LKMP für Deutschland?

Die Liberal-konservative Merzpartei - wird sie kommen oder nicht? Wird sie der FDP oder der Union oder beiden schaden? Wird sie den Linken die Regierungsübernahme vereinfachen?

Ehrlich gesagt: Konkurrenz belebt das Geschäft.

Unwählbarer als jetzt kann die Union für mich sowieso nicht mehr werden. Ob die nun zum Paternalismus getragen werden müssen, weil sie sich vage eines Ehrhard erinnern, auch wenn sie nicht mehr wissen, was an dem nun so toll gewesen sein soll. Oder ob der Paternalist mit rotem Parteibuch aus ehrlichem, wenn auch recht dümmlich wirkenden Enthusiasmus aktiv wird - für uns Bürger ist der Unterschied im Ergebnis doch eigentlich nur kosmetischer Natur, oder?

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18 Kommentare zu “LKMP für Deutschland?”

  1. 9.02.2007 | 13:04

    Ich glaube nicht, dass eine solche Partei irgendeine Chance hätte. Sie hätte enorme Probleme, sich zwischen Union und FDP zu positionieren.

    Außerdem hätte sie das allgemeine Problem neuer und kleiner Parteien: Sie ziehen alle möglichen Spinner an.

  2. 9.02.2007 | 13:10

    Ich glaube auch nicht, dass da derzeit was ginge. Allerdings ist, betrachtet man andere große europäische Nationen (Italien, Frankreich, vielleicht auch Holland und Dänemark?), dieses stabile Parteiengefüge in Deutschland ja auch etwas Außergewöhnliches.

  3. 9.02.2007 | 13:18

    Sooo stabil ist das ja auch nicht. In den 80ern kamen die Grünen hinzu, in den 90ern die SED. Und auf Landtagsebene kommt ab und an auch mal was von rechts hoch. Was Deutschland bisher wirklich nicht anzubieten hat, ist ein echter Populist wie Fortuyn oder Haider. Die, die’s versuchen, scheitern meist schnell am eigenen Unvermögen, wie z.B. Schill. Wahrscheinlich ist unser Bedarf da erstmal gründlich gedeckt.

  4. Llarian
    9.02.2007 | 13:19

    80% von dem was Merz so von sich gibt ist FDP Position. Und die restlichen 20% sind davon für viele annehmbar. Wenn sich Merz also weiter politisch engagieren wollte, könnte er das problemlos in der FDP tun, ohne sich den Ärger einer Parteigründung anzutun. Die FDP würde ihn mit Kußhand nehmen und nicht nur weil er ein Bundestagsmandat innehat.
    Er wird dies aber nicht tun, weil er schlicht die Schnauze voll hat und es ausserdem auch rein theoretisch für ihn keine Möglichkeit gäbe. 2009 wird es auch keine Mehrheit für schwarz/gelb geben und selbst wenn, würde immer noch Merkel Kanzlerin werden. Was widerum ein hohes Amt für Merz ausschliesst. Viel wahrscheinlicher ist eine Fortsetzung der grossen Koaltion. Und wie sagte Münte so treffend: Opposition ist scheisse. Nee, der wird schlicht versuchen noch was in der Wirtschaft zu reissen und sich aus der Politik verabschieden. Vielleicht schreibt er ja ein Buch, der Angie-Komplex oder so. :)

  5. 9.02.2007 | 13:30

    Es ist ja auch bemerkenswert, dass in den Kommentaren der letzten Tage immer wieder betont wurde, wie clever Angela Merkel den Friedrich Merz ausgebootet hat. Ja klar, sie ist jetzt Kanzlerin und er hat die Politik vorerst an den Nagel gehängt. Aber wenn Frau Merkel eine gute und erfolgreiche Kanzlerin wäre, gäbe es anderes über sie zu berichten ;-)

  6. 9.02.2007 | 13:51

    Du bist unpolitisch noch nicht genug bewandert. stefanolix. Als Ossi gestehe ich dir aber diesen Schuss Naivität zu.

    Gerade an solchen Aktionen zeigt sich nämlich, wer ein guter und erfolgreicher Kanzler ist. Genau das zeigt, dass sie zu Recht im Amt ist. Das ist spätestens seit Kohl so.

  7. 9.02.2007 | 14:13

    Vielen Dank, ich kann doch hier jede Woche noch etwas dazulernen ;-)

  8. 9.02.2007 | 14:15

    Aufbauhilfe Ost, nennt sich das doch, oder? ;-)

  9. 9.02.2007 | 14:17

    Ich mag eure erfrischende Art ja eigentlich ;-)

  10. 9.02.2007 | 14:23

    Dann sind wir ja quitt. ;-)

  11. 9.02.2007 | 21:41

    Das ist doch Quatsch, Parteigründungen sind nicht so einfach, das wird nie kommen.

