort eine überproportionale Verbreitung zutraue: Akademiker, Freiberufler oder selbständig, keine Kinder, körperlich gesund. Thesen, die sich widerlegen lassen.

    Das hat schon fast etwas Marxistisches. Das Sein prägt jedoch nicht das Bewußtsein. Wenn Libertären etwas gemeinsam ist, dann die Fähigkeit zu logischem Denken. Diese findet sich in überproportionaler Weise bei Akademikern. Bestätigt wird diese durch meinen subjektiven Eindruck, daß sich unter Ingenieuren und Informatikern prozentual mehr Libertäre als unter Ökonomen finden. Letztere bedienen sich heutzutage der Logik seltener als die Erstgenannten.

  20. Parker8
    9.02.2007 | 17:05

    Das hat schon fast etwas Marxistisches.

    Oder auch Public-Choice-iges.

    Wenn Libertären etwas gemeinsam ist, dann die Fähigkeit zu logischem Denken. Diese findet sich in überproportionaler Weise bei Akademikern.

    Seufz.

  21. 9.02.2007 | 17:19

    Oder auch Public-Choice-iges.

    Nein, denn Libertäre wenden sich schließlich auch gegen den staatlichen Schutz des Eigentums. Die libertäre Kritik geht weit über den Vortrag eigener Interessen hinaus.

    Seufz.

    Du kannst seufzen soviel Du willst. Nicht jeder Mensch besitzt gleiche Fähigkeiten und demnach besitzt auch nicht jeder den gleichen Zugang zu Logik.

  22. 9.02.2007 | 17:22

    @Dirk

    Manchmal finde ich, ich hätte auch noch einen gewissen Hang zur Selbsterhöhung in der Liste vergessen.

  23. 9.02.2007 | 17:24

    “Wenn Libertären etwas gemeinsam ist, dann die Fähigkeit zu logischem Denken.”

    Wieso kommen sie dann alle zu falschen Schlußfolgerungen? ;-)

    P.S.: Wenn Du jetzt meinen Zugang zur Logik in Frage stellst, dann habe ich für den Rest des Wochenendes was zu lachen.

  24. 9.02.2007 | 17:38

    @Rayson:
    Dein Vorwurf bezeugt logische Defizite, da aus der Behauptung der besonderen Ausprägung einer einzelnen Fähigkeit, nicht logisch die Erhöhung des “Selbst” folgt. Dieses besteht aus mehr als einer Fähigkeit.

    @David:
    Dein Zugang zu Humor ist jedenfalls besser ausgeprägt als meiner, wenn Du darüber lachen kannst.

  25. 9.02.2007 | 17:41

    @Dirk

    Dein Vorwurf zeugt von einer unzulässigen Komplexitätsreduktion. Als hätte ich nur deine dämliche Behauptung gemeint.

  26. 9.02.2007 | 17:44

    Warum muß man Zugang zum Humor haben, um über Deine Behauptungen eventuell lachen zu können? Das ist mir noch nicht völlig klar, ich bitte daher um eine Erläuterung.

  27. 9.02.2007 | 17:47

    @Rayson:
    Ich habe nicht behauptet, dass sie nur in der einen Richtung verzerrt ist. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass die Kriminalstatistik alleine nicht geeignet ist, Aussagen über die Kriminalitätsentwicklung zu machen - und dass es Studien gibt, die das Thema erheblich differenzierter angehen und zu deutlich qualifiziertere Aussagen kommen.

  28. 9.02.2007 | 17:54

    Mir schon klar, dass du das nicht behauptet hast :-)

  29. 12.02.2007 | 12:37

    Hallo ChrisM,

    der beliebte “20 und Herz => Sozialist, 40 und Verstand => liberal”-Satz, in Variationen auch von Konservativen, Religiösen und Mittleren verwendet, ist nur leider eins: Empirisch widerlegt. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat dazu auch eine Studie veröffentlicht, die ich gerade leider nicht finden kann, sorry. (Erinnert sich jemand zufällig an die gleiche Studie? Das Thema war eine Bestandsaufnahme der politischen Milieus in Deutschland, korreliert mit einigen persönlichen Aspekten wie Alter, formale Bildung, Beruf.)

    In dieser Studie gab es gegen Ende eine wunderschöne zusammenfassende Grafik, und das Muster darauf war eindrucksvoller als die Zahlenwerte, an die ich mich nicht mehr erinnerte: Das Alter von links nach rechts, die Bildung von unten (wenig) nach oben (viel) aufgetragen, bilden die Linksliberalen die obere, linke Ecke: Jung und gut gebildet. Daneben gibt es einen Streifen Rechtsliberaler, und da wird es interessant: Wenn man den Weg eines einzelnen Menschen (also eine Linie gleichbleibenden Bildungsniveaus, aber steigenden Alters) verfolgt, dann wird er um so früher rechtsliberal, um so weniger er weiß. Und, interessanterweise, setzt die Transformation zum Liberalen bei hoher Bildung so um die Zeit ein, zu der die fluide Intelligenz abnimmt, also etwa um das 22.-25. Lebensjahr[1].

    Kurzum: Liberal sein ist wie Football gucken. Man muss intelligent genug sein, um die Regeln zu verstehen, aber wer intelligent und gebildet genug ist, um das Spiel zu verstehen, den langweilt es (Football) oder widert es an (Liberalität).

    Schönen Gruß, Steve

    P.S.: Bitte nicht persönlich nehmen. Ich wollte nur drauf hinweisen, dass die Behauptung, Linke seien jung und dumm, bei genauerer Untersuchung eher den Libertären zum Nachteil gereicht.

    [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz

  30. 12.02.2007 | 12:56

    “bei genauerer Untersuchung”

    Sagen wir besser: Bei einer ebenso fragwürdigen…

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