15. Februar 2007
Enteignung
Das alte, leidige Thema: Rauchverbot.
In Zügen soll das Rauchen jetzt verboten werden. Da sag ich doch einfach mal: Toll, ihr Gesetzgeber! Wisst ihr was? Ich fahre seit ein paar Jahren mit einem privat betriebenen Zug, in dem das Rauchen schon immer komplett verboten war. Da gab es offensichtlich überhaupt keinen Bedarf an euren Regulierungsmühen.
Aber ich kann es ja auch ein wenig verstehen.
Die armen Gesetzgeber werden von ihren Chefs, den Wählern auch ordentlich angetrieben. Die opfern sogar das Recht des Gaststättenbetreibers an Privateigentum, im Namen einer vermeintlich “guten Sache”, dem “Nichtraucherschutz”.
Und kaum verhohlen wird die rechtliche Grundlage als nebensächlich erklärt:
Föderalismus hin, Arbeitsschutz und ominöse Sachbestände wie die “Abwehr gemeingefährlicher Krankheiten” her - Hauptsache es kann endlich verboten werden, was nicht sein darf!
Armselig, dass der Deutsche immer noch der Ansicht zu sein scheint, dass nur eine verbietende Obrigkeit ihn von allem, was irgendwie stört, befreien kann.
Hierzulande werden keine - vermeintlich ja so begehrten - Nichtraucher-Cafés eröffnet, um mit dem Mittel des Wettbewerbs herauszufinden, was die Leute tatsächlich wollen. Hierzulande wird lieber vorsorglich verboten, was die Leute aus der Sicht demoskopischer Scheinmehrheiten lieber nicht wollen sollen.
Man könnte aus Wut fast wieder zum Raucher werden…
Verfasst von Boche um 14:07 Uhr in der Kategorie Gesundheitspolitik, Innenpolitik, Politik, Presse / SPON- und taz-Blog (Trackback)