  12. 9.02.2007 | 22:18

    Parteigründungen sind nicht so einfach

    Doch, eigentlich schon, gerade für einen erfahrenen, bekannten und profilierten Politiker sollte das kein größeres Problem sein. Schwieriger ist angesichts der 5%-Hürde der Parlamentseinzug, ich glaube auch nicht, dass eine neue Merz-Partei das schaffen würde. Ebenso wenig glaube ich, dass Merz eine Parteigründung ernsthaft in Erwägung zieht, irgendwie werden solche Pläne bei jedem bekannteren “Politikaussteiger” kolportiert.

  13. AM
    9.02.2007 | 23:37

    Tja, die Enttäuschung über eine CDU, die es in ihrer erträumten Form nie gab, ist allerorten spürbar.
    “80% von dem was Merz so von sich gibt ist FDP Position.” Soll das heißen, dass die FDP auf einen Bierdeckel passen würde, wenn Merz nur mitmachen würde? Macht er aber nicht, denn dort müsste er ständig wegen Westerwelle von seinen Ämtern zurücktreten.

  14. 9.02.2007 | 23:52

    Ach, AM… Wie schön könnten Diskussionen sein, wenn man den Theaterdonner beiseite ließe…

    Träume enden besonders dann unsanft, wenn deren Protagonisten zuvor ständig verkündet haben, dass es sich entgegen der eigenen Annahme nicht um einen solchen handele. Wird den Wählern von 2005 ganz sicher nicht wieder passieren.

    Die Steuerreform der FDP führt ganz sicher dazu, dass auch du deine Steuererklärung auf einem Bierdeckel abgeben könntest, solltest du je in eine solche Verlegenheit kommen.

    Und was Merz und Westerwelle angeht: Du wärst überrascht. Schätze ich mal, denn ich glaube, Westerwelle ist konservativer als ihn sich Homophobe vorstellen können (was ihn mir, sorry, sympathisch macht). Hamburger wissen, was ich meine.

  15. 10.02.2007 | 10:22

    Schätze ich mal, denn ich glaube, Westerwelle ist konservativer als ihn sich Homophobe vorstellen können (was ihn mir, sorry, sympathisch macht).

    Westerwelle ist eigentlich - abgesehen von seinen Vorlieben bei der Partnerwahl - sehr konservativ. Kommt nicht umsonst von der Jungen Union… ;)

  16. ralph
    10.02.2007 | 12:56

    Na ja, ich könnte mir schon vorstellen, dass in Deutschland eine Partei nach dem Vorbild oder, sagen wir, nach der Grundidee der GOP/USA funktionieren könnte: Liberal in Fragen der Wirtschaft, konservativ in Fragen: Werte, Religion, Patriotismus, Militär, Aussenpolitik, “Republikanismus” statt “Demokratismus”, innere Sicherheit statt global-demokratischer Messianismus, vermittelnd in innenpolitischen Fragen, die das Verhältnis betreffen: Staat - Region - Gesellschaft - Gemeinschaft / “neighborhood” - Familie - Bürger - Individuum

    Ob für eine solche Partei Merz der richtige Mann wäre, das weiß ich nicht, aber eine solche Partei würde ich jedenfalls eher wählen als eine FDP oder CDU.

  17. 12.02.2007 | 12:51

    Hallo zusammen,

    Die Liberal-konservative Merzpartei - wird sie kommen oder nicht?

    Sicherlich nicht. Die würde nur kommen, wenn Merz ernsthaftes Interesse an politischer Arbeit hätte. Hätte er das, würde er nicht sechs Fünftel seiner verfügbaren Zeit für Lobbygruppen arbeiten. Kleine Parteien sind aus Bestechungsgesichtspunkten nicht lohnend. Merz wird jetzt ein bisschen kokettieren und sich dann dem Dümmsten wieder anschließen.

    Wird sie der FDP oder der Union oder beiden schaden?

    Beiden, selbstverständlich. Stimmen des eigenen Blocks, die wegen Nichtüberschreitung der 5% nicht gezählt werden. Mit Condorcet würde das nicht passieren.

    Wird sie den Linken die Regierungsübernahme vereinfachen?

    Angesichts der Tatsache, dass es nur eine linke Partei im Bundestag gibt und diese auch noch hoffnungslos rückwärtsgewandt ist, ist eine Regierungsübernahme der Linken in den nächsten 20 Jahren (der erwarteten Restlebensdauer von Friedrich Merz) sehr, sehr unwahrscheinlich, egal, was der macht.

    Wer jetzt nach SPD und Grünen fragt, dem sei versichert, die SPD ist nur mit “Mitte” zu charakterisieren und die Grünen mit “gutbürgerlich”.

    Schönen Gruß, Steve

  18. 12.02.2007 | 12:57

    Wer jetzt nach SPD und Grünen fragt, dem sei versichert, die SPD ist nur mit “Mitte” zu charakterisieren und die Grünen mit “gutbürgerlich”.

    Wir haben vor allem zur Kenntnis genommen, von wo aus du guckst… ;-)

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